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800 Jahre heiliger Franziskus

Am 4. Oktober ist der Todestag des heiligen Franz von Assisi. Das Leben des Schutzpatrons der Schöpfung wirkt bis heute nach.

istock / Walt41

Statue des H. Franziskus von Assisi. Foto: istock / Walt41

Wer war Franz von Assisi?

Der heilige Franz von Assisi wurde 1181/1182 in Assisi im heutigen Umbrien (Italien) als Giovanni di Pietro di Bernardon als Sohn reicher Tuchhändler geboren und genoß als Kind und Jugendlicher eine gute Ausbildung. Mit Anfang zwanzig entwickelte er eine große Nähe zu Gott. Aus dieser entstand bei ihm der Drang nach einem Leben in Armut – seine Familie nahm diese nicht gut auf und er brach mit ihnen. Allerdings schlossen sich ihm andere Gleichgesinnte an. Zu zwölft reisten sie 1215 nach Rom, wo sie vom damaligen Papst eine Bestätigung und von Gott gegebene Erlaubnis für ihre Lebensweise einholten. So entstand der Orden der „Minderen Brüder“. Jedoch verschlechtert sich der Gesundheitszustand von Franz von Assisi. Er gab schließlich die Ordensleitung ab, zog sich zurück und verstarb im Jahr 1226. 

Franziskus und die Natur

In dem Gebet “Sonnengesang”, das der Heilige im 13. Jahrhundert verfasste, beschrieb er die Tiere als Brüder und Schwestern des Menschen und den Dank an die Natur, ihre Phänomene und Wunder. Unsere Videoreportage zeigt, wie die Franziskanerinnen von Sießen ihren Meditationsgarten auf dieses Gebet aufgebaut haben. Welche Veranstaltungen die drei franziskanische Ordensgemeinschaften in Oberschwaben zum Jubiläum geplant haben, ist hier zusammengefasst. 

Papst Franziskus bezieht sich auf den Heiligen und ruft zum Umdenken auf

Papst Franziskus erklärte 2015 in seiner Umweltenzyklika Laudato Si‘, dass er Franziskus zum Papstnamen wählte, weil für ihn der heilige Franziskus „eine Art Leitbild und eine Inspiration“ sei: „Ich glaube, dass Franziskus das Beispiel schlechthin für die Achtsamkeit gegenüber dem Schwachen und für eine froh und authentisch gelebte ganzheitliche Ökologie ist.“[3] Für ihn sei Laudato si’ nicht nur eine Umweltenzyklika, sondern darüber hinaus auch eine Sozialenzyklika, betonte er 2021.[4]

Papst Franziskus schreibt über den Heiligen: „Wie es uns geht, wenn wir uns in einen Menschen verlieben, so war jedes Mal, wenn er die Sonne, den Mond oder die kleinsten Tiere bewunderte, seine Reaktion die, zu singen und die anderen Geschöpfe in sein Lob einzubeziehen.“ Deshalb habe Franz von Assisi sich berufen gefühlt, alles zu hüten, was existiert. Sein Jünger, der heilige Bonaventura, erzählte: »Eingedenk dessen, dass alle Geschöpfe ihren letzten Ursprung in Gott haben, war er von noch überschwänglicherer Zuneigung zu ihnen erfüllt. Auch die kleinsten Geschöpfe nannte er deshalb Bruder und Schwester.“ 

Der heilige Franziskus als Botschafter des Friedens 

Franziskus lehnte deshalb Gewalt gegen seine Mitmenschen wie auch gegen die Geschöpfe Gottes ab. Selbst wenn er angegriffen wurde, reagierte er nicht mit Gewalt. Damit bereitete er dem Frieden unter den Menschen als auch dem Frieden mit der gesamten Schöpfung einen Weg.

Ganz im Sinne des Hl. Franziskus setzt sich Papst Leo in seiner Botschaft zum Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung am 1. September 2026 für einen umfassenden Frieden unter allen Menschen und mit der gesamten Schöpfung ein.

Eine bescheidene Lebensweise zugunsten der Natur

Zudem steht der heilige Franziskus für das Ideal der Armut. Die Umweltbewegung übersetzt dieses Ideal in die heutige Zeit mit dem Begriff der Suffizienz. Es geht darum, einen Lebensstil einzuüben, der sich beim Konsum und Verbrauch materieller Güter auf das Notwendige beschränkt. Glück und Lebensfreude finden wir in erster Linie nicht materiellen Bereich, sondern in zwischenmenschlichen Beziehungen oder in der Freude an der Schöpfung Gottes.

Bis heute leben die auf den Hl. Franziskus zurückgehende Orden der Franziskaner und Franziskanerinnen diese Ideale und versuchen, es in der heutigen Zeit weiterzutragen.

Nachhaltigkeit in der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Für die Diözese Rottenburg ist die Bewahrung der Schöpfung ein zentrales Thema. Sie strebt an, bis zum Jahr 2040 klimaneutral zu werden und möchte einen achtsamen Umgang mit der Schöpfung Gottes im gesamten kirchlichen Leben pflegen. Unter anderem wurden Förderprogramme zum Klimaschutz aufgelegt, eine "Grüne Bauordnung" beschlossen und der Nachhaltigkeitsfonds weiterentwickelt. Dieser leistet Zuschüsse zu Klimaschutzinvestitionen v.a. im baulichen Bereich. Auf der Seite Schöpfung bewahren finden Sie die unterschiedlichen Bereiche, in denen Nachhaltigkeit in der Diözese vorangetrieben wird. 

Im Jahr 2027 sollen nachhaltige und schöpfungsfreundliche kirchliche Projekte mit dem Franziskuspreis, dem Nachhaltigkeitspreis der Diözese ausgezeichnet werden. Denn angesichts der Krisenerscheinungen unserer Zeit sind diese als Impulse von enormer Bedeutung. Eskalierende Kriege weltweit und ein voranschreitender Klimawandel, der in eine Klimakatastrophe zu münden droht, erfordern auch von den christlichen Kirchen, allen Christinnen und Christen, eine passende Antwort im Sinne des Franz von Assisi. Der vergangene Hitze- und Trockensommer war ein deutliches Warnsignal, den Klimaschutz ernst zu nehmen.
 

 

 

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