Presse

Bischöfliche Pressestelle
  • Hausanschrift
  • Bischöfliches Ordinariat
  • Bischöfliche Pressestelle
  • Bischof-von-Keppler-Straße 7
  • 72108 Rottenburg am Neckar
  • Postanschrift
  • Bischöfliches Ordinariat
  • Bischöfliche Pressestelle
  • Postfach 9
  • 72101 Rottenburg am Neckar

Rottenburg/Freiburg. 4. August 2017. Mit einer Summe von 230.000 Euro unterstützt die Diözese Rottenburg-Stuttgart ein Nahrungsnothilfeprojekt im Tschad. Unter Federführung von Caritas International in Freiburg erhalten rund 1.000 Familien Unterstützung, die Opfer der Vertreibung durch die Terrorgruppe „Boko Haram“ geworden sind. Die Mittel dazu stammen aus dem von der Diözese eingerichteten Flüchtlingshilfefonds.  

Das Nothilfeprogramm unterstützt im Zeitraum zwischen August und November im West-Tschad rund 1.000 besonders bedürftige Familien mit etwa 6.000 Personen, sowohl Binnenflüchtlinge wie auch die einheimische Gastbevölkerung, mit Grundnahrungsmitteln.

Den Angaben von Caritas International zufolge sind im West-Tschad in der Region am Tschad-See derzeit rund 125.000 Menschen auf der Flucht, fast alle sind Binnenflüchtlinge. Sie sind von den Inseln im Tschad-See und von grenznahen Gegenden auf das Festland östlich des Sees geflohen, wo sie in ca. 50 improvisierten Siedlungen in einfachen Hütten im Umland der Städte Bol und Baga Sola sowie in den Gegenden um Daboua, Liwa und Ngouboua leben. Laut einer UN-Erhebung vom März sind 29 Prozent der Bevölkerung in der Region am See von großer Ernährungsunsicherheit betroffen, der mit Abstand höchste Wert im ganzen Tschad. In vielen Dörfern ist Caritas Tschad die einzige aktive Hilfsorganisation.
Die Terrorgruppe „Boko Haram“ entstand in Nordnigeria um 2004 und verübt seit 2010 vielfache Anschläge vor allem in der Provinz Bornu im Nordosten des Landes sowie in den angrenzenden Regionen im westlichen Tschad, nördlichen Kamerun und südlichen Niger. Insgesamt führte die Krise zur Vertreibung von über zwei Millionen Menschen. Aufgrund der Vertreibung können die Menschen keine Nahrungsmittel mehr anbauen, die damit verknüpfte massive Unterernährung und drohende Hungersnot in Nordostnigeria und den angrenzenden Regionen ist laut Caritas International eine der schwersten humanitären Krisen Afrikas.

Die Hauptabteilung Weltkirche der Diözese wurde vor 50 Jahren eingerichtet, es besteht heute ein großes, weltweites Netzwerk zu Partnern und Organisationen vor Ort. Gemeinsam mit diesen prüfen neun Fachreferenten in Rottenburg Projektanfragen, begleiten die Durchführung und Abrechnung sowie eine abschließende Bewertung. Durch diese Begleitung und Expertise wird eine effektive Verwendung der Mittel sichergestellt. Ein großer Teil der Projekte wird über Caritas international in Freiburg, das Hilfswerk der deutschen Katholischen Kirche für Not- und Katastrophenhilfe weltweit, abgewickelt.

Im Flüchtlingshilfefonds der Diözese wurden über die regulären Haushaltsmittel hinaus seit November 2013 knapp 35 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Die Mittel werden je hälftig für die Flüchtlingsarbeit in der Diözese sowie für die Arbeit in den Herkunftsländern der Flüchtlinge verwendet; außerdem für Baumaßnahmen, um Flüchtlinge in kirchlichen Gebäuden unterzubringen.

Archiv