Presse

Bischöfliche Pressestelle
  • Hausanschrift
  • Bischöfliches Ordinariat
  • Bischöfliche Pressestelle
  • Bischof-von-Keppler-Straße 7
  • 72108 Rottenburg am Neckar
  • Postanschrift
  • Bischöfliches Ordinariat
  • Bischöfliche Pressestelle
  • Postfach 9
  • 72101 Rottenburg am Neckar

Rottenburg. 31. Juli 2014. Das Bistum Rottenburg-Stuttgart hat einen umfangreichen Bericht über seine Finanzen und deren Verwendung vorgelegt. Im Vorwort der detaillierten Übersicht weist Bischof Gebhard Fürst darauf hin, dass unter dem Dach des Bistums auch die Verwaltung kirchlicher Förderstiftungen zusammengefasst sei. Das Vermögen des Bistums setze sich hauptsächlich zusammen aus Vermögen für kirchliche Zwecke, Stiftungen und Gebäuden. Das Haushaltsvolumen des Bistums umfasse im Schnitt der vergangenen Jahre im Vergleich zum Diözesanhaushalt nur drei bis fünf Prozent. 

Projekte und Einrichtungen, die mit Mitteln des Bistums finanziert werden, verfolgen dem Bericht zufolge dezidiert kirchliche Zwecke. Als Beispiele werden genannt Hilfen für Mütter in Not, Obdachlose oder sozial Bedürftige. Finanziert werden aus Bistumsmitteln auch kirchliche Internate, die Liturgie im Dom in Rottenburg und in der Konkathedrale in Stuttgart oder etwa die Sanierung der Konviktskirche Ehingen. Der Bericht legt dar, dass ein Großteil der Mittel in Stiftungen und Zweckvermögen für pastorale und karitative Aufgaben gebunden sei.

Ausführlich stellt der Bericht die unter dem Dach des Bistums verwalteten Stiftungen als Dienst für die Gesellschaft vor. So engagiere sich die Stiftung "Mütter in Not" mit einem Volumen von 4 Millionen Euro für bessere Lebensbedingungen von Kindern und Familien. Die Stiftung "Marchtaler Internate", die mit den ihr zugeordneten Fonds ein Volumen von rund 1 Million Euro aufweist, diene der Förderung der vier Marchtaler Konvikte und Internate der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Die Stiftung „Franziskusfonds" mit einem Volumen von 9 Millionen Euro unterstützt kurzfristig überbrückend in Not geratene Personen, wo andere Hilfen versagen. Die "Veronika-Stiftung" mit einem Volumen von 32 Millionen Euro hat sich die Förderung konkreter Projekte und Maßnahmen zur Linderung von Schmerz und Leid kranker, pflegebedürftiger und sterbender Menschen zur Aufgabe gemacht. Alten- und Pflegeheime, Hospize und Palliativstationen kommen in den Genuss der Unterstützung durch die Veronika-Stiftung. Um über Stiftungen wirksam helfen zu können, seien möglichst hohe Volumina als Basis von Zinserträgen nötig, heißt es in dem Bericht.

Den Planansatz für den Haushalt des Bistums im laufenden Jahr mit Erträgen aus Finanzanlagen, Beteiligungen und Liegenschaften setzen die Fachleute des Ordinariats insgesamt mit 8,7 Millionen Euro an. Davon würden 4,3 Millionen Euro an Zinserträgen direkt an kirchliche Stiftungen und Zweckvermögen für pastorale, karitative und weitere kirchliche Aufgaben fließen. An Aufwendungen für Liegenschaften seien 1,4 Millionen Euro vorgesehen, wovon der größte Posten in die Sanierung der Konviktskirche in Ehingen fließe. Zuschüsse für die Deckung der Altersversorgung machen dem Bericht zufolge 1,8 Millionen Euro aus, für Personal- und Verwaltungsaufwendungen 0,5 Millionen Euro. Erwartet wird ein Jahresüberschuss von 0,4 Millionen Euro. 

Zur langfristigen Sicherung kirchlicher Aufgaben verfügt das Bistum laut Darstellung über einen Geldgrundstock und nicht zweckgebundene Rücklagen von 29,3 Millionen Euro. Als Rücklage für die Altersversorgung seien 49 Millionen Euro über viele Jahre überwiegend durch Gehaltsverzicht der Priester aufgebaut worden. Die Zinsen daraus würden in den Diözesanhaushalt für die Altersversorgung fließen. Die Treuhandverwaltung selbständiger kirchlicher Stiftungen beläuft sich laut Bericht auf 89 Millionen Euro, die Kapitalsumme unselbständiger kirchlicher Stiftungen und Zweckvermögen auf 49 Millionen Euro. Die daraus zur Verfügung stehenden Zinserträgnisse in Höhe von 4,3 Millionen Euro, so die Fachleute, würden aufgrund des allgemein niedrigen Zinsniveaus in den nächsten Jahren sinken. 

Bischof Fürst hebt in dem Bericht hervor, es sei grundsätzlich positiv, wenn die Kirche über finanzielle Mittel verfügen könne. Durch nachhaltiges Haushalten und verantwortungsvollen Umgang mit anvertrautem Geld über Jahre und Jahrzehnte habe das Bistum Rottenburg-Stuttgart finanzielle Handlungsfähigkeit gesichert. Der Bischof zeigt sich dankbar dafür; diese Handlungsfähigkeit eröffne Perspektiven besonders für die diakonischen Aufgaben der Martinsdiözese Rottenburg-Stuttgart. 

Uwe Renz

Archiv