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Sie hätten aus ihrem Glauben kein Hehl gemacht und andere Menschen an den Quellen ihres Lebens teilhaben lassen, so Weihbischof Kreidler. Immer wieder sei er beeindruckt von der Kompetenz und Vielfältigkeit, mit der Menschen an ihrem Platz Verantwortung für die Kirche wahrnehmen.

Werner Reiter (74) aus Heilbronn wurde für sein seit 17 Jahren währendes Engagement für die Bevölkerung Ugandas mit dem päpstlichen Ehrenzeichen „pro ecclesia et pontifice“ gewürdigt. Ebenfalls mit dem Ehrenzeichen „pro ecclesia et pontifice“ wurde Manfred Roth (58), Weingarten, für seine Verdienste um die Tradition des Blutritts und des Blutfreitags in der oberschwäbischen Abteistadt ausgezeichnet. Die päpstliche Auszeichnung „bene merenti“ erhielt der evangelische Kirchenmusiker Professor Siegfried Bauer (67), Ludwigsburg, für seine langjährigen Verdienste um Kirchenmusik und Kulturpolitik, bei denen die ökumenische Zusammenarbeit einen zentralen Platz einnahm. Mit der Komturwürde des Ordens vom Heiligen Papst Silvester zeichnete Bischof Fürst zeichnete Bischof Fürst den Tübinger emeritierten Universitätsmusikdirektor Professor Alexander Šumski (78) aus. Šumski hat in jahrzehntelanger Forschungsarbeit Werke oberschwäbischer Klostermusik aus Barock und Klassik ediert und wieder der Aufführungspraxis zugänglich gemacht. Im Jahr 2008 übereignete er seine Bestände der Diözesanbibliothek Rottenburg, wo sie in einer eigenen Abteilung „Musica suevica“ der Öffentlichkeit zugänglich sind.

Reprofähige Bilder von der Verleihung der Auszeichnungen können als Downloads bezogen werden: http://www.drs.de/index.php?id=21663
Anlagen:
1. Informationen zu den Ehrungen
2. Informationen zu den geehrten Persönlichkeiten
 

Info:
Die päpstliche Verdienstmedaille „Benemerenti“ (auch „bene merenti = dem Wohlverdienten“) ist ein päpstliches Ehrenzeichen. Die Medaille Benemerenti wurde erstmals von Papst Pius VI. (1775–1799) verliehen, mit ihr wurden zunächst militärische Verdienste gewürdigt. Spätere Päpste haben diese Auszeichnung für unterschiedliche Arten von Verdiensten verliehen. Die vier auf diese Weise entstandenen Formen der Auszeichnung wurden 1925 unter dem Pontifikat von Pius XI. (1922–1939) zur „Päpstlichen Verdienstmedaille Benemerenti“ zusammengeführt. Sie gilt heute als Zeichen der Anerkennung von Personen im Dienst der Kirche, zivile und militärische Laien und Geistliche gleichermaßen. Dieses Ehrenzeichen gilt überwiegend im schweizerischen Gemeindeleben als eine sehr begehrte und ehrenvolle Auszeichnung. Die Medaille besteht aus einem goldenen Kreuz, welches quadratisch symbolisiert wird, am gelb-weißen Band. Auf der Vorderseite befindet sich ein Bild des Heiligen Petrus. In der Mitte der Rückseite ist das Päpstliche Wappen abgebildet und über dieses das Wort BENEMERENTI gesetzt.
“Pro Ecclesia et Pontifice” (lat. Für Kirche und Papst) ist ein päpstlicher Ehrenorden für besondere Verdienste um die Anliegen der Kirche und des Papstes. Gestiftet wurde das Ehrenzeichen von Papst Leo XIII. am 17. Juli 1888 anlässlich seines goldenen Priesterjubiläums. Es kann sowohl an Mitglieder des Klerus als auch an Laien verliehen werden. Das Ehrenzeichen besteht aus einem stilisierten Kreuz mit dem Wappen des jeweiligen Papstes und der Inschrift: PRO ECCLESIA ET PONTIFICE. In der Mitte des Kreuzes sind die Apostelfürsten Petrus und Paulus dargestellt. Gehalten wird es von einem breiten Ordensband in den Kirchenfarben Gelb und Weiß.
Der „Silvesterorden“, gestiftet 1841 von Papst Gregor XVI. und 1905 von Papst Pius X. erneuert, bezieht sich auf Papst Silvester I. (314–325). Seit der Reform von 1905 wird er auch an Frauen vergeben. Der Orden des Papstes wird für besonderes ehrenamtliches Engagement in katholischen Institutionen und aufgrund persönlicher Verdienste verliehen. Er ist die höchste Auszeichnung des Heiligen Vaters, die dieser an katholische Laien vergibt.[1] Das Abzeichen zeigt auf einem achtzackigen, golden-weiß emaillierten Kreuz das Bild Papst Silvester I. Der Orden wird an einem schwarzen, dreifach rot geränderten Band getragen. Ursprünglich gab es den Orden in den drei Klassen Ritter, Komtur und Großkreuz-Ritter. Seit der Reform von 1905 wird er auch an Frauen (als „Dame“ bzw. „Großkreuz-Dame“) vergeben, außerdem wurde die Stufe Komtur mit Stern mit dunkelblauem Hintergrund im Mittelschild hinzugefügt.


