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die Sanierung der Kirche und der dortigen Gruft der Rottenburger Bischöfe geführt. Die obligatorischen Untersuchungen der Landesdenkmalpflege hätten überraschende Befunde zur Sülchenkirche als geistlichem Zentrum eines großen alemannischen und karolingischen Herrschaftsgebiets zutage gefördert, sagte Bischof Gebhard Fürst am Freitag vor Journalisten in Sülchen. Die Kirche ist seit über einem Jahr geschlossen, weil unter anderem wegen massiver Wasserschäden eine Sanierung unumgänglich geworden war.

Die archäologischen Erkenntnisse, nach denen unter der jetzigen Kirche St. Johannes Baptist eine Vorgängerkirche mit drei Apsiden aus dem 9. Jahrhundert stand und darunter möglicherweise eine weitere aus dem 6. Jahrhundert, erfordern Bischof Fürst zufolge geänderte Sanierungspläne. Da die gefundenen Apsiden erhalten und zugänglich gemacht werden sollen, sind die bisherigen Erweiterungspläne für die Bischofsgruft hinfällig geworden. Die Grablege soll deswegen in der Unterkirche weiter in das Kirchenschiff hinein ausgedehnt werden. Mit der umfassenden Sanierung auch der in weiten Teilen ebenfalls durch Wasser geschädigten Kirche und der Sicherung der Grabungsfunde kann die Sülchenkirche langfristig als Ort erhalten werden, der seiner historischen und geistlichen Bedeutung gerecht wird, betonte der Bischof.

Die von Dompfarrer Harald Kiebler vorgestellten neuen Pläne sehen vor, die Gruft als Raum zu gestalten, der sich für Gottesdienste eignet. Dies war bisher aufgrund der geringen Höhe des Raumes nicht möglich. Beate Schmid, Archäologin von der Landesdenkmalpflege und Diözesankonservator Wolfgang Urban wiesen auf die herausragende Bedeutung des Ortes Sülchen hin, der wohl seit dem 6. Jahrhundert bereits Zentrum des großen Herrschaftsgebiets Sülchgau war. Aus der Familie der Sülchgau-Grafen stamme der heilige Meinrad, der als Mönch seinem Onkel Hatto, Abt auf der Reichenau, gefolgt war.

Karolingische Kirchen mit Dreiapsidenchor seien bisher aus Süddeutschland nicht bekannt, betonte die Archäologin Schmid, wohl aber aus der Schweiz in Orten wie Müstair oder Mistail. Deswegen können relativ zuverlässig gezeigt werden, wie die Sülchgauer Kirche damals aussah. Übertrage man etwa den Grundriss der Klosterkirche St. Johann von Müstair, die zum Unesco-Weltkulturerbe zählt, auf den Dreiapsidenchor unter der Sülchenkirche, ergebe sich eine verblüffende Übereinstimmung. Welche Kosten mit Sanierung, Neugestaltung und Erweiterung von Kirche und Gruft entstehen, lässt sich noch nicht exakt bestimmen. Auch der Termin, an dem die Baumaßnahmen beendet sein werden, kann nach Aussage der Verantwortlichen  nicht genannt werden. Schließlich müssen die Archäologen noch weiter forschen.

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