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Stuttgart. 4. Dezember 2017. In der sogenannten Wendekaverne unter dem Stuttgarter Wagenburgtunnel gedachten die Mineure von Stuttgart 21 ihrer Patronin, der heiligen Barbara. Bei der ersten S21-Barbarafeier vor vier Jahren war Bischof Gebhard Fürst dabei, und jetzt wieder, dieses Mal begleitet vom Untertürkheimer Pfarrer Andreas Gälle. 21 Kilometer Tunnel sind inzwischen gebohrt; und damit die Bohrmaschine SUSE wieder aus der Tiefe fahren kann, hat sie sich mit Hilfe der Mineure eigens eine Wendekaverne geschaffen. Im Frühjahr darf SUSE raus, und die Kaverne wird wieder verfüllt.

Der Bischof betonte in der Kaverne, ihn beeindrucke sehr die Verehrung der Heiligen durch die Bergleute und Tunnelbauer. Im traditionellen Spruch der Mineure heißt es entsprechend unmissverständlich: "Heilige Barbara, wir Mineure sind nicht immer die Frömmsten und auch keine großen Kirchenbesucher. Doch über dich lassen wir nichts kommen."

Nach Grußworten der S21-Auftraggeber, der Tunnelpatinnen Tülay Schmid und Beate Dietrich sowie des Geschäftsführers der Tunnelbau-Arbeitsgemeinschaft, Andreas Rath, erinnerte Bischof Fürst beim Gottesdienst an die heilige Barbara als Fürsprecherin der unter Tage arbeitenden Menschen. Rath sagte, er schreibe es dem Segen Gottes zu, dass bisher bei S21 keine größeren Unfälle passiert seien. Mineure setzten auf die Fürsprache der heiligen Barbara. Sie habe der Legende zufolge aus der Enge ihres Gefängnisses, in das sie ihres Glaubens wegen gesteckt worden war, durch einen Felsspalt herausgefunden, aus der Enge in die Weite.

Jeder Mensch brauche Fürsprache und  Schutz, betonte der Bischof, Bergleute und Mineure spürten dies ganz besonders. Sie hätten zudem Sorge für ihre Familien, von denen sie wegen S21 lange Zeit getrennt leben müssten. Bevor ein junger Mineur den Barbaraspruch sagte und Tunnelpatin Tülay Schmid den Barbaraschuss auslöste, segnete Bischof Fürst die vielfach aus Österreich entsandten Mineure. "Wenn wir in den Tunnel einfahren, dann schauen wir vertrauensvoll zu dir auf", beten die Mineure zur heiligen Barbara. "Sei du bei uns, wenn wir dort arbeiten, wo vor uns noch niemand war."

Uwe Renz

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