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Stuttgart/Rottenburg. 1.500 Seiten und ebenso viele Abbildungen, Pläne und Karten: die am Samstag Nachmittag im Haus der Katholischen Kirche in Stuttgart präsentierte Geschichte der Diözese Rottenburg-Stuttgart ist ein wahrhaft epochales Werk. Über zehn Jahre hinweg haben mehr als 80 Männer und Frauen an den beiden Bänden gearbeitet, für die der Geschichtsverein der Diözese Rottenburg-Stuttgart verantwortlich zeichnet. Die beiden Herausgeber, Prof. Dr. Andreas Holzem und Prof. Dr. Wolfgang Zimmermann, machten bei der Präsentation des im Thorbecke-Verlag erschienenen Werkes deutlich, dass dieses nicht nur eine Chronik der knapp 200 Jahre jungen Diözese darstellt, sondern die komplette Geschichte der Christianisierung des südwestdeutschen Raumes seit dem frühen 6. Jahrhundert nachzeichnet. Bischof Gebhard Fürst als Initiator zeigte sich "tief beeindruckt" und berührt - "den heutigen Tag habe ich seit langem herbeigesehnt".

Anhand konkreter Beispiele und Bilder aus den beiden Bänden spannten die Herausgeber im Haus der Katholischen Kirche einen Bogen von der frühen Christianisierung der Alemannen über das Mittelalter, die Reformation, Frühe Neuzeit und die Gründung der Diözese 1821 bis ins 20. Jahrhundert mit der Katastrophe zweier Weltkriege und dem Widerstand gegen die Nationalsozialisten; für diesen stehen in erster Linie „Bekennerbischof“ Ioannes Baptista Sproll und der in Rottenburg geborene Zentrumspolitiker und württembergische Staatspräsident Eugen Bolz. Prof. Dr. Claus Arnold, Vorsitzender des Geschichtsvereines der Diözese, bezeichnete das zweibändige Werk bei der Präsentation als „einmalig in dieser Art in ganz Deutschland, ein Buch mit exemplarischem Charakter für den Katholizismus und einer starken ökumenischen Perspektive“. Die beiden Bände, so Herausgeber Prof. Dr. Andreas Holzem, seien voller neuer Erkenntnisse und beleuchteten Religion als „breitenwirksames Kulturphänomen“ über einen Zeitraum von 1.500 Jahren. Ihr Ziel sei, so sein Kollege Prof. Dr. Wolfgang Zimmermann, „die Geschichte des gelebten Glaubens in die Gegenwart des 21. Jahrhunderts hinein zu übersetzen“.

Der erste Band beschreibt die Entstehung und Entwicklung des religiösen Raums im Südwesten und schlägt, ausgehend von der Christianisierung durch irische Mönche am Bodensee, den Bogen bis in die Kaiserzeit. Dabei verweist die Neuerscheinung auf Grabfunde bei der Rottenburger Sülchenkirche, die belegen, dass der Ort seit dem 6. Jahrhundert als christlicher Friedhof dient. Laut Bischof Fürst weisen diese Funde darauf hin, dass es dort in der Vorgeschichte Rottenburgs ein Missionszentrum und ein politischen Zentrum eines großen alemannischen und karolingischen Herrschaftsgebiets gab. Bedeutende Persönlichkeiten wie Abt Hatto von der Reichenau und der heilige Meinrad, der Gründer des Klosters Einsiedeln, seien dem dortigen Adelsgeschlecht entsprungen. Der zweite Band behandelt die Geschichte der Diözese mitsamt den Katastrophen des 20. Jahrhunderts und endet mit einem Kapitel, in dem Bischof Fürst auf die Entwicklung der Ortskirche im 21. Jahrhundert blickt.

Die Neuveröffentlichung richtet sich an kein Fachpublikum, sondern an alle historisch und theologisch Interessierten und ist allgemeinverständlich geschrieben. Die Herausgeber und Haupt-Autoren sind allesamt frühere oder heutige Mitglieder des Vorstands des Geschichtsvereines. Herausgeber Andreas Holzem arbeitet als Professor am Lehrstuhl für Mittlere und Neuere Kirchengeschichte an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen, sein Kollege Wolfgang Zimmermann ist ehemaliger Vorsitzender des Geschichtsvereins und wirkt als Abteilungsleiter am Generallandesarchiv in Karlsruhe. Das zweibändige Werk ist in dem für Geschichtswissenschaft und Landeskunde bekannten Verlag Jan Thorbecke (Ostfildern) erschienen und ab sofort zum Preis von 69 Euro im Buchhandel erhältlich.

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