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Rottenburg. 18. Juni 2015. Bischof Gebhard Fürst hat Papst Franziskus für dessen Umweltenzyklika „Laudato si’“ gedankt. Sie bedeute kräftigen Rückenwind für das Bemühen der Diözese Rottenburg-Stuttgart um eine schöpfungsfreundliche Kirche, sagte der Bischof vor Journalisten am Donnerstag in Rottenburg. „Klimaschutz kann für Christen kein x-beliebiges Thema sein, es hat vielmehr höchste Priorität“, betonte Bischof Fürst. Seit 15 Jahren stehe das Thema Nachhaltigkeit und Umwelt in der württembergischen Diözese im Rang einer verbindlichen pastoralen Priorität.

Schöpfungsfreundliche Kirche zu sein, ist Bischof Fürst zufolge alles andere als nur ein Label, mit dem man sich in der Öffentlichkeit gut zeigen könne. Bewahrung der Lebensgrundlagen gründe zutiefst im Glauben an den in der Bibel bezeugten Schöpfergott. „Wir Menschen stehen nicht über der Schöpfung, wir sind ein Teil von ihr“, unterstrich Bischof Fürst. „Eine Haltung der Demut, der Buße und der Umkehr tut uns und der gesamten Schöpfung gut.“

Der Bischof erinnerte daran, dass er bereits 2002 das Dach seines Bischofshauses mit Fotovoltaik zur klimaneutralen Energiegewinnung habe ausstatten lassen. Ein Jahr später richtete der Diözesanrat erstmalig den Ausschuss „Nachhaltige Entwicklung“ ein, gefolgt 2007 von einer umfassenden Klima-Initiative. Im selben Jahr errichtete der Diözesanrat einen mit über zwölf Millionen Euro ausgestatteten Nachhaltigkeitsfonds zur Förderung energieeffizienter Baumaßnahmen, je zur Hälfte für Projekte von Kirchengemeinden und der Diözese. Insgesamt wuchs dieser Fonds seither durch jährliche Aufstockungen für die Kirchengemeinden auf insgesamt 17,5 Millionen Euro. Kirchengemeinden investierten bis Ende 2014 mehr als 73 Millionen Euro für 476 Klima- und Umweltschutzmaßnahmen, von der Minderung des Energieverbrauchs, der Nutzung regenerativer Energien oder der Optimierung von Kirchenheizungen. Dafür wurden 13 Millionen Euro aus dem Nachhaltigkeitsfonds bewilligt. Aktuell, so der Bischof, gibt es 188 Standorte in der Diözese mit Fotovoltaikanlagen, darunter 58 Kirchen. Neun Gemeinden richteten Pellet-Heizungen ein.

Bischof Fürst kündigte an, dass im Herbst alle 14 Jugend- und Tagungshäuser sowie die beiden Hotels der Diözese nach dem europäischen Umweltmanagement-System EMAS (Eco-Management and Audit Scheme) zertifiziert sein werden. Die Vorbereitung darauf zeige bereits jetzt beachtliche Erfolge. So sei der Kohlendioxid-Ausstoß nach dem Einbau von Pellet-Heizungen in drei dieser Häuser auf ein Zehntel des vormaligen Emissionswertes gesunken.

Der Bischof wies darauf hin, dass auch die weltkirchliche Arbeit der Diözese sich am Ziel einer schöpfungsfreundlichen Kirche orientiere. In einer Vielzahl von Hilfsprojekten habe ökologische und soziale Nachhaltigkeit hohe Priorität. So fördere die Diözese Rottenburg-Stuttgart unter anderem in Indien das Nachhaltigkeitszentrum Mithradam, das vollkommen klimaneutral wirtschaftet und auf dem Subkontinent als Vorzeigeprojekt gilt.

Bischof Fürst mahnte, die Länder in den westlichen Industrieländern trügen besondere Verantwortung für die Schöpfung. Die Menschen in diesen Ländern müssten ihren Lebensstil überdenken und ändern. Die Kirche könne dafür aus ihrem Glauben an den liebenden Schöpfergott und Vater aller Menschen heraus Orientierung bieten. „Die Sorge für das gemeinsame Haus, unser einziges Haus, treibt uns an“, versicherte der Bischof. „Ich kann zusichern, dass wir darin nicht nachlassen werden.“

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