Bischof Dr. Krämer wünscht guten Start ins neue Schuljahr
iStock.com/Smederevac Nach dem Ende der Sommerferien hat das Schuljahr 2026/2027 an den öffentlichen und auch an den rund 90 katholischen Schulen in Württemberg begonnen und der Unterricht in den Klassen findet wieder statt. Bild: iStock.com/Smederevac
Zum Schulbeginn am heutigen Montag, 14. September, wünscht Bischof Dr. Klaus Krämer allen Schülerinnen und Schülern im Namen der Diözese Rottenburg-Stuttgart einen guten Start und sagt: „Möge dieses Schuljahr eine Zeit sein, an den Herausforderungen zu wachsen, zuversichtlich in jeden Tag zu gehen, Neugier und Freude am Lernen zu behalten, gute Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter zu finden und sich gewiss zu sein, dass Gottes Liebe vor jeder Leistung immer schon da ist.“
Bischof verweist auf Schulseelsorger
Der Beginn eines neuen Schuljahrs sei stets von vielen Emotionen begleitet: „Meist ein bisschen Wehmut, dass die freien Tage vorbei sind, Neugier auf das, was der Start ins neue Schuljahr bringen wird, Freude, die Klassenkameradinnen und Klassenkameraden wiederzusehen, und vieles mehr“, fährt der Bischof fort und hält fest: „In diesen Start hinein wünsche ich allen Schülerinnen und Schülern und ihren Lehrkräften gutes Gelingen und das Vertrauen darauf, dass Gott in diesem Start und im ganzen Schuljahr dabei ist und jeden und jede mit seiner Liebe begleiten will.“ Bischof Dr. Krämer verweist auch darauf, dass sowohl heute als im ganzen Schuljahr in der Diözese Schulseelsorger:innen tätig sind, die die Schüler- aber auch die Lehrer:innen wohlwollend begleiten und sie tatkräftig unterstützen.
Schulpastoral möchte Gemeinschaft an Schulen stärken
So beispielsweise Rolf Maier, der am Beruflichen Schulzentrum in Wangen tätig ist. Er begrüßt heute die Neuen, hilft beim Finden der Räume und gibt ihnen das Zeichen, dass sie willkommen sind. „Alle sollen sich sicher und wohlfühlen. Sie sollen Lust darauf haben, sich einzubringen“, bringt es Maier auf den Punkt und Bernhard Mosbacher, Leiter der Fachstelle „Schulpastoral“ im Bischöflichen Ordinariat der Diözese, ergänzt: „Die Schulpastoral möchte an einer lebendigen und menschenfreundlichen Schulkultur mitwirken, die Schulgemeinschaft stärken, soziales Lernen an der Schule fördern sowie Verständnis für andere Kulturen und Religionen wecken – zum Start des Schuljahres sowie an allen anderen Tagen im Jahr.“
Angst vor Konflikten und Anforderungen
Dabei wissen Mosbacher und Maier, dass der Schulbeginn durchaus auch mit Kummer verbunden sein kann: „Für die Erstklässler ist alles neu und die Ungewissheit darüber, was kommt, bereitet manchmal eben auch Sorgen. In den höheren Klassen kommen dann einige voller Schwung und Energie aus den Sommerferien zurück, während andere Angst vor der Fortsetzung von Konflikten haben oder davor, den Anforderungen nicht gewachsen zu sein“, sagt Maier. Die Botschaft der Schulpastoral an alle Schülerinnen und Schüler zum Schulbeginn und darüber hinaus sei es daher, dass sie als Mensch, als Person wichtig, einzigartig, wertvoll und von Gott, so wie sie sind, geliebt werden – „ganz unabhängig von Leistung und Nützlichkeit.“ Darauf zielte auch die diesjährige gemeinsame Geschenkaktion mit der Evangelischen Landeskirche in Württemberg für die Erstklässler:innen ab: In der Hauptabteilung „Schulen“ des Bischöflichen Ordinariats konnte ein Bleistift mit der Aufschrift „Du bist erste Klasse“ bestellt werden, der schon vor den Sommerferien schnell vergriffen war. Die Aktion gab es im vierten Jahr – anfangs waren es Leuchtbänder, jetzt die Stifte; immer mit einer biblischen Botschaft, die auch Nicht-Christen annehmen können.
