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Älter werden in dieser Zeit

Der ehemalige Bundesarbeitsminister Franz Müntefering sprach über die Herausforderungen einer alternden Gesellschaft.

Biberach
Franz Müntefering, Vorstandsvorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO), bei seinem Vortrag in Biberach.

Franz Müntefering, Vorstandsvorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO), bei seinem Vortrag in Biberach.

"Da müsste man doch was machen" - ein Satz, mit dem Franz Müntefering immer wieder auf seine gesellschaftlichen Analysen antwortet. Vor wenigen Tagen 80 Jahre alt geworden nimmt der Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) die Politik vom Bund bis zu den Kommunen, aber auch gesellschaftliche Gruppen wie die Kirchen und die einzelnen in die Pflicht.

Wenn früher sechs bis sieben Erwerbstätige auf eine Person im Rentenalter kamen, sind es heute drei. In einigen Jahren müssen zwei Arbeitende mit der Rentenversicherung einen Rentner bezahlen. Weil das nicht geht, müsse der Bundeshaushalt einspringen, bis die Zahl der Schulabgänger und derer, die in die Rente eintreten, sich auf einem niedereren Niveau eingependelt hätten. Das habe er als Arbeits- und Sozialminister in den 2000-er Jahren mit auf den Weg gebracht.

Tipps für ein gelingendes Leben im Alter

Bei seinem Vortrag auf Einladung derkatholischen Erwachsenenbildung (keb) der Dekanate Biberach und Saulgau weist Müntefering auch darauf hin, dass die deutschen Probleme im Zusammenhang mit der ansteigenden Weltbevölkerung nur global zu lösen seien. Trotz der ernsten Thematik bringt der gebürtige Sauerländer mit seinem trockenen Humor die über 100 vorwiegend älteren Zuhörerinnen und Zuhörer aber immer wieder zum Lachen. Beispielsweise als er erklärt, dass Senioren nicht mit anderen spazierengehen wollen, weil sie finden, dass die Alten komisch sind. Sein Fazit: "Besser du gehst mit komischen Menschen spazieren, als dass du einsam und allein zu Hause sitzt."

Lachen, Bewegung und Begegnung vor allem beim gemeinsamen Essen, das sind Münteferings Tipps für mehr Lebensqualität im Alter. Dazu kommt das Lernen und das Lehren, also zuhören und erzählen. Hier könnten sich auf kommunaler Ebene verschiedene sozial engagierte Gruppen und Einrichtungen zusammentun, um etwa Geschichtsunterricht mit Zeitzeugen zu organisieren oder Ein-Personen-Haushalte aufsuchen, um bei denen, die es annehmen, der Vereinsamung im Alter zu begegnen. Das Argument mit dem Datenschutz will der rüstige Senior nicht gelten lassen. Schließlich kümmert sich das Jugendamt auch um verwarloste Kinder und auf der Straße sei sogar jeder verpflichtet zu helfen, wenn jemand in Not ist.

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