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Rottenburg/Stuttgart. 30. Oktober 2017. Mit 15 Millionen Euro hat die Bischöfliche „Aktion Martinusmantel“ in drei Jahrzehnten mehr als 10.000 arbeitssuchende Jugendliche, Frauen und Männer qualifiziert und sie bei der Integration in den Arbeitsmarkt unterstützt. Am Gedenktag des heiligen Martin (11.November), Patron der Diözese Rottenburg-Stuttgart, wurde die damalige „Aktion Martinusmantel für Arbeitslose“ von Bischof Georg Moser 1987 ins Leben gerufen. Bei einer Jubiläumsveranstaltung am 6. November im Stuttgarter Haus der Katholischen Kirche nehmen Experten Arbeitsmarktentwicklung und Förderpolitik in den Blick.

Die Aktion Martinusmantel fördert mit jährlich rund 450.000 Euro Projekte und Maßnahmen in Trägerschaft katholischer Organisationen; ein Vergabeausschuss entscheidet. Es gilt das Prinzip der Subsidiarität: Die Aktion sorgt für die Ko-Finanzierung von Projekten, die durch öffentliche Mittel oder aus dem Europäischen Sozialfonds unterstützt werden.

Lag in den 80er und 90er Jahren der Schwerpunkt in der Vermittlung beruflicher Qualifikation, so verschob sich dieser in den letzten Jahren deutlich, wie der Leiter der Hauptabteilung Kirche und Gesellschaft der Diözese, Joachim Drumm, beobachtet: „Heute geht es zum einen um die Vermittlung von Schlüsselkompetenzen wie Konzentration, Durchhaltevermögen oder Pünktlichkeit, um überhaupt erst für den Arbeitsmarkt fit zu werden“. Ein zweiter Schwerpunkt sei die Förderung von Projekten für Langzeitarbeitslose. Auf diesem Feld sieht der Rottenburger Ordinariatsrat dringenden staatlichen Handlungsbedarf; die Langzeitarbeitslosigkeit verfestige sich, es seien weit mehr Menschen arbeitslos, als die Statistik widerspiegle. Bundespoltisch seien Rahmenbedingungen notwendig, die dauerhaft Lösungen für benachteiligte Personengruppen ermöglichten. „Vorübergehende Arbeitsgelegenheiten oder kurzzeitige Fördermaßnahmen haben sich nicht als nachhaltig erwiesen“. Die Diözese Rottenburg-Stuttgart schließe sich deshalb der Forderung kirchlicher Fachverbände und Arbeitsgemeinschaften nach einem sogenannten „integrierten Arbeitsmarkt“ an, sagt Drumm. Ziel sei, anstelle von Passivleistungen (ALG II bzw. Hartz IV) sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu fördern, durch die Betroffene ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten könnten. Alle müssten eine Chance auf dauerhafte Teilhabe am Arbeitsleben haben, ergänzt der Theologe. „Arbeit ist die Grundlage für eine menschenwürdige Existenz.“

Einschnitte in der Arbeitsmarkt- und Förderpolitik führten in den vergangenen Jahren zu einer deutlichen Reduzierung von Projekten, Initiativen und Beratungsangeboten katholischer Träger für Arbeitslose. Von rund 50 Angeboten im Jahr 2000 existierte 2010 noch etwa die Hälfte. Im laufenden Jahr erhalten diözesanweit 400 Jugendliche, Frauen und Männer in 20 Projekten Unterstützung von der Aktion Martinusmantel. Noch einmal so viele werden durch offene Informations- und Beratungsangebote der Projektträger erreicht.

Die Summe der jährlichen Fördermittel der Aktion Martinusmantel setzt sich aus drei Teilen zusammen: aus der Kollekte aller Gottesdienste in der Diözese am Sonntag um den Martinstag (dieses Jahr am 12.11.), aus Spenden der Gläubigen, insbesondere Beschäftigter kirchlicher Einrichtungen sowie aus Haushaltsmitteln der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

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