 
Werner Reiter wurde am 5. Januar 1937 geboren. Er ist verheiratet, hat drei Kinder und sieben Enkel.

Vom 1. Januar 1963 bis 31. Mai 1989 war Werner Reiter Volksbüroleiter bzw. Dekanatsreferent in Heilbronn und hat sich über das normale Maß hinaus in der Kirche engagiert. Über 12 Jahre war er Missionsreferent im Bezirk Unterer Neckar und damit verantwortlich für die Internationale Zusammenarbeit im Diözesanverband der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) Rottenburg-Stuttgart. In der Zeit von 1994 bis 2007 hat er zusammen mit seiner Frau über 14 Mal Uganda besucht, davon für drei längere Arbeitseinsätze von je neun Monaten, so dass er über drei Jahre seines Lebens in Afrika verbrachte.

In den 17 Jahren seines Uganda-Engagements ging es Werner Reiter darum, den Menschen in ihrer oft trostlosen Lebenssituation eine Perspektive zu ermöglichen. Oft wurde das Aufgebaute durch Missernte, Bürgerkrieg und Korruption wieder zerstört. Sein Tun war geprägt von dem Leitgedanken „Hilfe zur Selbsthilfe“. Dabei war ihm die Katholische Soziallehre eine wichtige Orientierung.

Das Auf und Ab bei den kleinen und großen Selbsthilfeprojekten und die Erfahrungen aus der deutschen KAB, dass eine überörtliche Organisation Projekten mehr Stabilität vermittelt, motivierten ihn, KAB-Gruppen in Uganda aufzubauen. Die Verantwortlichen der ugandischen Kirche gewann er für die Idee der KAB mit seinem Wissen um die Katholische Soziallehre.

Durch sein Engagement wurde die Partnerschaft mit Pfarreien in der Diözese Masaka, die schon 1958 begonnen wurde, weiterentwickelt und in Uganda und Deutschland auf ein stabiles Fundament gestellt.

Bei seinem ersten Arbeitseinsatz in der Diözese Masaka im Jahr 1995 wurden von Werner Reiter fünf KAB-Gruppen gegründet. Auf dieser Basis hat er in den darauf folgenden Jahren aufgebaut. Heute hat jede der 56 Kirchengemeinden in der Diözese Masaka eine KAB-Gruppe mit insgesamt über 2.500 aktiven Mitgliedern. Auch in anderen Diözesen in Uganda wurden Gruppen gegründet und aufgebaut. Diese Gruppen sind Träger der Selbsthilfeprojekte, qualifizieren Verantwortliche dafür, damit diese mit ihrem Erfahrungswissen viele gesellschaftliche Funktionen und Aufgaben übernehmen.

Reiters Ziel war und ist es, Partnerschaften zwischen KAB-Gruppen in der Diözese und Uganda entstehen zu lassen. So sind in den vergangenen Jahren über 25 Gruppenpartnerschaften entstanden, hinzu kamen noch fünf Schulpartnerschaften.

Der Initiative Werner Reiters ist es zu verdanken, dass in der Diözese Rottenburg-Stuttgart eine Bewusstseinsbildung für die Entwicklung von Projekten entstand. Unzählige Selbsthilfeprojekte konnten durchgeführt werden. Bei Werner Reiter gingen die Projektanträge ein, er verhandelte mit den Partnern, um mit ihnen den Inhalt und den Ablauf abzustimmen. Er erschloss Finanzmittel und wickelte die Projekte ab. Insgesamt beinahe zwei  Millionen Euro Spenden wurden von ihm für die Projekte verwaltet.


