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Rottenburg / Oggelsbeuren. 26. Februar 2014. Von Mai an können in den Gebäuden der „Stiftung Piuspflege - Heimat geben - Oggelsbeuren“ bis zu 75 Flüchtlinge aufgenommen werden. Grundlage dafür ist ein gemeinsames Konzept der Diözese Rottenburg-Stuttgart, des Landkreises Biberach und der Stiftung. Nach dem Kloster Weingarten ist das Gebäude in Oggelsbeuren die zweite große kirchliche Immobilie, die in Oberschwaben zur Flüchtlingsaufnahme bereit steht. Diese Initiative sei ein weiterer wichtiger Baustein in der seelsorglichen und karitativen Arbeit für Bischof Gebhard Fürst, der die Flüchtlingshilfe zum Schwerpunkt für seine Diözese erklärt hat, sagte der Flüchtlingsbeauftragte der Diözese, Thomas Broch, vor Journalisten in Oggelsbeuren. 

Broch dankte im Namen von Bischof Fürst allen, die das „Projekt“ Oggelsbeuren ermöglicht haben. „Solche Initiativen brauchen Menschen, die brennen“, sagte er. Gleichzeitig erläuterte der Flüchtlingsbeauftragte, weshalb eine Entscheidung zur Flüchtlingsaufnahme mehr als zwei Jahre dauerte und kontrovers diskutiert wurde: „Ein so großes und umfangreiches Unternehmen wie es hier entstehen soll, muss in fachlicher wie konzeptioneller Hinsicht nachhaltig sein“. Nicht zuletzt seien als Voraussetzung dafür auch eine Satzungsänderung und ein veränderter Stiftungszweck der vormaligen „Stiftung Piuspflege“ sowie die entsprechende Genehmigung des Kultusministeriums zwingend gewesen. 

Mit einer Summe von insgesamt 750.000 Euro ist die Diözese über einen Zeitraum von drei Jahren bereit, sich am strukturellen Abmangel zu beteiligen - mit Option auf Verlängerung. Entsprechend dem Flüchtlingsaufnahmegesetz stellt der Landkreis Biberach jährlich rund 160.000 Euro bereit - vorbehaltlich der Zustimmung des Ausschusses für Soziales und Gesundheit in dessen Sitzung Anfang März. In dieser Summe sind die Mietkosten enthalten; je zur Hälfte beteiligt sich der Landkreis an der Vollzeitstelle eines Sozialarbeiters, sowie an einer Hausmeisterstelle für die weitläufige Immobilie. „Durch eine Betreuung vor Ort und großes ehrenamtliches Engagement kann der durch die geographische Lage bedingte Standortnachteil der Liegenschaft Oggelsbeuren ausgeglichen werden“, sagte Landrat Heiko Schmid. Dies sei für den Landkreis ebenso wie für die Diözese eine wichtige Voraussetzung zum finanziellen Engagement gewesen. 

Der Vorstand der Stiftung, Pater Alfred Tönnis, dankte Landrat Schmid: „Es ist ein großer Vertrauensbeweis, dass der Landkreis die eigentlich hoheitliche Aufgabe der Flüchtlingsbetreuung an uns als Projektträger überträt und mitfinanziert.“ Ziel sei es, in Oggelsbeuren dem Satzungszweck gemäß zu agieren und Menschen in einer Willkommenskultur Heimat zu geben. „Wir wollen Kulturbegegnungen initiieren, Flüchtlingsaktivitäten vernetzen und Integrationsprojekte starten“. 

Zur Frage der Belegung erläuterten sowohl Thomas Broch ebenso wie Landrat Heiko Schmid und Pater Alfred Tönnis übereinstimmend: „Uns sind alle willkommen, die ihr Schicksal hierher führt - gleich welcher Hautfarbe, welcher ethnischen Zugehörigkeit oder welcher Religion“. 

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Die „Stiftung Piuspflege - Heimat geben - Oggelsbeuren“ ist eine kirchliche Stiftung und untersteht der Rechtsaufsicht des Bischofs der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Sie wurde 1860 in Oggelsbeuren gegründet, um Waisenkinder und Schwererziehbare aufzunehmen; vormals gehörten die Gebäude zu einem Klosterareal. Zuletzt war dort eine Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe untergebracht; seit April 2012 standen die Gebäude leer. Um als Träger der Flüchtlingsunterbringung agieren zu können, wurde im Februar 2014 der Stiftungszweck geändert.

Die Diözese Rottenburg-Stuttgart und der Diözesanrat als deren Kirchensteuervertretung haben für die nächsten drei Jahre sieben Millionen Euro für die diözesane Flüchtlingsarbeit sowie für Hilfe in den Herkunftsländern zur Verfügung gestellt. 

Manuela Pfann

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