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Rottenburg/Stuttgart. 20. Juli 2015. Mit Blick auf den Flüchtlingsgipfel der Landesregierung in der kommenden Woche haben die Verantwortlichen für die Kindergartenarbeit in der Diözese Rottenburg-Stuttgart angemahnt, die Bedürfnisse von Kindern aus Flüchtlingsfamilien deutlicher als bislang wahrzunehmen. Notwendig dafür sei ein Gesamtkonzept, sagt die Leiterin der Hauptabteilung Caritas in der Diözese, Irme Stetter-Karp. Dieses müsse die individuelle Förderung betroffener Kinder und deren Familien ebenso umfassen wie Maßnahmen zur Unterstützung der pädagogischen Alltagsarbeit und die Entlastung von Einrichtungen in Regionen mit hohen Flüchtlingszahlen.

„Die Aufnahme von Kindern aus Flüchtlingsfamilien wirft erneut, und dieses Mal in verschärfter Form, die Frage nach den Rahmenbedingungen in den Kitas auf“, so die Geschäftsführerin des Landesverbandes Katholischer Kindertagesstätten in der Diözese, Ursula Wollasch. Die aktuelle Situation könne als Belastungsprobe gesehen, aber auch als Chance verstanden werden, der Qualitätsentwicklung in den Einrichtungen jetzt einen deutlichen Schub zu geben. Größte Dringlichkeit habe dabei nach Einschätzung Wollaschs die Reduzierung der Höchstgruppenstärke und die Leitungsfreistellung.

Derzeitige Einzelmaßnahmen, wie beispielsweise Sprachförderung, ehrenamtliches Engagement oder spezielle Fortbildungen würden erst nachhaltig wirksam, wenn sie in ein Gesamtkonzept zur Betreuung von Kindern aus Flüchtlingsfamilien einfließen. „Dazu kommt, dass traumatisierte Kinder dringend Zugang zu psychosozialen Angeboten und Therapiemöglichkeiten benötigen“, sagt Irme Stetter-Karp. Wie wichtig solch ein Angebot sei, zeige sich derzeit in einem vom Flüchtlingshilfefonds der Diözese geförderten Projekt in Ulm. Dort kooperieren Erziehungsberater der Psychologischen Familien- und Lebensberatungsstelle mit Therapeuten und Dolmetschern aus dem Behandlungszentrum für Folteropfer, um Flüchtlingskinder zu stabilisieren und deren Familien zu entlasten.

„Die vielfältigen Anforderungen, die jetzt und künftig auf die Kinderbetreuungs-einrichtungen zukommen, können nicht mehr nur aus Bordmitteln bestritten werden“, ergänzt Ursula Wollasch.
 
Asylbewerberkinder haben sowohl im laufenden Verfahren als auch bei anerkanntem Asylstatus einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz in einer Kita oder in der Kindertagespflege.

Nach Einschätzung des Integrationsministeriums sind fünf bis sieben Prozent der Asylbewerber und Menschen mit einer Duldung in Baden-Württemberg Kinder unter sechs Jahren. Von den für 2015 erwarteten 54.000 neu ankommenden Flüchtlingen wären demnach ca. 3.000 Kinder unter sechs Jahren, Tendenz steigend.

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