Manfred Roth wurde am 11. März 1953 in Weingarten geboren.
Er lehrt als Grundschullehrer an der Katholischen Freien Grund- und Werkrealschule St. Konrad in Ravensburg. Er ist verheiratet und Vater eines Sohnes und ist Mitglied der Kirchengemeinde St. Martinus in Weingarten.

Manfred Roth hat sich in mehrfacher Hinsicht beispielhaft ehrenamtlich eingesetzt. Unter großem Zeitaufwand und persönlichem Einsatz hat er sich um die Blutfreitagsgemeinschaft Weingarten e.V., deren Erster Vorsitzender er seit 1992 ist, verdient gemacht. Darüber hinaus war er  über 25 Jahre Mitglied des Kirchengemeinderates. Seine ersten Aufgaben waren die des Schriftführers und die Mitarbeit in den Arbeitskreisen Verwaltung, Jugend und Erwachsenenbildung. Gleich zu Anfang seines Engagements standen große Aufgaben wie die Renovierung der Orgel und der Bau eines Gemeindezentrums an. Über drei Perioden stand er als Zweiter Vorsitzender dem Kirchengemeinderat vor.

Seit beinahe 20 Jahren setzt Manfred Roth einen großen Teil seiner Freizeit ein, um wirkungsvoll und innovativ den Blutfreitag, das Glaubensfest   seiner   Heimatstadt  Weingarten  sowie    der  Region Oberschwaben , zu erhalten und zu gestalten, das jedes Jahr Zehntausende von Menschen aus dem In- und Ausland anzieht und in dessen Mittelpunkt der Blutritt mit nahezu 3.000 Reitern steht.

Seiner Initiative, Tatkraft und Einsatzbereitschaft verdanken der Blutfreitag sowie die Blutfreitagsgemeinschaft mit ihren nunmehr 700 Mitgliedern wichtige Unternehmungen und Meilensteine. Unter anderem hat er durch seine aktive Förderung die Verbindung mit der Weingartener Partnerstadt Mantua vertiefen und einen regen Austausch zur dortigen Heilig-Blut-Verehrung ermöglichen können. Des Weiteren konnte durch sein Engagement die Herstellung des preisgekrönten Videofilms „Blutfreitag in Weingarten“ die oberschwäbische Frömmigkeit einer breiten Öffentlichkeit vermitteln und den Blutfreitag in Weingarten erschließen. Manfred Roth wirbt unermüdlich um neue, vor allem junge Mitglieder, die sich aktiv für den Blutfreitag und damit auch für ihre religiösen Überzeugungen in Weingarten einsetzen. Durch seinen Einsatz gewann er für die Blutfreitagsgemeinschaft bisher bereits rund 400 neue Mitglieder.

Manfred Roth obliegt die Organisation vielfältiger Veranstaltungen für Mitglieder, aber auch für die Bevölkerung, so unter anderem der jährliche Wallfahrtsausflug, Vorträge über Themen des Blutfreitags, die Verehrung des Heiligen Blutes in einer besonderen Betstunde, die vielfältige Unterstützung der Feier von Christi Himmelfahrt und des Blutfreitags in Organisation und Durchführung, der Gedenkgottesdienst im November für die Verstorbenen mit anschließendem Mitgliedertreff, die Unterstützung der Blutreitergruppen Weingarten, Herstellung und Vertrieb der Blutfreitagsplakate, die Erstellung der jährlich erscheinenden Broschüre.
 
Professor Siegfried Bauer wurde am 8. Oktober 1944 in Unterweißach (Rems-Murr-Kreis) geboren.Er ist verheiratet und wohnt mit seiner Familie in Ludwigsburg. Nach dem  Studium der Pädagogik, der Schulmusik und der Musikwissenschaften in Ludwigsburg, Stuttgart und Tübingen wurde er 1968 Kantor und Organist in Stuttgart, 1971 Dozent für Musikpädagogik und Konrektor an der evangelischen kirchlichen Ausbildungsstätte für Diakonie und Religionspädagogik sowie Kantor der Karlshöhe in Ludwigsburg. In diesen Jahren erhielt er Lehraufträge für Chor- und Orchesterleitung an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg. Im Jahr 1989 wurde er Landeskirchenmusikdirektor der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und erheilt 2004 einen Lehrauftrag für Orchesterleitung an der Hochschule für Kirchenmusik Tübingen.

