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Stuttgart. Unter dem Motto „Für Menschenrechte – gegen Populismus“ haben die Diözese Rottenburg-Stuttgart und die Evangelische Landeskirche in Württemberg heute gemeinsam mit der Landeszentrale für politische Bildung auf der Messe CMT in Stuttgart das Demokratie-Mobil präsentiert. Mit dem vom oberschwäbischen Hersteller Hymer (Bad Waldsee) zur Verfügung gestellten Fahrzeug werden die beiden Kirchen zum „Siebzigjährigen“ des Grundgesetzes das ganze Jahr durch Baden-Württemberg ziehen, um bei Veranstaltungen und in Schulen mit den Menschen zu den Themen Demokratie und Grundrechte ins Gespräch zu kommen. „In Zeiten eines sich immer weiter ausbreitenden Populismus“, so Dr. Joachim Drumm, Leiter der Hauptabteilung Kirche und Gesellschaft der Diözese Rottenburg-Stuttgart als Initiator, „ist dies notwendiger denn je.“ Die Diözese hat bereits 2017 die Initiative „Farbe bekennen! Für Demokratie und eine offene Gesellschaft“ gegründet. Sie wird inzwischen von über 60 zivilgesellschaftlichen Institutionen und Verbänden unterstützt.

Was bedeutet es, in einer Demokratie zu leben? Was brauchen die Bürgerinnen und Bürger, um sich in dieser Gesellschaft wohl zu fühlen? Wie kann sich jede und jeder einzelne für Demokratie einsetzen? Dies sind die Fragen, um die es am - in den ersten Messetagen gut frequentierten -  Stand D 48 in Halle 4 geht. Bei einem Pressegespräch am heutigen 15. Januar machte Dr. Norbert Lurz, Bildungsdezernent der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, deutlich, welche Verantwortung die Kirchen beim Erhalt und der Stärkung der Demokratie tragen: „Für die Kirchen gehört es zum Selbstverständnis, in der gesellschaftlichen Wertediskussion Flagge zu zeigen. Da die Stärkung demokratischer Werte die Basis für unsere freiheitliche Verfassung ist, werden sich die Kirchen im Wahljahr 2019 verstärkt in die Diskussion einbringen.“

Daniel Henrich von der Landeszentrale für politische Bildung schlug mit dem Thema „Overtourism“ und den Folgen für Menschen und Umwelt die Brücke zur Reisemesse CMT – die gleichfalls zu den Partnern der Aktion gehört. Letztlich, so die grundlegende Erkenntnis, gehen Tourismus und Demokratie Hand in Hand. Reisen in nahe und ferne Länder sind (fast) nur den Einwohnern demokratischer Staaten möglich.

Ziel des jetzigen Projektes, das für weitere Kooperationspartner offen steht, ist der Einsatz für Demokratie und eine tolerante Gesellschaft sowie die Besinnung auf die Grundwerte der Verfassung, die am 23. Mai 70 Jahre alt wird. Am Stand in Halle 4 stehen während der gesamten Messelaufzeit bis zum 20. Januar Referentinnen und Referenten der beiden Kirchen und ihrer Partner für Gespräche und kleine Vorträge zur Verfügung. Am heutigen Dienstag, 15. Januar, fokussiert sich zum Beispiel am CMT-Stand die internationale Friedensbewegung „pax christi“ auf die Themen „Verbot von Rüstungsexporten“ und „Stärkung der Friedensbildung an Schulen“. Am Freitag, 18. Januar, wird die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg das Thema „Overtourism“ beleuchten und dabei aufzeigen, welche Folgen ein boomender Tourismus, wie zum Beispiel auf Mallorca, für die Natur und die dort lebenden Menschen hat. Das Europa Zentrum Baden Württemberg nimmt die Besucherinnen und Besucher am Stand einen Tag später mit auf die Reise nach Brüssel und zeigt mit dem Spiel „Legislativity“, wie Demokratie auf EU-Ebene funktioniert.

Der erste Termin des Demokratie-Mobils nach der CMT steht ebenfalls schon fest: Am Mittwoch, 23. Januar, ist das Team der Diözese Rottenburg-Stuttgart an einer Gedenkfeier mit Schülern für den 74 Jahre zuvor von den Nazis in Berlin-Plötzensee ermordeten früheren württembergischen Staatspräsidenten Eugen Bolz in dessen Heimatstadt Rottenburg am Neckar dabei. Am Samstag, 16. März, gastiert das Mobil im Gemeindezentrum der Evangelischen Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde Stuttgart, am Samstag, 4. Mai, bei einer Diskussionsveranstaltung von „pax christi“ mit Kandidaten zur Europawahl 2019 und am Donnerstag, 23. Mai, bei der zentralen Veranstaltung der Initiative „Farbe bekennen!“ auf dem Stuttgarter Schlossplatz.

Das Demokratie-Mobil kann das ganze Jahr über von Verbänden und Organisationen für Vorort-Aktionen gebucht werden; ab Mitte des Jahres soll es verstärkt in baden-württembergischen Schulen eingesetzt werden. Das Interesse daran, so Projektkoordinatorin Hanna Olbrich, sei an den ersten CMT-Tagen sehr groß gewesen: „Viele Lehrer bei uns am Stand wollten das Mobil gleich buchen!“

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