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Bei der Vorstellung der Fünfjahresbilanz der interdisziplinären Klima-Initiative der Diözese in Stuttgart-Bad Cannstatt, die der Bischof im Juli 2007 ins Leben gerufen hatte, betonte er, diese Bilanz bedeute keine Halbzeit des zunächst auf zehn Jahre angelegten Projekts. Noch weniger könne es für die Diözese darum gehen, auf halbem Weg stehen zu bleiben. Vielmehr müsse konsequent und dauerhaft weiter entwickelt werden, was durch eine Vielzahl von Akteuren in den Kirchengemeinden, in der Diözesanverwaltung und in katholischen Organisationen und Verbänden auf einen guten Weg gebracht worden sei und eine Eigendynamik entwickelt habe, die nicht rückgängig zu machen sei.

Klimaschutz, so Bischof Fürst, sein kein Aufspringen auf einen modischen Themenzug. Als zentrales Aktionsfeld eines nachhaltigen Handelns bedeute der Klimaschutz vielmehr eine Schicksalsfrage für die kommenden Generationen. Für Christen sei er eine konkrete Konsequenz aus dem Glauben an den Schöpfergott, der den Menschen eine wunderbare Erde treuhänderisch zur Pflege und nicht zur Zerstörung anvertraut habe. 15 Jahre nach dem Kyotoprotokoll sei zwar schon manches erreicht worden, betonte der Bischof, aber es gebe noch lange keinen Grund zur Beruhigung. Es sei sehr traurig, dass es der Katastrophe von Fukushima bedurft habe, um in Deutschland endlich eine Politik der Energiewende herbeizuführen. 

Erfolgreiche Effekte der bisherigen Maßnahmen der Klima-Initiative konnte Joachim Drumm darstellen. Er ist Leiter der Hauptabteilung Kirche und Gesellschaft im Bischöflichen Ordinariat und federführend verantwortlich für die Klima-Initiative. Als ein Instrument von enormer struktureller Auswirkung habe sich der Nachhaltigkeitsfonds erwiesen, den die Diözese 2007 aufgelegt habe. Er sei mit 11,5 Millionen Euro zur Förderung energieeffizienter Baumaßnahmen in den Kirchengemeinden und mit weiteren sechs Millionen für Maßnahmen in zentraler Verantwortung der Diözese ausgestattet worden. Eine halbe Million sei für Aktivitäten der Bewusstseinsbildung und Verhaltensmotivation vorgesehen. Bislang hätten die Kirchengemeinden rund 8,5 Millionen für 335 Maßnahmen mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 124 Millionen abgerufen. Allein dadurch hätten in den entsprechenden Gemeinden der Energieverbrauch um 40 bis 45 Prozent und der Ausstoß von Kohlendioxid um 16.000 Tonnen im Jahr verringert werden können. Zusammen mit den Effekten der insgesamt 183 Photovoltaikanlagen in der Diözese komme man im Rahmen der Klima-Initiative bis jetzt auf eine CO2-Reduzierung von jährlich 18.500 Tonnen. Drumm machte deutlich, dass sich die Klima-Initiative nicht auf einen bestimmten Maßnahmenbereich oder eine Technologie wie etwa die Erzeugung von Solarstrom beschränke. Vielmehr handle es sich um ein integriertes Gesamtkonzept, das die ökologische Ertüchtigung des Gebäudebestands oder die Nutzung erneuerbarer Energien ebenso umfasse wie systematische Aktivitäten zur Verhaltensänderung im Umgang mit Energie oder Energiepartnerschaften in der Eine-Welt-Arbeit. Es gehe um eine ganzheitliche Förderung von nachhaltigem Denken und Handeln, das ökologische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Dimensionen gleichermaßen beinhalte.

Dr. Thomas Broch

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