Annäherung an Franziskus in 20 Schritten
Diözese Rottenburg-Stuttgart / Arkadius Guzy Diese Franziskus-Statue steht in der Nähe der Bergkirche in Weikersheim-Laudenbach. Foto: DRS/Guzy
Franz von Assisi gehört zu den prominentesten und beliebtesten Heiligen. In diesem Jahr gewinnt er noch mehr an Popularität und Aufmerksamkeit. Denn sein Todestag jährt sich zum 800. Mal. Den Jahrestag nehmen das Geistliche Zentrum im Stadtkloster Bad Mergentheim und das Dekanat Mergentheim zum Anlass für „Eine franziskanische Spurensuche“.
Wer den Lebens- und Glaubensweg von Franziskus für sich persönlich ergründen möchte, findet ein Begleitheft mit 20 täglichen Impulsen, die auch auf Instagram veröffentlicht werden. Sie gehen der Frage nach, wie Franziskus zu dem wurde, der er war. „Dass aus dem wohlhabenden Kaufmannssohn und Lebemann Giovanni Battista Bernardone ein Bettelmönch, Ordensgründer und Vorbild in Sachen Frieden und Ökologie werden sollte, war keineswegs vorgezeichnet“, heißt es in einer Mitteilung des Dekanats.
Die Texte für die einzelnen Tage erzählen von entscheidenden Momenten in der Biografie von Franziskus. Angelehnt an die wichtigsten Lebensstationen des Heiligen bieten sie außerdem „Ideen, neu auf das eigene Leben, Glauben und Denken zu blicken“. Es gibt zum Beispiel Anregungen, sich an bestimmte persönliche Erfahrungen in Familie, Beruf und Alltag zu erinnern und Umbrüche sowie Veränderungen im eigenen Lebensumfeld bewusst wahrzunehmen.
Drei Treffen fördern das Glaubensgespräch
Drei Begleitveranstaltungen flankieren diese individuelle Spurensuche. Am Sonntag, 20. September, findet ab 18 Uhr im Bad Mergentheimer Stadtkloster der Sießener Franziskanerinnen ein Auftaktabend statt. Er ist als Einführung in das spirituelle Angebot gedacht. Ein Zwischentreffen folgt am Donnerstag, 1. Oktober, um 19 Uhr im katholischen Gemeindehaus in Weikersheim (Karl-Ludwig-Straße 13). Einen gemeinsamen Rück- und Ausblick gibt es am Sonntag, 18. Oktober, um 16 Uhr im Stadtkloster. Die Treffen sollen nicht nur den Austausch fördern, sondern auch dazu ermutigen, über den eigenen Glauben zu sprechen. Die Spurensuche kann aber auch unabhängig von den Begleitveranstaltungen und zu einem beliebigen Zeitpunkt begonnen werden.
Das Angebot haben Dekanatsreferent Dr. Jonatan Burger sowie Schwester Rita Bystricky und Schwester Ursula Hedrich vom Stadtkloster zusammengestellt. Sich mit dem heiligen Franziskus und seiner Wirkungsgeschichte in dieser Form auseinanderzusetzen, soll dabei auch vor dem Hintergrund des aktuellen Entwicklungsprozesses eine spirituelle Stütze sein. Burger erklärt: „Bis 2030 erhalten die kirchlichen Strukturen vor Ort in der Diözese Rottenburg-Stuttgart ein neues Gesicht. Bei allen administrativen Weichenstellungen tut es dabei gut, sich darauf zu besinnen, was das eigene Leben trägt und wozu Kirche eigentlich heute da ist.“ Dafür sei der heilige Franziskus, der einst selbst renovierungsbedürftige Kapellen am Rande des umbrischen Städtchens Assisi instand setzte und so zu Gott und seiner eigenen Berufung fand, das ideale Vorbild.