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Es war die dritte Feier in diesem Jahr, bei der Bischof Fürst Ordenzeichen und Urkunden im Namen Papst Benedikts XVI. überreichte.

Die in Tübingen lebende Martha Sonntag, eine der ersten Frauen, die nach dem Krieg in Tübingen katholische Theologie studierten, und Pionierin beim Aufbau der Ehe-, Familien- und Lebensberatung in der Diözese Rottenburg-Stuttgart, erhielt die Würde einer Dame des Silvesterordens. Alfons Fessler, Friedrichshafen, der sich neben zahlreichen anderen ehrenamtlichen Tätigkeiten besonders um den Aufbau der katholischen Schulen in der Diözese verdient gemacht hat und heute dem Stiftungsrat der Stiftung Freie Katholische Schule angehört, wurde mit der Würde eine Komturs des Silvesterordens geehrt. Die gleiche Ehrung erhielt Georg Seif, von 1962 bis 1988 Bürgermeister der Gemeinde Achstetten im Kreis Biberach, wo er auch wohnt. Als einziger Bürgermeister gehörte er von 1975 bis 2007 dem Diözesanrat und dessen Finanzausschuss und Bauausschuss an, wo er sich mit hohem Sachverstand um die strukturellen und wirtschaftlichen Belange der Diözese verdient gemacht hat. Die Würde eines Komturs mit Stern des Silvesterordens erhielt Anton Pfeifer, Reutlingen. Nach Jahren als Landespolitiker gehörte er von 1969 bis 2002 der Unionsfraktion des Deutschen Bundestags an, war in zwei Ressorts Parlamentarischer Staatssekretär und von 1990 bis 2002 Staatsminister im Bundeskanzleramt. Unter den Verdiensten Pfeiffers hob der Bischof besonders sein Engagement für die Chancen junger Menschen auf dem Zweiten Bildungsweg und seine Verdienste um die Abendrealschulen hervor. Heute ist Pfeiffer Vorsitzender des Landesverbandes der Abendrealschulen in Baden-Württemberg, der 38 Schulen angehören.

In seiner Laudatio auf die geehrten Persönlichkeiten ging Bischof Gebhard Fürst auch auf die Glaubwürdigkeitskrise ein, die die katholische Kirche nach seinen Worten derzeit erlebt. Belastend seien die öffentlichen Vorwürfe und das Misstrauen gegenüber der Kirche, so der Bischof, aber besonders auch die Geschehnisse, die dies hervorgerufen hätten. Einen Sinn erhalte diese Heimsuchung, wenn die Kirche künftig noch nachdrücklicher eintrete für das Leben in seiner Verletzlichkeit und seiner Unversehrtheit. Dazu bedürfe es zukunftsweisender Visionen, betonte Bischof Fürst, ebenso aber auch Menschen, die sich vom Heiligen Geist mitreißen ließen und zeichenhaft ihren Glauben in der Gesellschaft lebten. Durch ihr beispielhaftes Christsein hätten sich die jetzt mit dem päpstlichen Silvesterorden geehrten  Persönlichkeiten ausgezeichnet.

Pressemeldung drs/Thomas Broch

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