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Rottenburg. 8. März 2015. Eine herausragende Stellung in der süddeutschen Geschichte messen Archäologen und Historiker der Kirche und dem Friedhof Sülchen bei Rottenburg bei. Jüngste archäologische Funde hätten diese Einschätzung gestärkt, betonten Experten am Wochenende bei einem Wissenschaftlichen Kolloquium in Rottenburg.

Der frühere Direktor des Landesamtes für Denkmalpflege, Dieter Planck, sprach von einem „zentralen Fundpunkt“ für Geschichte und Kirchengeschichte. Die Sülchenkirche mit ihrer Baugeschichte nehme unter den frühen Kirchenbauten Südwestdeutschlands eine Sonderrolle ein.

Ursprünglich sollten die Grabungen in der Kirche Ende 2014 abgeschlossen sein. Aufgrund neuer Funde wie einer mit 90 Zentimeter Durchmesser außergewöhnlich großen Glockengussgrube aus der Zeit um das Jahr 1000 sowie Sarkophagabdeckungen aus dieser Periode stimmte Bischof Gebhard Fürst weiteren Grabungen zu. Sie sollen Ende April abgeschlossen sein, damit die Kirche wieder als Grablege der Rottenburger Bischöfe hergerichtet werden kann. Der Chorraum der Unterkirche soll museumspädagogisch gestaltet werden.

Die überwiegend von der Diözese Rottenburg-Stuttgart finanzierten Grabungen begannen 2012 vor der geplanten Sanierung der um 1450 errichteten Sülchenkirche. Die Forscher von der Archäologischen Landesdenkmalpflege werden seither immer wieder durch neue Funde überrascht, die mindestens bis ins achte Jahrhundert zurückweisen.

Unter der Kirche fanden sie eine aufs neunte Jahrhundert zurückgehende dreischiffige romanische Vorgängerkirche mit drei Apsiden unter dem Patrozinium des heiligen Martinus, Spuren einer frühmittelalterlich-karolingischen Steinkirche aus der Zeit um 750 sowie Hinweise auf eine noch ältere Holzkirche.

Die Spezialisten bargen bislang 270 Gräber, darunter 47 aus der Merowingerzeit. Aufsehen erregten ein Mädchengrab aus der Zeit um 600 und ein Radkreuz aus dieser Zeit, bei dem darüber gerätselt wird, ob es christlich geprägt war. Das Kolloquium veranstalteten unter anderem die Gesellschaft für Archäologie in Württemberg und Hohenzollern, das Landesamt für Denkmalpflege und der Sülchgauer Altertumsverein.

Uwe Renz

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