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Rottenburg. „Wir dürfen niemals vergessen, was in der Nacht vom 9. auf den 10. November mitten in Deutschland geschehen ist. Antisemitismus, Intoleranz und Ausgrenzung gibt es leider noch immer bei uns – nicht nur in Sachsen, sondern auch im Südwesten. Dagegen müssen wir mit aller Kraft ankämpfen und dürfen nicht wegschauen!“  Zum 80. Jahrestag der Reichspogromnacht ruft der Rottenburg-Stuttgarter Bischof Gebhard Fürst zum Einsatz für die Demokratie, für Menschenrechte und den Schutz von Schwachen und Verfolgten auf: „Wer aus der Geschichte nichts lernt, läuft Gefahr, dieselben Verbrechen zu wiederholen.“ Es sei alarmierend, wenn ausländerfeindliche Positionen in Deutschland inzwischen wieder auf dem Vormarsch seien, sagte Fürst. Laut einer aktuellen Studie der Universität Leipzig sind heute 36 Prozent der Deutschen der Meinung, die Bundesrepublik sei gefährlich überfremdet.

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 brannten in ganz Deutschland, aber auch in Österreich und der Tschechoslowakei die Synagogen. Organisierte Schlägertrupps der SA setzten jüdische Geschäfte und Gotteshäuser in Brand und demolierten Wohnhäuser.  Innerhalb einer Woche wurden etwa 400 Menschen ermordet oder in den Suizid getrieben. 30.000 Juden wurden in Konzentrationslager verschleppt . Die Reichspogromnacht war das Signal zum größten Völkermord in Europa.

Bischof Fürst bittet deshalb gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK), die Gemeinden in seiner Diözese, in Gedenkstunden oder Buß- und Bittgottesdiensten an die November-Pogrome 1938 zu erinnern.  Ein zentraler ökumenischer Gottesdienst  zum Gedenken an die Novemberpogrome findet am Samstag, 10. November, um 18 Uhr in der Stadtkirche in Stuttgart-Bad Cannstatt. – Zum 80. Jahrestag der November-Pogrome hat die ACK eine neue Handreichung mit dem Titel „Erinnerung und Verantwortung“ aufgelegt. Sie kann unter ackbw(at)t-online.de bestellt werden.

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