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Rottenburg/Amman. 6. September 2015. Nach einem Kurzbesuch kirchlicher Flüchtlings-Projekte in Jordanien hat Bischof Gebhard Fürst dazu aufgerufen, noch stärker die Fluchtursachen zu bekämpfen. Die Bundesrepublik Deutschland solle ihren Etat für Entwicklungshilfe verzehnfachen, forderte der Bischof am Sonntag zum Ende seiner Reise. Er wies darauf hin, dass die Diözese Rottenburg-Stuttgart allein im vergangenen Jahr 24 Millionen Euro für kirchliche Eine-Welt-Projekte in Übersee für Pastoral, Sozial- und Bildungsprojekte zur Verfügung gestellt habe.

In Jordanien besuchte Bischof Fürst ein von seiner Diözese mit insgesamt 285.000 Euro gefördertes und von der Caritas betriebenes Mutter-Kind-Projekt sowie ein Schulprojekt. Zudem flossen aus dem Flüchtlingshilfefonds der Diözese bisher 570.000 Euro in Projekte für syrische und irakische Flüchtlinge in Syrien und im Libanon. Der Bischof rief die Staaten in Europa zu Geschlossenheit in der Flüchtlingspolitik auf und forderte auch von den islamischen Ländern, ihren Glaubensgeschwistern zu helfen. Der Staat Jordanien, in dem derzeit jeder fünfte Einwohner syrischer Flüchtling ist, tue dies in vorbildlicher Weise.

In Jordanien baten die Flüchtlinge in den Caritas-Containerdörfern den Bischof aus Württemberg eindringlich, ihnen zu einem Leben in Freiheit und Sicherheit zu verhelfen. Bischof Fürst sprach Caritas Jordanien (CJ) seine Anerkennung aus. Sie leiste enorme wertvolle Arbeit für die Flüchtlinge. CJ betreute nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr 465.000 Flüchtlinge, davon 90 Prozent Muslime. Drei von vier ihrer Klienten sind nach Angaben ihres Generaldirektors Wael Suleiman Flüchtlinge vor allem aus Syrien und Irak. 50 Millionen Euro setzte die jordanische Caritas 2014 ein. Möglich machen dies Suleiman zufolge kirchliche und staatliche Zuwendungen vor allem aus Deutschland und den USA. „Für die jordanische Königsfamilie ist die Caritas mit 400 fest angestellten Kräften und 2.000 ehrenamtlichen die Nummer 1 unter den Hilfsorganisationen im Land“, sagte der CJ-Generaldirektor. Das Motto von Caritas Jordanien lautet: "It's not a job, it's a mission".

Die württembergische Diözese legt neben der Flüchtlingsarbeit in ihrem eigenen Gebiet besonderen Wert auf die Bekämpfung von Fluchtursachen. Dabei arbeitet sie eng zusammen mit dem katholischen Hilfswerk Caritas International, betreibt aber auch eigene Projekte unter anderem in Burundi, Indien und im Senegal. Für beide Felder der Flüchtlingshilfe stehen derzeit jeweils rund sechs Millionen Euro zusätzlich zu regulären Haushaltsmitteln und Spenden zur Verfügung.

In einem Gespräch mit Prinz Hassan, Onkel des amtierenden Königs Abdullah II. und Ehrendoktor der katholisch-theologischen Fakultät Tübingen, waren sich Bischof und Prinz einig, dass die weltweiten Anstrengungen zur Bekämpfung von Fluchtursachen gesteigert werden müssten. Flüchtlinge sollten dem Prinzen zufolge nicht in Lager abgeschoben, sondern als Menschen mit uneingeschränkter Würde behandelt werden. Hassan sprach sich für einen verstärkten Einsatz der sozialen Medien aus, um der globalen Fluchtbewegung mit globalen Mitteln Herr zu werden. Globale Finanzinstitute wie die Weltbank kritisierte er dagegen. Sie investierten nicht in Menschen, sondern betrieben "politische Ökonomie".

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