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Auf dem Weg zur klimaneutralen Diözese

Der Diözesanrat tagte zum Thema Nachhaltigkeit – pastoral, ökologisch und ökonomisch. Es ging um Umweltschutz und um finanzielle Nachhaltigkeit.

Ergenzingen
Mann hält Vortrag mit Power-Point-Präsentation

Diözesanbaumeister Dr. Thomas Schwieren stellt die Energiedatenauswertung der Diözese vor. Bild: Diözese Rottenburg-Stuttgart / Annika Werner

„Für ökologisches Handeln braucht man Geld,“ fasste Dr. Johannes Warmbrunn, Sprecher des Diözesanrats, die Verbundenheit der Themen zusammen. Ziel der Veranstaltung sei es, die Mitglieder des Diözesanrats zum Thema Nachhaltigkeit auf den neuesten Stand zu bringen und damit das Wissen in die Dekanate und Gemeinden hinauszutragen.

„Um unseren Kindern eine lebenswerte Welt zu überlassen“

Zu Beginn des Studientages im Schönstatt Zentrum Liebfrauenhöhe sprach Dr. Gebhard Fürst über die dramatischen Auswirkungen des Klimawandels sowie der Verantwortung, die die Kirche auch für nächste Generationen habe. „Es steht nicht weniger auf dem Spiel, als dass Leben in Menschenwürde möglich ist,“ so der Bischof. Er betonte auch, dass die Diözese mit dem christlichen Anspruch zur Schöpfungsbewahrung und ihren finanziellen Mitteln einen besonderen Auftrag habe: Treuhänder der Welt zu sein und sie zu schützen. „Land, Wasser, Luft, das alles brauchen wir nicht nur für uns selbst, sondern auch für unsere Nachfahren – um unseren Kindern und Kindeskindern eine lebenswerte Welt zu überlassen.“

Vernetzt Denken und Haltung ändern

Anschließend gab es kurze Inputreferate zu verschiedenen Schwerpunkten. Stefanie Oeben von der Hauptabteilung XI Kirche und Gesellschaft sprach in Vertretung für Dr. Joachim Drumm über die Elemente einer wirksamen Nachhaltigkeitsstrategie. Diese sei nötig, denn „in der Kirche tendieren wir häufig dazu, einfach so weiterzumachen wie gehabt,“ so Oeben. Es gäbe hier zwei Lösungsmöglichkeiten: Einerseits die eigene Haltung zu ändern und andererseits verstärkt vernetztes Denken einzusetzen. Bei Gemeindehäusern beispielsweise könne man sich aufgrund des großen Leerstands eine größere Offenheit für Belegungen und Kooperationen vorstellen, um Gebäude sinnvoller zu nutzen.

„Grüne“ Bauordnung der Diözese

Diözesanbaumeister Dr. Thomas Schwieren stellte die Energiedatenauswertung der rund 5700 kircheneigenen Gebäude der Diözese vor. Die für 2020 geplante Emissionseinsparung um 15 Prozent habe die Diözese leider nicht geschafft – war aber nicht weit davon entfernt: „Wir können stolz darauf sein, zwölf Prozent eingespart zu haben. Aber wir müssen noch mehr tun,“ sagte Schwieren und betonte das Vorhaben der Diözese, die Klimaneutralität im Jahr 2050 auf 2040 zu drücken. Außerdem sprach er über die neue „grüne“ Bauordnung der Diözese, die an vielen verschiedenen Punkten ansetzt, wie der Reduzierung beheizter Flächen, Energiemanagementsystemen, Holzbauweisen und Solaranlagen. „Das ist ein Strauß an Maßnahmen, der aber notwendig ist, um in der Summe viel zu bewirken,“ so Schwieren.

Finanzielle Sicherheit für zukünftige Herausforderungen

Dietmar Krauß, Finanzdirektor der Diözese, präsentierte zusammen mit Diözesanratsmitglied Willy Braun die Entwicklungen, Strategien und Herausforderungen des nachhaltigen Finanzmanagements. Dabei sei Sicherheit ein wichtiger Punkt, führte Braun aus, „damit wir zum Beispiel für junge Mitarbeiter eine lagfristige Anstellung gewährleisten können.“ Herausforderungen stellten besonders die Abnahme der Kirchensteuerzahlenden dar – aber auch Krisen, wie der Krieg in der Ukraine und seine Folgen. „Prognosen sind nie vollkommen zuverlässig, aber wenn es so weitergeht, werden wir 2060 nur noch rund fünfzig Prozent der Kirchensteuereinnahmen von heute zur Verfügung haben.“

Persönlicher Austausch in Workshops

Im weiteren Verlauf des Studientages tauschten sich die Teilnehmenden in verschiedenen Workshops aus. Die Themen waren beispielsweise kirchlicher Einkauf, ökologisch-faire Beschaffung und die Photovoltaik-Strategie der Diözese. Die Ideen und Empfehlungen wurden schließlich im Plenum vorgestellt. Daneben wurden auch Leuchtturmprojekte in der Diözese vorgestellt, wie die Kirchliche Wohnrauminitiative und der Stromsparcheck der Caritas.

Rebekka Breimaier, Ehrenamtliche Vertretung aus dem Dekanat Ludwigsburg, fand besonders das Projekt „Faire Gemeinde“ interessant: „Da wird einem bewusst, dass es schon viele Lösungen gibt – konkrete Sachen, wie faire Geschenke oder Topfpflanzen anstatt Blumensträußen zu verschenken.“

Studientag als Auftakt für neue Entwicklungen

Der Studientag könnte die Initialzündung für die nötigen Entwicklungen der nächsten Jahre sein, hoffte Diözesanratsmitglied Markus Hartmann vom Dekanat Göppingen-Geislingen: „In der nächsten Sitzung dazu im November können wir dann zu Grundsatzbeschlüssen übergehen. Es ist sehr wichtig, das Thema ins Bewusstsein zu bringen.“ Das findet auch Diözesanratssprecher Warmbrunn: „Viele haben den Anspruch, Dinge zu bewahren. Aber dafür ist ein Wandel nötig – in den Strukturen und im Denken.“

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