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Stuttgart. 9. Oktober 2014. Eine wesentliche Verbesserung der medizinischen und psychologischen Betreuung und Begleitung von Flüchtlingen hat die Leiterin der Hauptabteilung Caritas der Diözese, Irme Stetter-Karp, angemahnt. Diese sei wichtiger Bestandteil einer strukturierten und gelingenden Flüchtlingshilfe, sagte Stetter-Karp mit Blick auf den Flüchtlingsgipfel des Landes am kommenden Montag. Die Entwicklung der Flüchtlingszahlen mache zusätzliche Landesmittel notwendig, so die zuständige Ordinariatsrätin in der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

„So sehr der Frage nach Unterkünften in der öffentlichen Debatte Aufmerksamkeit geschenkt wurde, so sehr bin ich davon überzeugt, dass dies nicht ausreicht“, sagte Stetter-Karp. Flüchtlinge benötigten auch existentiell Anderes: Begegnung auf Augenhöhe, Anerkennung ihrer verletzten Menschenwürde, Heilung und Stärkung ihrer Eigenkräfte. „Nur wenn wir auch dies im Blick haben, kann wirkliche Integration gelingen“. Dazu notwendig seien verlässliche Strukturen in der Flüchtlingsarbeit. „Hier stimmen wir mit der evangelischen Landeskirche Württemberg überein, dass es nach dem Flüchtlingsgipfel zwischen allen gesellschaftspolitischen Akteuren einer verbindlichen Kommunikation bedarf“, so Stetter-Karp.

Mit einem erstmalig in der Diözese aufgelegten Flüchtlingshilfefonds in Höhe von 3,5 Millionen Euro werden aktuell vielfältige Projekt gefördert, die den Aufbau langfristiger Flüchtlingshilfe zum Ziel haben. Dazu gehört beispielsweise das Projekt des Caritasverbandes der Diözese, das in acht Caritasregionen die Unterstützung von ehrenamtlich Engagierten durch hauptamtliche Kräfte ermöglicht, unter anderem in Nürtingen. Der für das Dekanat Esslingen-Nürtingen zuständige Dekan Paul Magino hält diese hauptamtliche Begleitung für unbedingt notwendig: „Wir müssen dafür sorgen, dass diese derzeit so große Motivation in Gemeinden und Kirchengemeinden nicht durch eine Überforderungssituation kippt.“ Ehrenamtliche Arbeit mit Flüchtlingen müsse angeleitet und koordiniert werden, außerdem seien Informationen zu Themen wie Asylrecht oder Traumatisierung sehr wichtig für den Umgang miteinander.

Unterstützung erhält auch ein Projekt des Caritasverbandes für Stuttgart. Hier wird derzeit eine psychologische und seelsorgerische Erstversorgung traumatisierter Flüchtlinge unmittelbar nach deren Ankunft in den von der Caritas betreuten Unterkünften eingerichtet. Für den beim Caritasverband für Stuttgart verantwortlichen Bereichsleiter Migration und Integration, Fritz Weller, ist die Arbeit mit Flüchtlingen ein äußerst sensibles Thema: "Flüchtlingsunterbringung als hoheitliche Aufgabe darf nicht an privatwirtschaftlich organisierte Security-Firmen vergeben werden“. Die Übertragung dieser Aufgabe an Firmen wie European Homecare sei ein Kardinalfehler einer kurzsichtigen, auf Sparen fixierten Politik. Eine unabhängige, solidarische und an den Interessen der Menschen orientierte Flüchtlingsarbeit könne am besten von den fachlich kompetenten Mitarbeitern der Freien Wohlfahrtspflege geleistet werden.

Die Diözese Rottenburg-Stuttgart hat auch angesichts der aktuellen und auch künftigen Herausforderungen in der Flüchtlingsarbeit ihren pastoralen Schwerpunkt für die Jahre 2015 und 2016 unter das Leitwort „Teilhabe stärken und Ausgrenzung vermeiden“ gestellt. Zur Vernetzung und Beratung innerhalb der Diözese wurde im April dieses Jahres die „Konferenz Migration und Flucht“ ins Leben gerufen.

Manuela Pfann

Antragsübersicht des Flüchtlingshilfefonds der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Statement von Ordinariatsrätin Dr. Irme Stetter-Karp

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