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Rottenburg. Die Themen „Flucht, Vertreibung und Migration“ stehen im Zentrum des diesjährigen Fastenhirtenbriefs „Ein Zeichen unserer Zeit“ von Bischof Dr. Gebhard Fürst. Der Bischof dankt darin zu Beginn der Bußzeit allen, die sich nach wie vor für Zugewanderte einsetzen. Zugleich beklagt er den Rückgang von Aufmerksamkeit und Achtsamkeit gegenüber Menschen auf der Flucht. „Besonders bedrückend ist dies angesichts des Schicksals vieler Flüchtlinge im Mittelmeer, wo fast täglich Menschen ertrinken“, schreibt er.

Bischof Dr. Fürst erinnert in seinem Schreiben an die Gemeinden der Diözese Rottenburg-Stuttgart zum ersten Fastensonntag am 10. März, dass Erzählungen von Flucht und Vertreibung zum Kernbestand der Heiligen Schrift gehören und zugleich auch vom Ankommen, Zusammenleben und von einem glücklichen Miteinander berichteten. So spendeten sie denen, die heute Heimatlosigkeit erfahren, Trost und Hoffnung. Für die Integration der zu uns Gekommenen brauche es viele helfende Hände und zugleich auch „den Beitrag derer, die zu uns gekommen sind“. Denn: „Auch wenn unsere Gesellschaft heute weitestgehend säkular erscheint, beruhen unsere Kultur, unser Bild vom Menschen und seine unantastbare Würde auf jüdisch-christlichem Fundament“, so der Bischof. „Ich möchte deshalb die, die bei uns in Deutschland und Europa neue Heimat finden oder schon gefunden haben, bitten, diese unsere Werte und Grundorientierungen, kennenzulernen, wertzuschätzen und zu achten. Gerade diese unsere auch religiösen Grundlagen wie die christliche Liebe zum Nächsten und die Bereitschaft, im Geist des Heiligen Martin von Tours mit denen in Not zu teilen, bilden die Voraussetzung und schaffen die Möglichkeit, dass sie bei uns willkommen sind.“

Flucht, Vertreibung und Migration seien Chance zur Gestaltung eines neuen Miteinanders. Dabei dürften Solidarität und Nächstenliebe weder Einzelne, noch Kulturen oder Völker ausschließen. „Die besonders schutzbedürftigen Menschen brauchen nicht nur unsere Solidarität, sie sind Mitglieder unserer Menschheitsfamilie. Deshalb ist es unsere Pflicht, die Mittel, die uns zur Verfügung stehen, mit ihnen gerecht zu teilen.“ Die Förderung von gerechter Teilhabe sei zentrale Aufgabe der Kirche. „Darüber hinaus sollten wir uns als Christinnen und Christen bemühen, Begegnung und Dialog zu fördern und dazu beizutragen, dass alle Menschen in einer religiös und kulturell pluralen Gesellschaft friedlich zusammenleben.“

Wichtig sei auch, Ängste vor Überfremdung, Fremdheit und sozialer Armut ernst zu nehmen. Die Kirchengemeinden der Diözese Rottenburg-Stuttgart könnten da Orte sein, in denen Brücken zwischen Menschen gebaut werden. „Wir wollen als Christen den Flüchtlingen, den Vertriebenen und den Opfern des Menschenhandels helfen, wieder menschenwürdig leben zu können, indem sie beispielsweise gute Arbeit finden.“

Gleichzeitig müsse alles Mögliche getan werden, um Fluchtursachen zu bekämpfen. Der Schlüssel dazu liege in einer Friedensentwicklung. Als Elemente dieser Entwicklung nennt der Hirtenbrief die Unterstützung von Bildung, die Entwicklung von Konfliktlösungsstrategien, die Förderung von Demokratie und Menschenrechten sowie eine nachhaltige und globale Klimastrategie.

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