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Rottenburg / Weingarten 19. September 2015. Ein Einwirken der katholischen Kirche auf ihre jeweiligen Regierungen in Europa hält Bischof Gebhard Fürst für dringend notwendig. Im Rahmen eines Begegnungsabends mit haupt- und ehrenamtlich in der Flüchtlingsarbeit Engagierten im Kloster Weingarten am Freitagabend (18.09.) hat Bischof Fürst zugesagt, dieses Anliegen in die am kommenden Montag (21.09.) in Fulda beginnende Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz einzubringen. Er selbst kündigte für die nächsten Tage ein persönliches Telefonat mit dem derzeitigen Vorsitzenden der ungarischen Bischofskonferenz und Bischof von Szombathely, Andras Veres, an.

„Die Solidarität mit Flüchtlingen muss in Europa größer werden“, sagte Gebhard Fürst bei dem Austausch mit Helfern und Verantwortlichen der Flüchtlingsarbeit in Weingarten. Der Rottenburg-Stuttgarter Bischof dankte allen für ihre „großartige Arbeit“ und betonte, dass die  Herausforderungen nur durch engagierte Bündnisse vor Ort zu bewältigen seien. Dies gelänge in Weingarten vorbildhaft. Gleichzeitig mahnte er an, achtsam zu bleiben für Menschen, „die in unserem Land schwach sind“. Sie dürften nicht aus dem Blick geraten, sagte Bischof Fürst.

Bereits am vergangenen Samstag waren kurzfristig 150 Flüchtlinge im Konventsgebäude der ehemaligen Benediktinerabtei untergekommen. Die zu diesem Zeitpunkt provisorisch eingerichteten Brandschutzmaßnahmen werden nun nachgebessert. Denkmalgeschützte Bereiche wurden gesichert oder unzugänglich gemacht. Künftig wird eine Belegung mit maximal 140 Personen möglich sein, darunter vorrangig Familien mit Kindern sowie alleinstehende oder schwangere Frauen. Wann die nächste Belegung erfolgen wird, ist derzeit noch unklar.

Gegenüber dem Regierungspräsidium Tübingen hat die Diözese ihr Anliegen deutlich gemacht, die Betreuung weiterer Flüchtlinge auf dem Martinsberg durch die Caritas Bodensee-Oberschwaben realisieren zu wollen. Die Caritas betreut bereits aktuell alle Flüchtlinge im Stadtgebiet Weingarten.

„Wir wissen um die besondere Würde dieses Ortes und seine Bedeutung für die Bevölkerung in Weingarten“, sagt der Flüchtlingsbeauftragte der Diözese, Dr. Thomas Broch. Dennoch habe man sich dem Anliegen der Landesregierung nicht verweigern wollen sagt Broch und verweist auf das Kloster als Martinskloster: „Die christliche Grundhaltung des Teilens nach dem Vorbild des Hl. Martin von Tours kann, das erleben wir derzeit in dramatischer Weise, im konkreten Ernstfall zu einer belastenden Herausforderung werden“.  Gleichzeitig würden die bereits existenten Pläne des Dekanats Allgäu-Oberschwaben zur Nutzung des Klosters samt Kreuzgang als spirituelles Zentrum weiterverfolgt und im Gespräch mit der Landesregierung nach einer Lösung für beide Belange gesucht, ergänzt der Flüchtlingsbeauftragte.

Die Kosten für die Einrichtung der Schutzmaßnahmen zur Nutzung des Konvents als Flüchtlingsunterkunft trägt der Landesbetrieb Vermögen und Bau Baden- Württemberg. Besitzer der Immobilie ist das Land Baden-Württemberg.

Bischof Gebhard Fürst hatte anlässlich eines internationalen Kongresses in Weingarten über die Gestalt des Heiligen Martin von Tours Mitte Oktober 2013 die Aufnahme von Flüchtlingen im Klostergebäude angeregt. Seit April 2014 leben rund 40 Flüchtlinge im sogenannten Lazarettbau des Klosters in der Erstunterbringung.

Das Benediktinerkloster wurde 1056 gegründet. Nach der Wiederbesiedelung der Abtei 1922 hatten im Herbst 2010 die letzten Mönche das Kloster verlassen.

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