Schülerin aus der Klasse übernimmt Moschee-Führung
Ein Ziel der Schulseelsorge im Alltag sei es auch, dass sich die Schüler:innen als selbstwirksam erfahren. In Wangen beispielsweise wird dies mit sozialen und ökologischen Aktionen unterstützt. Dazu könne die Sammelaktion alter Handys genauso zählen wie der Moschee-Besuch, bei dem eine Schülerin aus der Klasse die Führung übernimmt. Im vergangenen Schuljahr, sagt Maier, habe er zudem gemeinsam mit einer 15-köpfigen Schülergruppe einen Workshop zum Thema „Respekt“ erarbeitet. Die Idee dazu sei aus der Klasse gekommen.
Geschützte Räume für vertrauliche Gespräche
„Kirche muss im Alltag präsent sein“, unterstreicht er. „Heute christlich zu leben heißt, Verantwortung zu übernehmen für mich und für die Gemeinschaft.“ Die Frauen und Männer der Schulseelsorge böten an Schulen in Württemberg so das ganze Jahr über geschützte Räume für vertrauliche Gespräche, in denen es um Schule aber auch um alle anderen Themen gehen kann. „Das trägt dazu bei, dass sich das Schulklima insgesamt verbessert“, sagt Fachstellen-Leiter Mosbacher. Dabei hätten die Seelsorger:innen auch die Lehrkräfte, Schulsozialarbeitende und Integrationskräfte an ihren Schulen im Blick und böten beispielsweise Auszeit- und Pilgertage zum Kraft schöpfen an, sagt Mosbacher und Maier hält fest: „Am heutigen ersten Schultag stelle ich im Lehrerzimmer einen Blumenstrauß mit einem Willkommensgruß auf – es muss gar nicht viel sein, aber ich möchte eben auch den Lehrerinnen und Lehrern das Gefühl vermitteln, dass sie gesehen werden und ich mich darüber freue, dass sie wieder da sind.“
Die katholischen Schulen
Auch an den rund 90 katholischen Schulen in Württemberg werden die Kinder begrüßt, die das neue Schuljahr beginnen. Prof. Dr. Matthias Gronover, Direktor der Stiftung Katholische Freie Schule in Rottenburg, sagt: „In unserer Diözese sind die katholischen Schulen mit ihren sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren, den allgemeinbildenden Schulen sowie den Fachschulen und Kindergärten Orte des Lernens, der Begegnung und des Glaubens. Wir begrüßen alle Kinder und Jugendlichen herzlich und freuen uns darauf, sie im neuen Schuljahr ganzheitlich zu begleiten. Dabei stehen nicht nur die Herausforderungen in ihrer persönlichen Entwicklung und den Prüfungen im Vordergrund, sondern auch die erlebte Gemeinschaft und tiefgreifende spirituelle Erfahrungen, die sie auf ihrem Weg stärken werden." Und er gibt zwei Beispiele: An der Bischof-Sproll-Grundschule in Biberach beginne der erste Schultag für die neuen Erstklässler mit einem gemeinsamen Wortgottesdienst, den auch ältere Grundschulkinder mitgestalten. „Ein besonders persönliches Zeichen ist der Segen, der den Kindern einzeln für ihren neuen Lebensabschnitt zugesprochen wird. Zweitklässler heißen die neuen Schülerinnen und Schüler mit Liedern, kleinen Aufführungen und Einblicken in den Schulalltag willkommen“, sagt Dr. Gronover. „So verbindet die Einschulung Gemeinschaft, christlichen Zuspruch und ein kindgerechtes Ankommen in der neuen Schule.“
Auch am Albertus-Magnus-Gymnasium Stuttgart beginne das neue Schuljahr mit einem gemeinsamen Gottesdienst, bevor die Klassen mit ihren Klassenlehrkräften in das Schuljahr starten. Die neuen Fünftklässler hätten die Schulgemeinschaft dabei bereits vor den Sommerferien beim Schulfest kennengelernt und seien dort willkommen geheißen worden, sagt Dr. Gronover. Eine besondere Tradition in den ersten Wochen sei am Albertus-Magnus-Gymnasium zudem der Bau des persönlichen Kästchens: Gemeinsam mit einem Elternteil gestalte jedes Kind solch ein eigenes Kästchen, das es als persönliches Schließfach bis zum Abitur begleitet. „So wird aus einem ganz praktischen Gegenstand zugleich ein sichtbares Zeichen für das Ankommen und die Zugehörigkeit zur Schulgemeinschaft“, stellt der Stiftungsdirektor fest.