Mit einer zutiefst beeindruckenden Gedenkstunde hat die Stiftung Liebenau an die grausame Ermordung von Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen durch die Nationalsozialisten erinnert. Die einzelnen Elemente waren in einer inklusiven Workshopreihe erarbeitet worden. Außergewöhnlich war nicht nur das neue Format, sondern auch der Teilhabegedanke: Menschen, die in Einrichtungen der Stiftung Liebenau leben oder betreut werden, waren aktiv in die Gedenkkultur einbezogen.
501 Menschen aus Liebenau und Rosenharz wurden in den Jahren 1940/41 von den Nazis in den Gasmordanstalten Grafeneck und Hadamar umgebracht. Jedes Jahr um den 27. Januar, dem nationalen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus, erinnert die Stiftung Liebenau an die sogenannte "Euthanasie". "Jeder und jede Ermordete soll gewürdigt und in Erinnerung gehalten werden. Denn diese schrecklichen Dinge dürfen nie wieder geschehen", betonte Dr. Berthold Broll, Vorstand der Stiftung Liebenau, vor etwa 80 Gästen im Kulturschuppen Gleis 1 in Meckenbeuren.