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Rottenburg. 20. November 2015. Als „dramatisches Integrationshindernis“ hat die Leiterin der Hauptabteilung Caritas in der Diözese, Irme Stetter-Karp, die von der Bundesregierung geplanten Änderungen beim Familiennachzug bezeichnet. Diese träfen einen Kern des Integrationsgeschehens und stünden dem besonderen Schutz von Ehe und Familie nachweislich entgegen, sagte Stetter-Karp mit Blick auf die am kommenden Montag geplanten Beratungen zum sogenannten „Asylpaket II“ im Bundeskabinett.

„Menschen vereinsamen lassen, anstatt ihnen den elementaren Schutz durch die eigene Kernfamilie zu ermöglichen, lehnen wir entschieden ab“, betonte die Rottenburger Ordinariatsrätin. „Ich sehe keinen integrationspolitischen Vorteil, junge verheiratete Männer in Deutschland in die kulturelle Einsamkeit zu treiben.“ Gerade in der aktuellen Situation seien nachhaltige Lösungen zwingend notwendig und keine Schnellschüsse, die in deutlichem Widerspruch zu unseren eigenen kulturellen Werten stünden.

Mit Mitteln aus dem Flüchtlingshilfefonds der Diözese wurden in den vergangenen Jahren immer wieder Familien bei der Zusammenführung unterstützt und somit eine wesentliche Voraussetzung einer erfolgreichen Integration geschaffen. Beispiele:

Eine junge Mutter aus Gambia lebt seit 2011 in der Diözese. Mit Unterstützung aus der Diözese konnten ihre beiden minderjährigen Kinder, denen in ihrem Heimatdorf die Zwangsbeschneidung drohte, nach Deutschland geholt werden. Alle drei sprechen mittlerweile gut Deutsch und sind dabei, in Baden-Württemberg Fuß zu fassen.

Ein Journalist aus Afghanistan musste 2011 seine Heimat verlassen, seine Frau und die fünf Kinder blieben zurück, sein Vater wurde nach seiner Flucht erschossen. Nach seiner Anerkennung im Jahr 2013 konnte durch finanzielle Unterstützung aus Mitteln des Flüchtlingsfonds die Familie nachgeholt werden. Mittlerweile verdient der Vater den Unterhalt für die Familie.

Ein junger Syrer ließ im Sommer 2014 seine Frau und seinen sechs Monate alten Sohn im Kriegsgebiet zurück. Im Mai 2015 gelang den beiden mit finanzieller Unterstützung, unter anderen durch die Diözese, die Einreise nach Deutschland. Als Chemikerin mit Masterabschluss hat die Frau gute Chancen, schon bald zum Unterhalt der Familie beizutragen.

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