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Begegnung interkulturell und bunt

Die Akademie der Diözese hat die Bühne für Musik und Tanz, Essen und Gespräche auf dem Weingartener Martinsberg geboten.

Weingarten
Tetiana in einer Tanzbewegung zur Seite.

Tetiana aus der Ukraine tanzt zu Melodien aus ihrer Heimat - Foto: DRS/Waggershauser

"Wir bieten den Raum, Sie haben die Ideen" - mit diesem Aufruf wandte sich Heike Wagner, die die Diözesanakademie am Standort Weingarten leitet, an die Öffentlichkeit. Zu den drei Treffen kamen Vereine wie der Folklorekreis oder der Rat der indischen Studierenden, aber auch Einzelpersonen. Gemeinsam bereiteten sie ein Fest der Begegnung vor, zu dem sie am Donnerstagabend einluden. Wegen des unsicheren Wetters bevölkerte die Schar der Organisierenden und der Besucherinnen und Besucher den barocken Klosterflügel. Auf den Gängen erhielten Kinder und auch dem Kindesalter entwachsene ein Katzengesicht oder ein Henna-Tattoo, während Baschar Kasou seine in der Region bekannten Falafeln anbot.

Zusammen mit einem Gitarristen bestritt der Syrer auf seinem traditionellen Saiteninstrument auch einen Teil des Muskprogramms im Saal. Heike Wagner, an der Akademie für den Fachbereich internationale Beziehungen zuständig, war überwältigt vom großen Echo. Das Fest ist Teil einer Dialogreihe von Religionen und Kulturen auf dem Weingartener Martinsberg, an der sich auch die beiden Hochschulen, die evangelisch-katholische Hochschulgemeinde und das religiönspädagogische Institut der Diözese beteiligen. Um die Menschen noch intensiver ins Gespräch zu bringen, leitete Wagner ein Bingo-Spiel an. Aufgabe war es, Personen mit bestimmten Eigenschaften im Raum ausfindig zu machen. Wer zuerst fünf Felder nebeneinander ausfüllen konnte, erhielt einen Preis.
 

Studentinnen aus Indien und der Ukraine tanzen gemeinsam

Aus Indien, den USA und der Türkei, aus Syrien und aus dem Ländle kamen die Feiernden. Unter ihnen auch zwei junge Frauen aus der Ukraine. "Ich komme aus Kalyniwka, die letzten drei Jahre habe ich aber in Kiew, in der Hauptstadt gewohnt", berichtete Tetiana. Wie Mariia verschlug sie der Krieg im März nach Weingarten. An der Pädagigischen Hochschule konnten beide ihr Studium in Deutsch und Englisch fortsetzen. In ihrer freien Zeit sind die Studentinnen für ihre Landsleute als Übersetzerinnen gefragt. "Wenn jemand in Schwäbisch spricht, können wir das aber nicht so gut verstehen", räumte Tetiana ein. An der Hochschule fühlten sie sich jedoch wohl und hätten viele Freunde.

Und dann stand Tetiana mit einer indischen Kommilitonin auf der Bühne. Sie hatten ein Potpourri aus traditionellen und modernen Musikstücken ihrer beiden Heimatländer zusammengestellt und einen Showtanz dazu einstudiert. Abwechselnd und gemeinsam bewegen sich ihre Körper durch den Raum, mal wild, mal eher sinnlich. Das Publikum spendete begeistert Applaus. Die Begegnung war an diesem Abend vielfältig und machte trotz der schwierigen Weltsituation allen Freude. So gelang Völkerverständigung im Kleinen - religionsübergreifend, interkulturell und bunt.

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