Zum Inhalt springen

"Bei uns leiten die Frauen!"

Sr. Perline tourt im Rahmen der Misereor-Fastenaktion durch die Diözese und besucht Schulen. Am Mittwoch war sie zu Gast bei der HA Weltkirche.

Rottenburg am Neckar
Diözese Rottenburg-Stuttgart / HA Weltkirche

Sr. Perline (Mitte) tourt im Rahmen der Misereor-Fastenaktion 2023 durch die Diözese und besucht Schulen. Am Mittwoch war sie zu Gast bei der Hauptabteilung (HA) Weltkirche. Mit auf dem Bild: Domkapitular Msgr. Dr. Heinz-Detlef Stäps (5. von rechts), Leiter der HA Weltkirche, Dr. Wolf-Gero Reichert (3. von rechts), Geschäftsführender Referent der HA Weltkirche, und Sarah Behling-Vogelmann (2. von rechts), Fachreferentin der Projektstelle für Globales Lernen. Bild: Diözese Rottenburg-Stuttgart / HA Weltkirche

Voller Begeisterung erzählt Sr. Perline von den Fortschritten der Kinder in den Schulen von VOZAMA. Im Rahmen der Misereor-Fastenaktion tourt sie derzeit durch die Diözese Rottenburg-Stuttgart, besucht dabei vor allem Schulen, am Mittwoch aber auch die Hauptabteilung Weltkirche der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

In Madagaskar leben vier Millionen Kinder im Grundschulalter. Viele von ihnen können aber keine Schule besuchen, weil die Wege zu weit oder zu gefährlich sind. Dabei ist sich Sr. Perline Soamanambina sicher: "Bildung ist der beste Weg, um in einem so armen Land wie Madagaskar voranzukommen."

Mit Bildung gegen Armut

Diesem Ziel dient sie mit Herzblut bei VOZAMA, das im madagassischen "Rettet die Kinder" heißt. VOZAMA gründet in Dörfern Schulen, um den Kindern den Grundschulbesuch zu ermöglichen. Mittlerweile, so Sr. Perline, hätten sie auf diesem Wege fast 250 Schulen ins Leben gerufen. Sie bekämen kaum Unterstützung vom Staat, wobei Bildung auch in Madagaskar eine staatliche Aufgabe sei.

Seit 2020 hätten sie immerhin eine Anerkennung als Bildungseinrichtung erhalten, wodurch die Lehrerinnen und Lehrer eine kleine Aufwandsentschädigung erhielten – nicht zu vergleichen mit einem regulären Lohn. Deshalb betont Sr. Perline, wie wichtig die Unterstützung der Christinnen und Christen in Deutschland und die von Misereor ist. "Unsere Erfahrung ist: So kommen die Dörfer aus der Armut auf allen Ebenen heraus, insbesondere aber aus der geistigen Armut, die die Ursache für die wirtschaftliche Armut ist."

Über die Schulen werden die Dörfer entwickelt

Zwei Dinge sind an VOZAMA besonders bemerkenswert. Zum einen arbeiten sie nicht nur mit den Kindern. Sie haben einen ganzheitlichen Ansatz und beziehen die Eltern ebenfalls mit ein. Ziel ist es, über die Schulen die Dörfer zu entwickeln. So erheben sie die Schulungsbedarfe der Familien, woraufhin sich die Lehrerinnen und Lehrer fortbilden, um genau dazu Workshops anzubieten.

Als Beispiel nennt Sr. Perline Anbauweisen in der Landwirtschaft, deren Anpassung an den Klimawandel immer mehr Kleinbauernfamilien überfordert. Letztendlich will VOZAMA die Schulen nicht auf Dauer selbst betreiben, sondern in die Hände der dörflichen Gemeinschaft übergeben. Bei vier ihrer Schulen sei das bereits gelungen.

Frauen bringen das Projekt voran

Zum anderen wird deutlich, dass es die Frauen sind, die VOZAMA voranbringen. Die Generalsekretärin der kirchennahen Nichtregierungsorganisation ist eine Frau, Taratra Rakotomamonjy. Sr. Perline ist die Regionale Leiterin von VOZAMA Fianarantsoa, einer der beiden Regionen.

Von den knapp 300 Lehrkräften seien über 90 Prozent Frauen. Aus feministischer Perspektive ist das ist für madagassische Verhältnisse ein Leuchtturmprojekt.

Aktuelles

zum Thema

Die Auferstehung als Höhepunkt

Alttann

Bei der Passions- und Osterkrippe in der Kirche St. Nikolaus in Alttann bei Wolfegg überstrahlt der Auferstandene die Szenen aus der Karwoche.

Zuckerhasen zu Ostern

Caroline Haro-Gnändinger von Kirche im Privatfunk war im Filderstadtmuseum in Bonlanden und ihr sind zwei süße Naschereien besonders aufgefallen.

Aktuelles

aus der Region

DRS / Annika Werner

Landwirt sein, aus Liebe zur Familie und zur Natur

Rottweil

Der Hof der Sauters ist seit 300 Jahren im Familienbesitz. Damit er weiterbestehen kann, führt ihn der 33-jährige Samuel auf mehreren Standbeinen.

Angelika Sönnichsen

Frieden wächst, wo Menschen einander begegnen

Rottenburg

Bischof Dr. Klaus Krämer besucht Friedens-, Bildungs- und Klimaprojekte in Burundi. Die Reise zeigt, wie langjährige Partnerschaft Zukunft schafft.

Aktuelles

aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Blutreitergruppe Meckenbeuren

In Treue zum Weingartener Blutritt

Meckenbeuren

Wie andere in den letzten Jahren feiert die Blutreitergruppe Meckenbeuren 2026 ihre Gründung vor 100 Jahren mit Gottesdienst und Reiterprozession.

Christine Eberle

Kunst zum Entdecken und Nachdenken

Ellwangen (Jagst)

Eine Ausstellung mit Werken von Judith Wettemann-Ebert knüpft an die Themen der Landesgartenschau und besonders an die dortige Blumenschau an.

Markus Waggershauser

Im Storchengang durchs kalte Wasser

Jordanbad

Wassertreten im Kneippbecken ist gut für die Gesundheit und erfrischt im Biberacher Jordanbad und anderswo Körper und Seele - nicht nur im Sommer.

Constanze Stark

Eine Kirche mit außergewöhnlicher Geschichte

Hechingen

Eine alte Legende erzählt, dass Engel die Wallfahrtskirche über Nacht an ihren heutigen Ort getragen haben. Doch was steckt dahinter?

Markus Waggershauser

Friedensglocken verbinden Deutsche und Tschechen

Aichtal

Gegenbesuch von Pilgern aus Grötzingen und Lustnau in Pìst‘ stärkt die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Gemeinden der beiden Länder.