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Bildung mit Haltung

Respekt, Vertrauen und Empathie sind für eine demokratische Gemeinschaft unabdingbar. Eine Tagung zeigt, wie Religionsunterricht diese Werte fördert.

Schöntal (Jagst)
Ordinariatsrätin Ute Augustyniak-Dürr, Ministerialrat Rüdiger Hocke, Professor Klaus Zierer, Bischof Dr. Klaus Krämer, Schulseelsorgerin Beate Brielmaier, Birgit Kittl-Sierts, Fachberaterin Unterrichtsentwicklung, und Moderator Daniel Schneider diskutieren auf dem Podium. Foto: DRS/Guzy

Ordinariatsrätin Ute Augustyniak-Dürr, Ministerialrat Rüdiger Hocke, Professor Klaus Zierer, Bischof Dr. Klaus Krämer, Schulseelsorgerin Beate Brielmaier, Birgit Kittl-Sierts, Fachberaterin Unterrichtsentwicklung, und Moderator Daniel Schneider diskutieren auf dem Podium. Foto: DRS/Guzy

Was Religionsunterricht und Schulpastoral zum Zusammenhalt in Schule und Gesellschaft beitragen können, war Thema des Religionslehrer:innen-Tags der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Mehr als 200 Lehrkräfte aus ganz Württemberg trafen sich dazu im Bildungshaus Kloster Schöntal.

Wie Halt, Haltung, Bildung zusammenhängen, erläuterte Ordinariatsrätin Ute Augustyniak-Dürr von der Hauptabteilung Schulen des Bischöflichen Ordinariats. „Bildung ist der Prozess, den Menschen ins Leben zu rufen“, sagte sie. Das Fresko „Die Erschaffung Adams“ von Michelangelo diente ihr als Bezugspunkt für ihre Ausführungen. 

„Zusammenhalt erfordert, selbst Haltung zu zeigen, Menschlichkeit vorbildhaft zu leben und auch in Zeiten der Unsicherheit nicht nur abzuwarten und zu ertragen, sondern zum Handeln ermutigt zu werden, also Empowerment zu fördern“, sagte Bischof Dr. Klaus Krämer. Eine Formulierung aus dem Wort der deutschen Bischöfe zum Religionsunterricht zitierend, bezeichnete er Religionslehrerinnen und Religionslehrer als Brückenbauer zwischen Kirche und Schule. „Durch Bildung über Werte, Toleranz, Frieden und Gerechtigkeit können die Mauern der Vorurteile überwunden und Wege der Zusammenarbeit zwischen Familien, Schulen und Gemeinden gestaltet werden“, erklärte Krämer.

Die Bedeutung von Werten

Darüber hinaus müsse „jede und jeder Einzelne von uns zum Brückenbauer über die Gräben und Mauern unserer Gesellschaft hinweg werden“. In der Nachfolge Jesu Christi seien wir alle zum Handeln aufgerufen, und dazu, uns unseren Nächsten zuzuwenden, Räume des Dialogs zu schaffen und Impulse zu geben, um alte Muster aufzubrechen. Das bedeute stets auch, die eigene Haltung im Blick zu haben und Reflexion und Kritikfähigkeit selbst zu leben. „Denn Lernen bedeutet, eigene Positionen zu prüfen, Vorurteile zu erkennen und offen für neue Sichtweisen zu bleiben“, sagte der Bischof.

„Gemeinschaft schafft Halt. Die daraus resultierende Haltung ist das, worauf es ankommt“, erklärte Ministerialrat Rüdiger Hocke vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg. Den Religionsunterricht bezeichnete Dr. Klaus Zierer als „zentrale Säule im Bildungssystem“. Der Professor für Schulpädagogik an der Universität Augsburg spannte in seinem Vortrag den Bogen von den aktuellen Krisen über Daten zur Bildungssituation bis hin zur Bildungswirksamkeit des Religionsunterrichts. „Der Bildungs- und Erziehungsauftrag manifestiert sich nicht in Fächern, sondern in Werten“, sagte Zierer. Zusammenhalt sei nur durch Bildung der Menschen zu gewährleisten. Der Professor stellte eine Verbindung zwischen Bildungswirksamkeit und Haltung her.

Empathie, Dialogbereitschaft und Sensibilität für andere Religionen

Ein Podiumsgespräch vertiefte die in den Eingangsvorträgen angeschnittenen Themen. Zur von Daniel Schneider moderierten Runde kamen Schulseelsorgerin Beate Brielmaier und Birgit Kittl-Sierts, Fachberaterin Unterrichtsentwicklung, dazu. Die Schulseelsorgerin berichtete vom Fall eines schwer erkrankten Schülers, dem es der Zusammenhalt unter der Schülerschaft und das Engagement des Kollegiums ermöglichten, trotz Krankheit Abitur zu machen.

Empathie, Dialogbereitschaft und die Sensibilität für andere Religionen bildeten die Schlagworte für die Podiumsrunde. Mit diesen Aspekten wurde das Motto des Religionslehrer:innen-Tags „ZusammenHalt. Haltung zeigen – Menschlichkeit leben – Empowerment fördern“ konkretisiert.

Die Religionslehrkräfte sowie Schulseelsorgerinnen und Schulseelsorger konnten danach an verschiedenen Workshops teilnehmen. Diese dienten als Praxisbeispiele und Anregungen für den Unterricht. So konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Beispiel das Demokratie-Lernspiel Quararo ausprobieren, analysieren, welche Ideologien hinter Posts von Influencer:innen stecken können, oder ein Lied mit Bewegungselementen einstudieren.

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