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Berkheim lebte das Evangelium

Bischof Gebhard Fürst erinnerte an die Aufnahme und Bestattung des fremden Pilgers Willebold vor knapp 800 Jahren.

Berkheim
Acht Männer tragen den Sarkophag auf ihren Schultern.

In einer Prozession wird der gläserne Sarkopahg mit den sterblichen Überresten des Heiligen Willebold von der Pfarrkirche zum Festplatz getragen - Foto: Alexander Schreiner

Mit einem Pontifikalgottesdienst auf dem Festplatz beim Kindergarten und einer Prozession mit dem gläsernen Sarkophag des Heiligen feierte Berkheim seinen Ortspatron Willebold. Bischof Gebhard Fürst verwies in seiner Predigt auf die sieben Werke der Barmherzigkeit im Matthäusevangelium, zu denen „Fremde aufnehmen“ und „Tote begraben“ zählen.

Von diesen beiden christlichen Lebensrichtlinien schlug er den Bogen zu dem, was aus dem Jahr 1230 überliefert ist. Um Allerheiligen klopfte damals ein fremder Pilger an und erhielt in dem Ort an der Iller unweit von Memmingen ein einfaches Schlaflager. Als er über Nacht verstarb, bestatteten ihn die Dorfbewohner würdig. „So wurde Berkheim ein Ort, in dem vor fast 800 Jahren ein Stück Evangelium Wirklichkeit wurde“, lobte Bischof Fürst.

Auch heute füreinander da sein

Der Legende nach sollen beim Tod des Heiligen Willebold, der angeblich aus dem Nordschwarzwald stammt, die Glocken der Pfarrkirche von selbst geläutet haben und es habe ihn himmlischer Duft und zarte Musik umgeben. „Wie die Menschen in Berkheim damals im Sinne Jesu gehandelt haben, so können sie heute miteinander glauben und füreinander da sein“, sagte Bischof Fürst den zahlreich versammelten Gläubigen.

Und auch als Pilger könne Willebold Vorbild für den Lebensweg sein, auf dem die Menschen zu einem himmlischen Ziel unterwegs seien. Mit Bischof Fürst standen auch Ortspfarrer Pater Johannes-Baptist Schmid, Pfarrvikar Gordon Asare und Ruhestandsgeistlicher Paul Notz am Altar. Die Musikkapelle und die Chöre aus Berkheim, Haslach und Ellwangen gestalteten die Feierlichkeiten mit.

Es war ein besonderer Tag

Am Nachmittag gab Bischof Fürst dem Willebold-Park mitten im Ort den kirchlichen Segen. Hier finden im Rahmen des „Service-Wohnens“ Menschen über 60 Jahre eine Bleibe und unterschiedliche Formen der Unterstützung. „Hier erfüllt sich für uns der lang gehegte Traum“, betont Berkheims Bürgermeister Walther Puza.

Und er verweist auf den Heiligen Willebold. „Wir wissen uns von ihm begleitet im täglichen Leben“, sagt er über dessen bleibende Bedeutung. Greti Wagner, langjährige ehrenamtliche Mitarbeiterin der Kirchengemeinde, ist wie Puza voll des Lobes. „Es war zu spüren, dass es ein besonderer Tag ist“, freut sie sich. „Es war ein schönes Miteinander.“

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