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Vor zwei Monaten beschlossen die Vereinten Nationen, Atomwaffen und die Drohung damit generell zu verbieten. Die katholische Friedensbewegung "pax christi" in der Diözese Rottenburg-Stuttgart fordert anlässlich des Antikriegstags am 1. September, dass auch Deutschland dem UN-Vertrag beitritt.

Dieser Vertrag, der von einer großen Mehrheit der Staatengemeinschaft getragen wird, verbietet Herstellung, Einsatz und Besitz von Nuklearwaffen ebenso wie die Drohung mit einem Nuklearschlag. Die Atommächte und die NATO-Staaten mit Ausnahme der Niederlande nahmen nicht an den Verhandlungen teil. Somit war auch Deutschland bisher nicht beteiligt und ist dem Vertrag nicht beigetreten. "pax christi", die internationale katholische Friedensbewegung kritisiert die bisherige Weigerung der Bundesregierung.

"Angesichts der Zerstörungskraft und der Gefahren, die von den Atomwaffen ausgehen, ist das ein Skandal", erklärt Reinhold Gieringer, Vorsitzender der Bewegung in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Er verweist auf eine Botschaft von Papst Franziskus an die Staatengemeinschaft. "Eine Ethik und ein Recht, die auf der Drohung gegenseitiger Zerstörung - und möglicherweise der Vernichtung der ganzen Menschheit  - beruhen, widersprechen dem Geist der Vereinten Nationen", betonte das Kirchenoberhaupt.

"pax christi" erinnert zum Antikriegstag zudem daran, dass der Deutsche Bundestag bereits 2010 einstimmig gefordert hat, die in Deutschland gelagerten amerikanischen Atomwaffen abzuziehen. "Es wird Zeit, diesen Beschluss endlich umzusetzen", fordert Gieringer auch im Blick auf die jüngsten Äußerungen von US-Präsident Trump im Konflikt mit Nordkorea. Der Gedenktag am 1. September, der seit 60 Jahren begangen wird, geht auf das Jahr 1939 zurück, als mit dem deutschen Überfall auf Polen der Zweiten Weltkrieg begann.

Richard Bösch / Markus Waggershauser

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