Er war in Vergessenheit geraten
„Das wäre eine große Sensation“, lässt Jiří Neminář wissen. Im Hultschiner Museum hängt ein Foto aus dem Jahr 1937. Es zeigt Bürgermeister Peschel bei der Begrüßung des tschechoslowakischen Staatspräsidenten Eduard Benesch. Viel ist über das Stadtoberhaupt zur Zeit der Ersten Republik nicht mehr bekannt, er war in Vergessenheit geraten. Vor allem ob Peschel während des Zweiten Weltkriegs starb oder irgendwann wegzog, ob er während der Wirren nach dem Krieg umkam oder verschwand, darüber gibt es bis zu diesem Zeitpunkt keinerlei Erkenntnisse.
„Richard Peschel hieß mein Großvater“, bestätigt Guntram Kubina, als ihn Karl Boczek wenige Tage später in Langenargen aufsucht. In seinen Unterlagen findet der Enkel alte Fotos sowie Familiendokumente - und in seiner Erinnerung so manche Geschichte von damals. Richard Peschel wohnte mit seiner Familie auf dem Marktplatz. Im Hinterhof baute er eine Druckerei auf, in der er die erste Hultschiner Zeitung herausgab. Er engagierte sich neben seinen politischen Ämtern zudem bei der Freiwilligen Feuerwehr und in Vereinen.