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Aus der Not eine Tugend gemacht

In Beffendorf findet die Corona-Aktion "BibelWORT" auch nachdem wieder gemeinschaftlich Gottesdienste gefeiert werden können eine große Resonanz.

Oberndorf
In Beffendorf läuft die Akton "BibelWORT". Bild: Anna Staiger

Mittels der Aktion "BibelWORT" wird in Beffendorf das Sonntagsevangelium in fünf festen Gruppen miteinander besprochen. Bild: Anna Staiger

Die Corona-Pandemie hat auch die Kirche vor viele Herausforderungen gestellt. Neben der Sorge um die Gesundheit und das Leben von Menschen stand und steht die Frage, wie unter der Vorgabe von Abstandsgeboten und Kontaktbeschränkung miteinander Glauben gefeiert und gelebt werden kann.

In der Seelsorgeeinheit Raum Oberndorf war man aufgrund der hohen Inzidenzzahlen im Kreis, die es nicht erlaubten Gottesdienst zu feiern, schon mehrfach darauf angewiesen, kreative Ideen zu finden, um das Gemeindeleben lebendig zu halten, berichtet Anna Staiger von der Kirchengmeinde Beffendorf. "In der Adventszeit gab es einen Adventsbegleiter zum Mitnehmen, zu Weihnachten luden die Krippenfiguren am Gemeindehaus zu täglichen Impulsen ein und an Drei König erstellten die Ministranten Impulse für eine Sternensuche rund ums Dorf. Im Frühjahr wollte man noch auf Prozessionen verzichten und so wurden an Christi Himmelfahrt einige Feldkreuze mit wissenswerten Informationen zu diesen Kreuzen bestückt und es gab eine spirituelle Anregung. An Fronleichnam war das gesamte Dorf eingeladen, kleine Hausaltäre mit Blumenteppichen zu gestalten. Damit konnte deutlich gemacht werden, dass Jesus Christus bei uns Wohnung nehmen möchte."

Die Kinder hätten über all die Zeit die sorgfältig vorbereitete Kinderkirche in der sogenannten "Kiki im Täschle" nach Hause bekommen und dort zusammen mit ihren Eltern Gottesdienst gefeiert. "Doch für die Erwachsenen fehlte ein Ersatz für den gewöhnlichen Sonntagsgottesdienst. Es sollte etwas geben, das den Menschen die Botschaft Jesu zuspricht und zugleich die Menschen miteinander ins Gespräch bringt - auch ohne direkten Kontakt", sagt  Anna Staiger.

So sei das BibelWORT im Ort entstanden. Dabei werden in Briefform in einer Art Schreibgespräch Gedanken, Fragen und Anregungen zu einem Bibeltext ausgetauscht. Das Evangelium könne so im Ort Kreise ziehen. "Es ist in gewisser Weise ein Bibelteilen light, orts- und zeitunabhängig. Diese Aktion kam so gut an, dass nun auch weiterhin – nachdem wieder gemeinschaftlich Gottesdienst gefeiert werden darf – fünf feste Gruppe das Sonntagsevangelium auf diese Weise miteinander besprechen. Das BibelWORT im Ort ist ein Beispiel, das zeigt, wie das erzwungene Umdenken, neue, fruchtbare Wege ermöglicht", stellt Anna Staiger fest.

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