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Auf Herbergssuche für Pilgerinnen und Pilger

Die St. Martinus-Gemeinschaft bemüht sich um Privatquartiere entlang der Strecke des regionalen Martinuswegs Hohenlohe-Franken.

Stuppach
Zwei Pilger auf dem Weg durch die Landschaft zwischen Stuppach und Dörzbach. Im Vordergrund ist ein Bildstock zu sehen. Diözese Rottenburg-Stuttgart / Arkadius Guzy

Pilger auf dem Weg durch die Landschaft zwischen Stuppach und Dörzbach. Foto: DRS/Guzy

Als Pilger hat Peter Silberzahn viel Erfahrung. Er ist regelmäßig und dabei oft allein auf verschiedenen Strecken unterwegs. Daraus ist nun ein Projekt der St. Martinus-Gemeinschaft in der Diözese Rottenburg-Stuttgart entstanden, das für Pilgernde Begegnungen und das Erlebnis von Gastfreundschaft fördern soll.

Der Verein sucht entlang der Strecke des Martinuswegs Hohenlohe-Franken, der auf rund 90 Kilometern von Bad Mergentheim nach Heilbronn führt, private Unterkunftsmöglichkeiten für Pilgerinnen und Pilger. „Ein einfaches Zimmer genügt. Es muss kein Drei-Sterne-Komfort sein“, erklärt Silberzahn.

Erfahrungen aus den Niederlanden

Dass solch eine Übernachtungsgelegenheit gut funktioniere, habe er beim Pilgern auf dem Bonifatius-Weg in den Niederlanden selbst erlebt. Dort habe er zum Beispiel in einem früheren Kinderzimmer oder in einem extra dafür hergerichteten Gartenhaus geschlafen.

Silberzahn, der sich als Kassier bei der St. Martinus-Gemeinschaft engagiert, hat die Idee mit den Privatquartieren in den Verein eingebracht. Nun arbeitet er mit einer kleinen, ehrenamtlichen Projektgruppe die Details aus. Die Gruppe tauscht sich dabei mit den Dekanatsreferenten der Dekanate Mergentheim, Hohenlohe und Heilbronn-Neckarsulm aus, durch die der Martinusweg Hohenlohe-Franken führt.

Die ersten Gastgeberinnen und Gastgeber sind bereit

Das Ganze ist als ein nicht-kommerzielles Angebot nach dem Motto „Pilger beherbergen Pilger“ gedacht, wie es in einer Projektbeschreibung heißt. Gastfreundschaft und Teilen stehen im Vordergrund – ganz im Sinne des Diözesanpatrons, dem der Weg gewidmet ist: St. Martin. Der Martinusweg Hohenlohe-Franken als einer der Martinuswege in der Diözese Rottenburg-Stuttgart bildet dabei laut Silberzahn einen Pilotversuch. Denn in der Gegend kennt er sich gut aus. Zwar wohnt der 69-Jährige mittlerweile seit mehreren Jahrzehnten in Horb am Neckar, aber er wuchs in der Tauber-Region auf.

Die ersten Gastgeberinnen und Gastgeber haben sich hier auch bereits gemeldet. Eine von ihnen ist Veronika Bauer. Sie bietet in Stuppach eine Übernachtungsmöglichkeit für Martinusweg-Pilgerinnen und -Pilger an. Da die Kinder mittlerweile aus dem Haus seien, habe sie genügend Platz, sagt die 61-Jährige. So öffne sie Menschen, die pilgernd unterwegs sind, gerne die Tür. „Ich bin schon gespannt, wer das Angebot nutzt, und freue mich auf Gespräche“, sagt Bauer.

Sehenswürdigkeit wartet in Stuppach

Sie selbst unternahm mit ihrem Mann im Jahr 2015 eine Radpilgertour von Stuppach nach Rom, wie Bauer erzählt. Damals hätte sie sich solch ein Übernachtungsangebot gewünscht.

Bauer, die gewählte Vorsitzende des Kirchengemeinderats in Stuppach ist, wirbt schon einmal für eine Station im Ort: „Stuppach ist ein schönes Ziel.“ Sie verweist auf das bekannte Gemälde der „Stuppacher Madonna“, das in der Seitenkapelle der Pfarrkirche besichtigt werden kann.

Projektgruppe sammelt Meldungen

Einige Erfahrungen mit Pilgern haben die Schwestern des Stadtklosters in Bad Mergentheim dagegen längst sammeln können: Das Pilgerzimmer im Kloster nutzen immer wieder einmal Menschen, die sich auf unterschiedlichen Routen auf den Weg gemacht haben. Die Einrichtung nimmt daher ebenfalls am neuen Herbergsprojekt der St. Martinus-Gemeinschaft teil. „Es sind meist offene Menschen, mit denen man gut und leicht ins Gespräch kommt“, sagt Schwester Birgit Reutemann über die bisherigen Gäste.

Wie Silberzahn ankündigt, wird demnächst ein Verzeichnis mit diesen und weiteren Adressen auf der Internetseite der St. Martinus-Gemeinschaft veröffentlicht. Damit ist die Suche nach privaten Quartieren allerdings nicht abgeschlossen. Wer Interesse hat, kann sich jederzeit unter Martinusgemeinschaft@drs.de bei der Projektgruppe um Silberzahn melden. Die verschickt dann einen kleinen Leitfaden an die potenziellen Gastgeberinnen und Gastgeber.

Der Martinusweg Hohenlohe-Franken

Die „Via Sancti Martini“ verbindet den Geburtsort des heiligen Martin, Szombathely in Ungarn, mit seiner Grablege in Tours in Frankreich. Der Martinusweg in der Diözese Rottenburg-Stuttgart besteht aus einem Hauptweg und vier Regionalwegen, die zahlreiche Martinskirchen miteinander verbinden. Der Martinusweg Hohenlohe-Franken verläuft als einer dieser Regionalwege von Bad Mergentheim nach Heilbronn. Für die rund 90 Kilometer lange Strecke werden vier Etappen empfohlen: Bad Mergentheim – Dörzbach, Dörzbach – Kloster Schöntal, Kloster Schöntal – Neuenstadt am Kocher, Neuenstadt am Kocher – Heilbronn. In Heilbronn, am Deutschordensmünster in der Innenstadt, stößt der Regionalweg auf den Hauptweg. Weitere Informationen zum Martinusweg gibt es auf der Internetseite der St. Martinus-Gemeinschaft.

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