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Dies hat Bischof Gebhard Fürst am Mittwoch bei der Erläuterung einer Zwischenbilanz der interdisziplinären „Klima-Initiative“ der Diözese Rottenburg-Stuttgart vor Medienvertretern betont, und er hat an diesem Beispiel zugleich deutlich gemacht, wie dies aussehen kann. Vor zwei Jahren hat Bischof Fürst die Klima-Initiative der Öffentlichkeit vorgestellt – nach eigenen Wort ein persönliches Anliegen und Ausdruck seiner Verantwortung als Bischof. Heute befinden sich auf den Dächern von 111 kirchlichen Gebäuden in der Diözese, davon auf 36 Kirchendächern, Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtleistung von rund 1,5 Millionen kWh. Über 1.060 Tonnen Treibhausgas können damit im Jahr vermieden werden. Weitere Anlagen sind – mit wachsender Dynamik - in Planung, und die Potenziale des Baubestands der Diözese für die Nutzung für Solarenergie werden weiter erhoben. Ein „Anwendernetzwerk“ mit 14 ehrenamtlich tätigen Experten steht den Kirchengemeinden für Beratung und Motivierung zur Verfügung.

Die Nutzung der Solartechnik ist eine von mehreren Säulen in der breit angelegten Strategie, die klimaeffizientes Bauen, Wirtschaften und Alltagshandeln ebenso umfasst wie etwa Projekte im Rahmen der weltkirchlichen Solidarität.

So ist die Errichtung solartechnischer Anlagen auch integriert in die so genannte Ökologische Bestandsentwickelung. Rund 90 Prozent der Baumaßnahmen erfolgen am vorhandenen Gebäudebestand von rund 5.000 Immobilien. Hier geht es darum, Zug um Zug zu sanieren und durch energetische „Ertüchtigung“ der Gebäude den Primärenergiebedarf um 50 Prozent zu senken, den CO2-Ausstoß möglichst vollständig. Rund 650 Gebäudepässe wurden bislang in 123 Kirchengemeinden und bei diözesanen Immobilien ausgestellt etwa 2.300 sind derzeit in Arbeit. Die dabei ermittelten Daten finden Eingang in ein „Standortentwicklungsentwicklungssystem“, eine Datenbank als Grundlage für alle weiteren strategischen Planungen.

Aber auch die Bewusstseinsbildung und die Verhaltensmotivation sind von Bedeutung. Ein wesentliches Anliegen der Initiative besteht darin, in den Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen eine Dynamik in Richtung Klimaschutz zu fördern und bereits Vorhandenes zu unterstützen. Wie energiesparendes Verhalten im Alltag einzelner einen nennenswerten Beitrag leisten kann, lernen Vertreter von bislang 30 Kirchengemeinden in Kursen der Aktion „Sparflamme“. Die Tagungshäuser des Kirchlichen Eigenbetriebs Tagungshäuser sind bereits ebenso wie andere kirchliche und karitative Einrichtungen und Kirchengemeinden nach den europäischen EMAS-Normen zertifiziert. Alle diese Prozesse gehen weiter. Der mit 10.000 Euro ausgestattete und alle zwei Jahre verliehene „Franziskus-Preis“ für besonders innovative und zukunftsweisende Nachhaltigkeitsinitiativen dient als Anreiz und Motivation. Bereits in der Schule soll Nachhaltigkeitserziehung beginnen. In dem Teilprojekt „Sonne für Bildung“ wird ein Nachhaltigkeitspreis an den rund 90 katholischen Schulen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart ausgelobt, ausgestattet mit jeweils 2.500 Euro und finanziert aus den Erträgen einer PV-Anlage auf dem Dach des Verwaltungsgebäudes der Stiftung Freie Katholische Schule in Rottenburg – diese wurde ihrerseits mit Erträgen der Anlage auf dem Dach des Bischofshauses bezahlt. Das Beispiel macht in mehrfacher Hinsicht Schule: Mehrere katholische Schulen planen oder installieren bereits ihrerseits Anlagen zur Erzeugung von Sonnenstrom.

Beispiele aus einem umfassenden, zunächst auf zehn Jahre angelegten Gesamtprojekt, das sich die Diözese einiges kosten lässt: Alleine für die anteilige Förderung klimaeffizienter Bau- und Sanierungsmaßnahmen in den Kirchengemeinden und an Liegenschaften der Diözese wurde 2008 ein „Nachhaltigkeitsfonds“ in Höhe von 12 Millionen aufgelegt, von dem die Kirchengemeinden bereits zwei Millionen abgerufen haben. Knapp eine halbe Million dient den Schulungsprogrammen und anderen Maßnahmen der Bewusstseinsbildung und der Verhaltensmotivation. Beteiligt sind an dieser Klima-Initiative unter Federführung des Leiters der Hauptabteilung „Kirche und Gesellschaft“ der dort angesiedelte Umweltbeauftragte, das Bischöfliche Bauamt, die Abteilungen Grund- und Bauverwaltung und Kirchengemeinden sowie die Pressestelle. Im Steuerungsteam arbeiten auch der Vorsitzende des Diözesanausschusses „Nachhaltige Entwicklung“ und ein Experte aus dem Referententeam der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart mit. Die Sachkompetenz von Architekten und Ingenieuren ist darin ebenso vertreten wie diejenige von Volks- und Betriebswirten, von Verwaltungsfachleuten, von Erwachsenenbildnern, Journalisten und Theologen.

Eine Broschüre mit der Zweijahresbilanz zur Interdisziplinären „Klima-Initiative“ kann unentgeltlich angefordert werden:
Einzelexemplare bei der Bischöflichen Pressestelle,  pressestelle(at)bo.drs.de;
ab 5 Exemplaren: Expedition des Bischöflichen Ordinariats,  expedition(at)bo.drs.de

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