Mit außergewöhnlichem Einsatz gründete Siegfried Bauer die Kantorei der Karlshöhe Ludwigsburg und war von 1971 bis 2002 deren Leiter, seit 1976 hatte er das Amt des Dirigenten des Sinfonieorchesters der Stadt Ludwigsburg inne, von 1983 bis 2006 dirigierte er das Jugendsinfonieorchester Ludwigsburg, seit 1995 ist er Gründer und regelmäßiger Gastdirigent des Kammerorchesters Jevpatorija (Krim), seit 2007 Gründer und Leiter des Kammerorchesters „Concerto Ludwigsburg“.

Maßgebliche Beiträge zur Kooperation der beiden Hochschulen für Kirchenmusik in Tübingen und Rottenburg gingen von ihm aus. Das Zentrum der Kooperation, die gemeinsame Hochschulchorarbeit, lag ihm  dabei in besonderer Weise am Herzen. Mit seiner jahrzehntelangen Erfahrung als profilierter Chor- und Orchesterleiter, als kirchenmusikalischer Visionär und Stratege, als Mann der Kirche und als Menschenkenner hat et immer wieder die Konkretisierungen der Kooperation befördert.

Auch in kulturpolitischer Hinsicht hat Siegfried Bauer auf der Ebene des Kultusministeriums und der Landesregierung wichtige Meilensteine gesetzt. Seine Eingaben zur Einführung des Verbreiterungsfaches Kirchenmusik im Fächerkanon Schulmusik haben Eingang in die Landesgesetzgebung gefunden. Auf seine Initiative hin konnte der Kompositionspreis Kirchenmusik in Baden-Württemberg installiert und einige Male verliehen werden. In der Zusammenarbeit mit dem Kultusministerium war und ist ihm im Hinblick auf die Qualitätssicherung in der musikalischen Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern, von Mentoren und Multiplikatoren das Singen mit Kindern besonders wichtig. Mit großer Leidenschaft hat er stets auf die hohe kulturelle Dimension verwiesen, welche die Kirchenmusik besonders in Baden-Württemberg einnimmt.

Professor Bauers Zusammenarbeit mit den Landeskantoren der badischen Landeskirche und den Ämtern für Kirchenmusik in Freiburg und Rottenburg war von höchster fachlicher Kompetenz und von tiefem Vertrauen geprägt. Seine große Erfahrung, sein Weitblick hinsichtlich kirchlicher und gesellschaftlicher Entwicklungen, sein guter Rat war stets und gerne gefragt. Bedeutende ökumenische Gottesdienste zur Eröffnung des Kirchenjahres, zur Eröffnung des Festivals Europäische Kirchenmusik in Schwäbisch Gmünd und anderer Großveranstaltungen auf Landesebene trugen seine kirchenmusikalische Handschrift. Seine  Publikationen wie das Lehrbuch „Probieren und Studieren“ oder auch verschiedene Chorsammlungen haben auch auf katholischer Seite weite Verbreitung gefunden.

Von nachhaltiger Bedeutung bleiben die Verdienste Siegfried Bauers um die ständige Weiterentwicklung des kirchenmusikalischen Berufsbildes an die kirchlichen und pastoralen Erfordernisse. Sein Einfluss auf die katholische Konferenz der Leiter kirchenmusikalischer Ausbildungsstätten war sehr konstruktiv und gewinnbringend. Seine Mitwirkung an dem ökumenischen Lehrwerk „Basiswissen Kirchenmusik“ ist ein beredtes Zeugnis für die gute Zusammenarbeit zwischen den Ausbildungsinstitutionen beider großen christlichen Konfessionen.
 
Professor Alexander Šumski wurde am 26. November 1933 in Temeschburg, Rumänien geboren. Er ist verheiratet, dreifacher Vater, wohnhaft in Tübingen und ist dort Mitglied der Kirchengemeinde St. Petrus. Im Jahr 2008 wurde er zum Ehrenbürger der Stadt Temschburg ernannt.

Alexander Šumski erhielt seine musikalische Ausbildung in den Fächern Klavier, Kompositionslehre und Dirigieren an der Hochschule für Musik in Bukarest. Den akademischen Doktorgrad im Fach Musikwissenschaft erlangte er an der Universität Hamburg; die Universität Tübingen verlieh ihm den Titel eines Professors.

