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Besondere Nähe in Klang und Raum

Am 2. Advent eröffnet das Spirituelle Zentrum "station s". Zeitgleich startet der „Klangraum st. fidelis“ mit einem ambitionierten Programm.

Stuttgart

Foto: Marco Borggreve

Zu hören sein werden Ensembles von Weltrang wie Stile Antico, The Royal Windmusic und Singer Pur mit David Orlowsky. Es sind aber nicht die großen Namen allein, die den Klangraum ausmachen, sondern neue kreative Formate und eine besondere Nähe zwischen Künstlern und Publikum, die in der umgebauten Kirche möglich sein wird.

Klang und Raum sollen in besonderer Weise harmonieren, deshalb auch der Name „Klangraum st.fidelis“. Schön, weit und schlicht ist die umgebaute Kirche, überraschend, kreativ und niveauvoll das Programm. „Wir werden geisterfüllte Musik auf hohem Niveau zum Klingen bringen“, verspricht Tobias Wittmann.

Im Klangraum sollen nicht nur ausdrücklich geistliche Werke zu hören sein, sondern jede Art geisterfüllter Musik, die Verdichtung und Konzentration entstehen lässt und Impulse für Geist und Sinne bietet. „Wir möchten in Stuttgart einen neuen Konzertraum etablieren, der sich allein schon durch seine sinnliche Atmosphäre deutlich abhebt von der Anonymität großer Konzertsäle“, so Wittmann. Inmitten der Großstadt soll ein Ort entstehen, an dem erfahrbar wird, „wie Musik aus der Stille kommt, die Kraft der Stille entfaltet und wie Musik in die Stille mündet“.

Der Klangraum startet mit einem Konzert von Stile Antico am Samstag, 7. Dezember, um 19 Uhr. Das englische Vokalensemble von Weltrang präsentiert Vokalmusik aus der Renaissance und dem Frühbarock. Die Sänger bringen ihre persönlichen Favoriten mit in den Stuttgarter Westen. Zu den Themen Lobpreis, Erwartung und Liebe werden einige der größten Meisterwerke der polyphonen Renaissancemusik aus England und Kontinentaleuropa erklingen.

Weitere große Namen folgen im neuen Jahr: The Royal Windmusic, ein Ensemble aus 13 Blockflöten, ist am Donnerstag, 6. Februar, zu hören und nimmt die Zuhörer mit auf einen Rundgang durch die Kathedrale von Sevilla. Die 13 Musiker aus sechs Ländern sind regelmäßig in großen Konzerthallen in Europa zu hören.

Das Vokalensemble Singer Pur und der Klarinettist David Orlowsky, die sich für „Jeremiah“ zusammengetan haben, sind am Donnerstag, 19. März, zu Gast in St. Fidelis. Sie präsentieren Klageliedvertonungen von G.P. Palestrina, G. Gesualdo und M. Porat. Gemeinsam wollen die Sänger und der Klarinettist die Grenzen zwischen Klassik, Weltmusik und populärer Musik zum Fließen bringen.

Zu den experimentellen neuen Formaten in der Reihe Klangraum zählt das Blind Date, bei dem die Zuhörer nicht wissen, was sie erwartet. „Wir versprechen spannende Musiker, überraschende Instrumente und auf jeden Fall eine außergewöhnliche Hörerfahrung“, sagt Tobias Wittmann. Vorher steht lediglich der Titel des Abends fest. Dafür gibt es am Ende des Konzerts die Möglichkeit, mit den Künstlern ins Gespräch zu kommen.

Zudem öffnen die „resonanzen“ an jedem Donnerstag, um 18.30 Uhr einen 35-minütigen frei improvisierten Klangraum, der zum Verweilen einlädt. „Wir möchten damit ein ganz offenes Angebot schaffen. Man kann einfach da sein, sich von den Orgelklängen umfassen lassen, umhergehen, sitzen, stehen, liegen“, so Wittmann. Der Eintritt ist frei und jederzeit möglich.

Ebenfalls neu und außergewöhnlich sind die thematischen Gottesdienste, die sich mit einem bestimmten musikalischen Werk auseinandersetzen. In der Weihnachtszeit beschäftigen sich zwei Gottesdienste musikalisch und thematisch mit dem Werk „La nativité du seigneur“ von Olivier Messiaen. In dem Orgelzyklus über die Geburt des Herrn deutet Messiaen die zentralen Gedanken und Figuren des Weihnachtsfestes in neun Meditationen aus.

Die beiden Gottesdienste am zweiten Weihnachtsfeiertag, 26. Dezember, sowie am Sonntag, 12. Januar, werden von Pfarrer Stefan Karbach vom Leitungsteam des Spirituellen Zentrums sowie von Tobias Wittmann an der Orgel gestaltet. 

Wer sich schon vorher der Weihnachtszeit annähern möchte, ist am 21. Dezember, zum Konzert des Philharmonia Chor Stuttgart eingeladen. „O Sapientia, O Weisheit“ ist der Titel des Abends, an dem Motetten Felix Mendelssohn Bartholdys und klangschöne Vertonungen skandinavischer Komponisten wie Morten Lauridsen und Ola Gjeilo zu hören sind.

Das gesamte Programm der ersten Klangraum-Reihe findet sich auf www.kirchenmusik-in-stuttgart.de/st-fidelis.
Karten sind erhältlich im Haus der Katholischen Kirche und  bei www.reservix.de

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