Matthias Zahner Beeindruckende Wegmarken des Glaubens
Matthias Zahner Bischof em. Dr. Gebhard Fürst (Zweiter von recht), Weihbischof Dr. Gerhard Schneider (Dritter von rechts) und Wallfahrtsrektor Pfarrer Dr. Johannes Holdt (rechts) bei der Lichterprozession im Weggental, begleitet von Ministranten und den Trägern der Marienfigur. Foto: Diözese Rottenburg-Stuttgart / Matthias Zahner
Im Rottenburger Weggental ist am Dienstagabend, 8. September, gleich doppelt gefeiert worden: Mariä Geburt, das Titularfest der Wallfahrtskirche, und der endgültige Abschluss der Restaurierung des Prozessionsweges, der aus Rottenburg hinaus zum Weggental führt. Der emeritierte Bischof der Diözese, Dr. Gebhard Fürst, und Weihbischof Dr. Gerhard Schneider feierten gemeinsam mit Pfarrer Dr. Johannes Holdt den Festgottesdienst in der Wallfahrtskirche im Weggental und segneten im Rahmen der anschließenden Lichterprozession den Prozessionsweg, der in verschiedenen Etappen über mehrere Jahre hinweg restauriert wurde. Rund 150 Menschen kamen zu diesem feierlichen Anlass.
Bischof em. Fürst initiiert die Restaurierung des Prozessionswegs
„Es freut mich sehr, dass diesem Festgottesdienst heute unser emeritierter Bischof Gebhard Fürst vorsteht. Es geschah wesentlich auf seine Initiative hin, sich dieses Prozessionsweges anzunehmen und ihn auch weiter zugänglich und erfahrbar zu gestalten“, sagte Weihbischof Dr. Schneider in seiner Begrüßung am Dienstagabend.
Vor 20 Jahren hatte Bischof Fürst die Stiftung „Wegzeichen – Lebenszeichen – Glaubenszeichen“ ins Leben gerufen und damit über die Jahre das Bewusstsein für religiöse Kleinkunstwerke, Wegkreuze und Wegkapellen in der Diözese geschärft. „Die kleinen, aber eindrücklichen Stationen und Kreuze sind öffentlich sichtbare Wegmarken unseres Glaubens. Sie sind damit Ort des privaten Gebetes genauso wie Zeugnis unseres Christseins“, sagte Weihbischof Schneider.
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Matthias Zahner Bischof em. Fürst: „Ich bin über den heutigen Tag jetzt sehr froh“
Bischof em. Fürst selbst zeigte sich bewegt: „Ich bin über den heutigen Tag jetzt sehr froh, über den gemeinsamen Gottesdienst und die Segnung dieser Prozessionsstraße, denn die Prozessionsstraße vom Dom ins Weggental ist eine Perle für ganz Rottenburg.“ Der Weg trage Menschen auf ihrem eigenen Lebensweg mit, gerade dann, wenn dieser nicht einfach sei: „Die Schmerzensmutter kommt immer wieder auf dem Weg vor. Und so können die Menschen diesen Weg mit ihrem Schmerz gehen und werden dadurch getröstet, weil sie sehen: Die Mutter des Herrn hat auch Schmerz und Leid erfahren und ist doch von Jesus Christus, von Gott selbst in den Himmel aufgenommen worden.“
Ein Höhepunkt langjähriger Bemühungen
Für ihn persönlich sei die Segnung des Prozessionswegs der Abschluss und Höhepunkt einer langjährigen Bemühung, sagte Fürst. „Die Bildstöcke waren anfangs ziemlich heruntergekommen. Und jetzt sind sie renoviert und restauriert. Es hat einigen Aufwand gebraucht, bis das so weit war. Also ich bin froh und dankbar und freue mich, dass ich heute hier sein durfte.“
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Matthias Zahner Eine Prozession mit Trompeten und Kerzenlicht
Nach dem Gottesdienst zogen die rund 150 Mitfeiernden zur Lichterprozession aus der Wallfahrtskirche hinaus. Der Weg führte von der Weggentalkirche zu einem der Bildstöcke zwischen dem Weggental und der Stadt. Dort segneten Bischof em. Fürst und Weihbischof Schneider den Prozessionsweg, bevor es mit Gesang und Trompetenklang zurück zur Kirche ging, wo das Fest mit dem sakramentalen Segen endete.
Restaurierung der Bildstöcke startet 2022
Der Weg zur vollständigen Restaurierung erstreckte sich über mehrere Jahre. Schon vor knapp vier Jahren hatte Bischof em. Fürst den restaurierten Prozessionsweg mit 16 Stationen im Weggental gesegnet, damals waren die Arbeiten aber noch nicht vollendet.
Am 1. Oktober 2024folgte die zweite Etappe: Am Schlusspunkt des Prozessionswegs, direkt vor der Wallfahrtskirche, segnete Bischof em. Fürst eine neue Marien-Stele, geschaffen vom Rottenburger Bildhauer Ralf Ehmann. Die gut zwei Meter hohe Skulptur aus Untersberger Marmor zeigt Maria, sitzend mit dem Kind, in dynamischer Bewegung. Der emeritierte Bischof war Initiator und Stifter des Projekts. Der Grund: Viele Motive der Bildstöcke entlang des Weges greifen die „Sieben Schmerzen Mariens“ auf, auch die Gründungslegende der Weggentalkirche selbst geht auf die Pietà zurück, das Gnadenbild über dem Tabernakel. Mit der neuen Stele wollte Fürst den Blick am Ende des Weges noch einmal auf Maria lenken. Erst danach wurden weitere Arbeiten an einzelnen Stationen fertiggestellt, bis der Weg nun am Dienstagabend als Ganzes gesegnet werden konnte.
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Matthias Zahner Was am 8. September gefeiert wird
Der 8. September ist im katholischen Kirchenjahr das Fest Mariä Geburt, das Patrozinium der Weggentalkirche. An diesem Jahrestag feiert die Gemeinde ihr Titularfest, den Festtag ihres kirchlichen Namens. Mit einem überlieferten Geburtstag Marias hat das Datum nichts zu tun, es ist liturgisch gesetzt, genau neun Monate nach dem Fest der Unbefleckten Empfängnis im Dezember.
Verehrt wird in der Weggentalkirche als Gnadenbild eine Pietà, Maria mit ihrem vom Kreuz abgenommenen Sohn im Arm, die Schmerzhafte Muttergottes. Die Wallfahrt dorthin reicht der Überlieferung nach bis in die Zeit um 1517 zurück. Die heutige Barockkirche entstand 1682 bis 1695.