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Rottenburg/Stuttgart. 17. Januar 2016. Zum Welttag des Migranten und Flüchtlings hat Bischof Gebhard Fürst die Unterstützung und Solidarität seiner Diözese den Menschen zugesagt, die aus Kriegs- und Krisengebieten geflohen sind und in einer neuen Heimat Schutz suchen. Die Worte aus der Heiligen Schrift „Ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich aufgenommen“, würden für uns Christen derzeit ganz besonders gelten, sagte Bischof Fürst am Sonntag bei einer Begegnung mit Flüchtlingen im Stuttgarter Haus Martinus.

Bewusst habe er das Stuttgarter Haus Martinus aufgesucht, betonte der Rottenburger Bischof. Der Diözesanpatron und Namensgeber des Hauses, der heilige Martin, sei Vorbild für barmherziges Handeln: „Ich möchte weiterhin alles dafür tun und verstärkt dazu einladen, mit Flüchtlingen Tisch und Wohnraum zu teilen“, so Bischof Fürst. Er rief dazu auf, im 1.700. Geburtsjahr des großen Heiligen, in den Flüchtlingen Menschen auf Augenhöhe zu sehen und ihnen unabhängig von Status oder Religion zu begegnen. „Menschen durch unvoreingenommene Annahme in ihrer Würde zu schützen, ist ein wichtiger Schritt hin zu gelingender Integration.“

Dem Caritasverband für Stuttgart (CVS), Träger des Hauses Martinus, sprach der Bischof seinen Dank aus. Er sei froh und stolz darauf, dass die Caritas in der Landeshauptstadt sich seit 30 Jahren mit hoher Kompetenz in der Flüchtlingsarbeit engagiere. Aus dieser Erfahrung heraus sei auch das bundesweite Pilotprojekt „Omid“ (persisch: Hoffnung) entstanden. In diesem Projekt suchten ambulante Teams traumatisierte Flüchtlinge in den Unterkünften auf. Studien zeigten, dass frühe therapeutische Hilfe für die weitere Entwicklung des Einzelnen wegweisend sei. „Flüchtlingen auf diese Weise, nach ihren teils dramatischen Erfahrungen zu unterstützen, ist eine erste wichtige Hilfe zur Integration“, betonte Bischof Gebhard Fürst.

Der CVS begann im Januar 1986 mit der Betreuung von Flüchtlingen in der Landeshauptstadt. Derzeit kümmert er sich um rund 2.800 Flüchtlinge in 26 Gemeinschaftsunterkünften. Das Haus Martinus, zuvor ein Altenpflegeheim, ist aktuell mit rund 300 Flüchtlingen belegt. Der CVS ist der größte Träger der Flüchtlingshilfe in Stuttgart mit 34,3 Vollzeitstellen (40 Mitarbeitende).  Zusätzlich wird die Betreuung jesidischer Frauen (Sonderkontingent Irak) mit vier Vollzeitstellen und das Projekt „Omid“ mit 2,45 Vollzeitstellen unterstützt.

Für „Omid“ stehen für drei Jahre (2014 bis 2017) 850.000 Euro zur Verfügung. Die Diözese Rottenburg-Stuttgart unterstützt das Projekt aus Mitteln des Flüchtlingshilfefonds mit 750.000 Euro. Der verbleibende Anteil wird aus Spenden (Erbschaften) an den CVS finanziert.

Für die Flüchtlingshilfe der Diözese stehen über die regulären Haushaltsmittel hinaus 18,7 Millionen Euro zur Verfügung, hälftig für Flüchtlingshilfe in der Diözese sowie für die Bekämpfung von Fluchtursachen in den Herkunftsländern. Gespeist wird der Flüchtlingshilfefonds aus den Haushaltsüberschüssen der Jahre 2012 bis 2014.

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