Seine musikalische Laufbahn begann Alexander Šumski als Konzertpianist in seinem Heimatland Rumänien. 1960 übernahm er die Leitung des Rumänischen Rundfunkchores in Bukarest, wurde dann Leiter der Temeschburger Philharmonie und 1968 Chefdirigent des Akademischen Sinfonieorchesters Bukarest. 1972 floh er vor der Diktatur Ceaucescus in den Westen. In Tübingen wurde der weltläufige Musiker gerne aufgenommen. Von 1972 bis 1999 war Alexander Šumski Universitätsmusikdirektor in Tübingen; seit 1973 leitete er auch das Tübinger Kammerorchester; von 1978 bis 1980 war er zugleich Chordirektor beim Norddeutschen Rundfunk in Hamburg. Als Dirigent war Alexander Šumski Gast zahlreicher renommierter Sinfonieorchester, unter anderem beim Norddeutschen Rundfunk in Hamburg und Hannover, beim Orquesta National in  Caracas, bei    den     Minsker Philharmonikern, beim   Nationalorchester des Rumänischen Rundfunks in Bukarest. Des Weiteren leitete er Konzerte bedeutender internationaler Musikfestivals, so beim Amazonas-Festival in Manaus, beim Enescu-Festival in Bukarest, beim Festival für Geistliche Musik in Riga und beim Bodenseefestival.

Alexander  Šumskis musikalischen Erfolge sind unumstritten. Immer aufs Neue erarbeitete er mit seinen Studierenden-Ensembles anspruchsvolle Programme, unternahm Weltreisen, kooperierte mit dem Rundfunk und spielte etliche CD’s ein.

Als Musikwissenschaftler widmete sich Alexander Šumski zunächst der byzantinischen Musik, besonders der rumänischen Psaltikie und der geistlichen Chormusik rumänischer Komponisten. In den vergangenen Jahrzehnten lag der Schwerpunkt seiner musikwissenschaftlichen Tätigkeit auf der Erforschung, Bearbeitung und Wiederaufführung von Werken oberschwäbischer Klosterkomponisten des 17. und 18. Jahrhunderts. Sämtliche von ihm wieder entdeckten, wissenschaftlich bearbeiteten und der modernen Aufführung angepassten Kompositionen wurden unter seiner Leitung an den jeweiligen Entstehungsorten in Konzerten aufgeführt und vom Südwestrundfunk im Studio aufgezeichnet. Seit 1984 sind bei Orchestrola / da music in der Reihe „Musik in Oberschwäbischen Klöstern“ 17 CD’s mit insgesamt über 100 Titeln erschienen.

Die Säkularisation zerstreute die musikalischen Werke der oberschwäbischen Komponisten. Viele wurden zerstört, verschleudert und dem Verfall ausgeliefert. Andere gerieten in Vergessenheit. Dabei zählen die Werke zu den prächtigsten Barockwerken ihrer Zeit. Die Komponisten haben die Musik an die monumentale Architektur ihrer Kirchen angepasst. Interessant sind sie vor allem auch deswegen, weil sie im Übergang von Barock zur Klassik entstanden und so von einer wichtigen Phase in der Entwicklung der europäischen Musik zeugen. 

Die Kirchen und Klosteranlagen sowie die Bibliotheken der oberschwäbischen Abteien lassen erkennen, dass es sich hier um Zentren von europäischem Rang handelt, vor großer politischer Bedeutung und ebenso von kultureller und geistlich-theologischer Ausstrahlung. Auf diesem Niveau muss auch die Musik gesehen werden, die darin komponiert und gepflegt wurde und die weit über die Klostermauern hinaus in die europäische Musikszene hineinwirkte.

Über einen Zeitraum von 20 Jahren hinweg haben sich Professor Šumski und seine Mitarbeitenden der aufwendigen Forschungsarbeit gewidmet und in jahrelanger akribischer Arbeit Partituren aus dem vorgefundenen Notenmaterial erstellt. Seit 2008 steht das Ergebnis der über 20-jährigen Forschungsarbeit als eigene Abteilung „Musica suevica“ in der Diözesanbibliothek in Rottenburg. Darüber hinaus hat Professor Šumski seine eigenen Bestände der Bibliothek übereignet und damit für eine breite Öffentlichkeit den Zugang gesichert.

Dank seiner Förderung und Unterstützung hat Professor Šumski dazu beigetragen, dass ein großer Schatz kulturellen und geistlichen Erbes der Diözese Rottenburg-Stuttgart erhalten geblieben ist, der sie heute noch prägt. Eine alte und würdige Tradition, die über 200 Jahre hinweg unterbrochen war, kann dadurch  weitergeführt werden.

 

 

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