Sich im Kirchenraum wohlfühlen
Mit ihrer Architektur und den ausdrucksstarken Bildern hätten es die Baumeister, Künstler und Stuckateure der Barockzeit verstanden, Glaubensinhalte zu erschließen und einen stimmigen Gesamteindruck zu schaffen. Die Baumeister der Heilig-Kreuz-Kirche hätten mit ihrem Werk gleichsam geahnt und vorweggenommen, was auch heute wieder hochaktuell ist: beim Gottesdienst kommt es vielen Menschen darauf an, dass sie sich im Kirchenraum wohlfühlen und dass die Feier des Gottesdienstes auch mit dem Raum zusammenpasst. Neben der Musik sei es der Gesamteindruck des Raumes, dem Gottesdienstbesucher besondere Beachtung schenken, erklärte Karrer mit Bezug auf eine Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung.
„Gottvoll und erlebnisstark“
Diese Erkenntnisse klanglich mit Leben gefüllt hat im Jubiläumsgottesdienst der Kirchenchor Heilig Kreuz mit der fulminant aufgeführten „Krönungsmesse“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Eindrucksvoll erfüllten Chor, Solisten und Orchester unter Leitung von Simon Fröstl mit diesem musikalischen Meisterwerk den weiten Raum der 50 Meter langen und 16 Meter breiten Saalkirche und gaben Zeugnis davon, was es heißt, Gottesdienste „gottvoll und erlebnisstark“ zu gestalten.
Anhand dieses von dem Wiener Theologen und Religionssoziologen Paul Michael Zulehner geprägten Begriffspaars skizzierte Weihbischof Karrer in seiner Predigt, was eine Kirche sein soll und wie der Gottesdienst in einer Kirche gefeiert werden soll. „Gottvoll“ bedeute, Kirchen wirklich zu einem Ort der Gottesbegegnung zu machen, zu Orten, „die uns herausnehmen aus unserem Alltag und von der Geschäftigkeit dieser Welt; zu Orten der ruhigen Begegnung mit dem, was über unser Leben und unsere Zeit hinausweist“. „Erlebnisstark“ bedeute, dass Kirchen Orte sind, „die einladen, sich zu begegnen, und die gestaltet werden wollen von den Menschen, die sich darin versammeln; Orte, wo wir spüren: hier passiert etwas mit mir“, sagte Karrer.