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Aufmerksamkeit am Aktionstag

In Baden-Württemberg bietet die Caritas an 58 Standorten Migrationsberatung für Erwachsene und an 24 Standorten Jugendmigrationsdienste an.

Stuttgart/Freiburg

Für Menschen, die aus dem Ausland neu in unser Land kommen, ist es während der Corona-Pandemie besonders schwierig, hier Fuß zu fassen. Sie sind auf eine verlässliche Beratung und Unterstützung angewiesen. Die finden sie in den Migrationsberatungsstellen für Erwachsene (MBE) und den Jugendmigrationsdiensten (JMD), die Verbände der freien Wohlfahrtspflege wie die Caritas flächendeckend auch in Baden-Württemberg anbieten.

„MBE und JMD sind für eingewanderte Menschen verlässliche Partner, wenn vieles andere wegbricht – Schule und Deutschkurse, Jobs, Praktika und Ausbildungsplätze, Lern- und Freizeitangebote. Mit ihrer Unterstützung können diese Menschen ihren Weg auch in schwierigen Zeiten gehen und ihr Leben nach den eigenen Vorstellungen gestalten“, betonen die beiden Caritasdirektorinnen Birgit Schaer (Freiburg) und Dr. Annette Holuscha-Uhlenbrock (Rottenburg-Stuttgart).

Mit einem bundesweiten Aktionstag am 30. Juni, an dem sich auch Träger in Baden-Württemberg beteiligen, machen die Dienste auf ihren Beitrag für den Zusammenhalt der Gesellschaft aufmerksam.

Beratungszahlen auf hohem Niveau

Die Beratungszahlen der Migrationsberatung befinden sich seit Mitte des letzten Jahrzehnts bis heute auf hohem Niveau. Viele neuzugewanderte Menschen haben weiterhin einen großen Bedarf an Beratung und Unterstützung. Im vergangenen Jahr wurden bundesweit rund 115.000 junge Menschen aus 180 Nationen von den JMD beraten und begleitet. In den MBE wurden 305.295 Beratungsfälle gezählt. Zuzüglich der 210.614 mitberatenen Familienangehörigen konnten somit bundesweit insgesamt 515.909 Personen erreicht werden.

In Baden-Württemberg wurden in den 58 MBE in katholischer Trägerschaft 15.207 Beratungsfälle gezählt. In den 24 JMD der katholischen Trägergruppe konnten im Jahr 2020 insgesamt 4.535 junge Ratsuchende zwischen 12 und 27 Jahren aus 107 Nationen erreicht werden. „Diese Zahlen zeigen eindrucksvoll: Indem wir ratsuchende Personen mit Migrationsbiographie stärken, können sich zugewanderte Menschen besser integrieren und das stärkt den Zusammenhalt und damit die Zukunft unserer Gesellschaft“, so Holuscha-Uhlenbrock und Schaer.

Da Einwanderung nach Deutschland weiterhin stattfinde, müssten sich die Kommunen dauerhaft und strukturell darauf einstellen. Die Migrationsberatung sei ein verlässlicher Ansprechpartner in der Einwanderungsgesellschaft vor Ort, der durch langjährig gewachsene Vernetzung den Zusammenhalt des Gemeinwesens fördert und sichert. „MBE und JMD sind seit Jahrzehnten nicht nur auf die verschiedensten individuellen Lebenslagen eingestellt, sondern begleiten auch den gesellschaftlichen Wandel verlässlich und souverän“, betonen die beiden Caritasdirektorinnen.

Kreative und flexible Lösungen

Trotz der pandemiebedingten Verunsicherungen und Einschränkungen sei es mit kreativen und flexiblen Lösungen wie Onlineberatung, virtuelle Gruppenangebote oder Treffen im Freien gelungen, ein qualitativ hochwertiges Beratungsangebot für Neuzugewanderte aufrecht zu erhalten. Allerdings bleibe die Ausstattung mit Ressourcen deutlich hinter dem zurück, was notwendig sei.

In Baden-Württemberg bietet die Caritas an 58 Standorten Migrationsberatung für Erwachsene und an 24 Standorten Jugendmigrationsdienste an. Zum Aktionstag am 30. Juni finden bundesweit zahlreiche Aktivitäten vor Ort statt.

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