Zum Inhalt springen

Bischof Krämer besucht ältesten Priester der Diözese

Dankbar, mit Schalk und Charme zeigt sich Alfons Waibel. Bischof Dr. Klaus Krämer hat den ältesten Priester der Diözese zum 103. Geburtstag besucht.

Eberhardzell

Monsignore Alfons Waibel ist der älteste Priester der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Anlässlich seines 103. Geburtstages besuchte ihn Bischof Dr. Klaus Krämer in Eberhardzell. Foto: drs/Jerabek

Die Laudes am Morgen und die Vesper am Abend betet Monsignore Alfons Waibel jeden Tag gewissenhaft, das politische Geschehen verfolgt er mit Interesse. Und bis vor der Corona-Zeit hat er selbst noch Messen im örtlichen Seniorenzentrum zelebriert. „Ich habe die beste Fürsorgerin, die man haben kann“, sagt der 103-Jährige dankbar mit Blick auf Alexandra Werner, die sich seit 25 Jahren in der Wohnung in Eberhardzell um ihn kümmert. Bei Kaffee und Linzer Schnitten freut er sich über den hohen Besuch anlässlich des seltenen Wiegenfestes, das er am 23. April begehen durfte, und erzählt aus seinem langen Leben.

Erinnert sich Alfons Waibel an die Professoren, die ihn als Student und auch später als Pfarrer geprägt haben, etwa Josef Rupert Geiselmann und Alfons Auer, klingt es nach einem Who's who der katholischen Theologie in Tübingen. Wenn er alte Fotos zeigt, die bis in Kriegs- und Nachkriegszeiten zurückreichen, erwähnt er seine Fremdsprachenkenntnisse aus der Schule, die sich als hilfreich erwiesen. Doch am liebsten erzählt er kleine humorige Anekdoten aus seinem Leben und berichtet von schönen Begegnungen mit Menschen, denen er immer ein zugewandter und pragmatischer Seelsorger sein wollte.

Am 29. Juli 1951 in Ulm-Wiblingen zum Priester geweiht, absolvierte Alfons Waibel seine Vikarsjahre in Spaichingen, Oberndorf und Wachendorf, bevor er 1960 in Allmendingen seine erste Pfarrerstelle antrat. Von 1968 bis 1982 war er Pfarrer in Isny und wirkte dann bis zu seiner Pensionierung als Seelsorger in den Heggbacher Behinderteneinrichtungen der St.-Elisabeth-Stiftung.

Eine große Kerze mit dem goldenen Christus-Monogramm, das in eine rötlich-golden strahlende Sonne eingebettet ist, hat Bischof Krämer dem Jubilar mitgebracht, eine Arbeit der Benediktinerinnen der Abtei St. Erentraud in Kellenried. Kaum ein Symbol könnte besser passen zu diesem Sonntag der Osteroktav, der auch Barmherzigkeitssonntag ist. Alfons Waibel genießt die Wertschätzung, die er erfährt, und gibt sie zurück: „Dass ich noch da bin“, verdanke er neben seiner treuen Hausfrau auch seiner „Leibärztin“ Dr. Heide Freifrau von Lüttwitz, sagt er und lächelt verschmitzt. „Solang ihr auf mich aufpasset, goht’s no weiter.“ Und für seinen Bischof hat er diesen Rat: „Lassen Sie sich durch koi G‘schrei und Gschwätz aus dem Konzept bringen, gehen Sie Ihren Weg.“

Mehr zum Autor

Aktuelles

zum Thema

Diözese Rottenburg-Stuttgart / Annika Werner

75. Jahre Pueri Cantores in der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Rottenburg am Neckar

Der internationale Kinder- und Jugendchorverband hat in unserer Diözese am vergangenen Wochenende Jubiläum gefeiert - mit über 500 Teilnehmenden.

Blutreitergruppe Meckenbeuren

In Treue zum Weingartener Blutritt

Meckenbeuren

Wie andere in den letzten Jahren feiert die Blutreitergruppe Meckenbeuren 2026 ihre Gründung vor 100 Jahren mit Gottesdienst und Reiterprozession.

Aktuelles

aus der Region

Mario Paoli

Kißlegg nahm das Räumeprogramm mutig vorweg

Kißlegg

Im kirchennahen Klosterhof kam nach umfassender Renovierung neben dem nun barrierefreien Gemeindesaal auch das Katholische Verwaltungszentrum unter.

Markus Waggershauser

Franziskus heute: Geschwisterlichkeit und Zuversicht

Bonlanden, Reute, Sießen

800 Jahre nach seinem Tod inspiriert der heilige Franz von Assisi auch drei franziskanische Ordensgemeinschaften in Oberschwaben und ihre Oberinnen.

Aktuelles

aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Stiftung Liebenau

Austausch über soziale Arbeit, Pflege und Hospiz

Liebenau

Bischof Dr. Klaus Krämer besucht die Stiftung Liebenau in Meckenbeuren und deren Einrichtungen im Franziskuszentrum in Friedrichshafen am Bodensee.

Sibylle Schwenk

Starkes Miteinander durch Wertschätzung und Respekt

Ellwangen (Jagst)

Mit weißen Rosen und Kerzen erwiesen Gläubige aus Kirchengemeinden rund um Ellwangen bei der Dekanatswallfahrt dem seligen Pater Philipp die Ehre.

Tellux-Gruppe

„Heimsuchung“: Tellux produziert preisgekrönten Film mit

Rottenburg

Literaturverfilmung von Volker Schlöndorff mit Lars Eidinger und Martina Gedeck: Die Diözese Rottenburg-Stuttgart ist an der Tellux-Gruppe beteiligt.

Matthias Zahner

„Ich werde geliebt, wie ich bin"

Horb am Neckar

Diplompsychologe Fred-Jürgen Werr spricht im Interview darüber, warum Selbstliebe oft so schwerfällt und erklärt, was der Glaube damit zu tun hat.

Arkadius Guzy

Solidarität in Zeiten des Wandels

Neckarsulm

Bei der diözesanen Eröffnungsveranstaltung zum Monat der Weltmission richtet sich der Blick nach Madagaskar, aber auch auf hiesige Herausforderungen.