Markus Waggershauser Aulendorf als demenzsensible Gemeinde ausgezeichnet
Max Kovalenko Photography Andrea Brändle von der katholischen Nachbarschaftshilfe und Josef Bühler, Vorsitzender der Solidarischen Gemeinde Aulendorf e.V. (Mitte) nahmen im Porsche-Museum in Stuttgart von Vertretern der Jury den 2. Preis der Ferry-Porsche-Challenge 2026 entgegen. Foto: Max Kovalenko Photography
Jubel im Stuttgarter Porsche-Museum. Die Solidarische Gemeinde Aulendorf e.V. gehört zu den strahlenden Siegern der diesjährigen Ferry-Porsche-Challenge. Stellvertretend für das starke lokale Netzwerk nahmen der Vereinsvorsitzende Josef Bühler und Andrea Brändle, Vertreterin der Partnerorganisation Katholische Nachbarschaftshilfe, den Preis entgegen. Unter dem Motto „Gemeinsam älter – Gemeinsam stärker“ suchte die Stiftung nach innovativen Konzepten für ein würdevolles Leben im Alter. Aus rund 200 Bewerbungen schaffte es das Aulendorfer Projekt „Demenzsensible Gemeinde Aulendorf – Gesundheitsförderung & Teilhabestärkung“ auf einen der zweiten Plätze, die an insgesamt sechs wegweisende Projekte vergeben wurden.
Vier-Säulen-Modell für Betroffene, Angehörige und die Region
Das prämierte Projekt zielt darauf ab, Menschen mit leichter bis mittlerer Demenz psychosozial zu fördern, pflegende Angehörige zu entlasten und die Bevölkerung für den Umgang mit Demenzerkrankten zu sensibilisieren. Im Zentrum des Angebots steht ein Vier-Säulen-Modell. Neben dem „Treffpunkt Lichtblick“, einer wöchentlichen Begleitgruppe, und einer Selbsthilfegruppe für Angehörige bilden aktivierende Hausbesuche das Herzstück des Konzepts. Abgerundet wird die Initiative durch umfassende Qualifizierungs- und Aufklärungsarbeit in der Gemeinde – von Informationsabenden bis hin zu Schulungen für Vereine und lokale Geschäfte. Ziel ist ein würdevoller und unterstützender Umgang mit demenzerkrankten Personen in ganz Aulendorf.
Ehrenamtliche erhalten Profi-Coaching beim Hausbesuch
Besonders überzeugt zeigte sich die Jury vom innovativen und netzwerkübergreifenden Ansatz des Vereins. Ein wichtiger Baustein ist die bestehende Kooperation mit dem Aulendorfer Ärztehaus im Primärversorgungsnetzwerk (PVN), die eine kostenfreie Sozialberatung „auf Rezept“ ermöglicht. Zudem setzen die Initiatoren auf ein neuartiges „On-the-job-Coaching“. Nach einer 20-stündigen Grundschulung werden die Ehrenamtlichen bei ihren ersten Hausbesuchen direkt von professionellen Physio- und Musiktherapeuten begleitet. Diese individuell auf die Biografie der Betroffenen abgestimmten Einheiten – etwa durch gemeinsames Singen oder Musizieren – fördern die Selbstwirksamkeit und bieten gezielte, aktivierende Unterstützung im Alltag.
Demenz als Thema sichtbar machen
„Demenz ist eine wachsende Herausforderung, die uns alle betrifft – ob als Betroffene, als Angehörige oder im täglichen Miteinander im öffentlichen Raum“, betonte Josef Bühler in seinem Dank an die Stiftung. „Betroffene brauchen gezielte Förderung, Angehörige dringend Entlastung und wir alle das nötige Wissen, um Menschen mit Demenz mit Würde zu begegnen“, ergänzte er. Genau da setze die Solidarische Gemeinde an. „Mit den Fördergeldern können wir unsere Maßnahmen weiter ausbauen und echte Unterstützung vor Ort schaffen.“
Gemeinsam für eine lebenswerte Stadt
In der „Solidarischen Gemeinde“ Aulendorf engagieren sich Ehrenamtliche für Geselligkeit, Gesundheit und sorgende Unterstützung - nicht nur im Alter.
Unser Beitrag vom 9. Juni stellt die Solidarische Gemeinde Aulendorf näher vor.