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Altehrwürdige Kirche präsentiert sich frisch saniert

Die Kirchengemeinde St. Johannes Baptist feiert am Sonntag, 29. Juni, den Abschluss der Bauarbeiten – zumindest fürs Erste.

Steinbach
Blick auf die Kirche St. Johannes Baptist in Steinbach

Die Kirche St. Johannes Baptist in Steinbach hat eine jahrhundertealte Geschichte. DRS/Guzy

Zwar finden schon seit einiger Zeit wieder Gottesdienste in der Kirche St. Johannes Baptist in Steinbach statt, aber nun feiert die Kirchengemeinde auch offiziell den Abschluss der Sanierung des historischen Bauwerks. Der Gottesdienst am Sonntag, 29. Juni, ab 10.30 Uhr, mit anschließendem Empfang im Pfarrgarten markiert das Ende eines langwierigen Vorhabens.

Alles begann vor zehn Jahren. Damals wurden Schäden an der Kirche festgestellt: Risse, Putzabplatzungen und eine Wölbung des Mauerwerks. Dafür habe es zunächst keine Erklärung gegeben, sagt Architekt Werner Schuch. Daher musste eine Ursachenforschung nach dem Ausschlussprinzip den Problemen auf den Grund gehen – und das buchstäblich. So wurden sogar die Fundamente und der Fels, auf dem die Kirche steht, begutachtet.

Veränderungen des Baustils

Die Ursachen für die Schäden fanden sich dabei letztlich in der Baugeschichte der Kirche. Im Jahr 1717 wurde das romanische Gebäude, dessen Ursprünge in die Zeit um 1100 zurückreichen, barock umgebaut. Die Kirche bekam größere Fenster und einen neuen Dachstuhl. Das veränderte die Homogenität und Stabilität der Wände, wie der Architekt erklärt. Und der neue Dachstuhl leitete die Last nun anders auf die Außenmauern. Eine weitere Veränderung folgte im Jahr 1965: Die großen Fensteröffnungen wurden geschlossen, um die Anmutung wieder dem romanischen Stil anzugleichen. Als Füllmaterial wurde dabei einfach Schutt verwendet.

All das führte zu den späteren Problemen an dem Bauwerk. Um diese zu beheben, startete im Jahr 2019 die Sanierung. Das Mauerwerk wurde verspannt und tonnenweise mit Flüssigmörtel verfüllt, um es zu festigen. Weitere Arbeiten zum Beispiel am Turm kamen dazu. Dessen Fachwerkteil trägt nun gut sichtbar einen frischen Putz. Bei diesem wurde keine Armierung mit Kunststoffgewebe eingesetzt, sondern Kälberhaare, um der Bauhistorie gerecht zu werden. „Es hat gedauert, bis wir die gekriegt haben“, berichtet Schuch.

Herausforderung für die Kirchengemeinde

Das Ergebnis der Sanierung, der auch Corona dazwischenkam, bezeichnet Pastoralreferent Wolfram Rösch als sehr gelungen. Er erwähnt dabei die neue, gefälligere und hellere Situation im Vorraum dank einem größeren Fenster und einer verglasten Tür mit Holzelementen. Dadurch würden die Besucherinnen und Besucher nun besser zum eigentlichen Kirchenraum gelenkt und nicht auf die Treppe zur Empore.

Für die kleinste Gemeinde in Schwäbisch Hall sei die Sanierung eine Herausforderung gewesen, sagt Rösch, der für St. Johannes pastorale Ansprechperson ist. Die gewählte Vorsitzende Evelyn Schickner berichtet davon, dass die Gremien mit dem Bau stark beschäftigt waren. Die Kirche sei aber ein Kleinod, sagt Schickner.

Sanierung der Mauer folgt noch

St. Johannes Baptist in Steinbach gilt als eine der ältesten Kirchen in der Region um Schwäbisch Hall. Schuch weist darauf hin, dass sie als Denkmal von nationaler Bedeutung eingestuft wurde. Mit dem Pfarrgarten und dem Pfarrhaus bildet die Kirche ein idyllisches Ensemble. Davon können sich die Gäste der Einweihungsfeier, die bewusst auf einen Sonntag in Nähe des Johannistags gelegt wurde, einen Eindruck verschaffen.

Allerdings fehlt noch das Kreuz am Portal zu dem Pfarrgelände. Es ist für eine spätere Reparatur eingelagert. Denn die historische Mauer um die Kirche herum braucht zunächst ebenfalls eine Sanierung. Dafür sind zuvor Untersuchungen notwendig.

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