Gräfliche Rentkammer Erbach Bischof erhebt die Klosterkirche in Rot an der Rot zum Münster
Markus Leser Prämonstratenserpater Johannes-Baptist Schmid, Pfarrer der Seelsorgeeinheit Rot-Iller, freut sich auf die Erhebung von St. Verena zum Münster. Foto: Markus Leser
Im Jahr 1126 gründeten die Prämonstratenser das Kloster Mönchsroth. Zum 900-Jahr Jubiläum kommt Bischof Dr. Klaus Krämer am 18. Oktober nach Rot an der Rot, wie der Ort heute heißt, und feiert mit der Kirchengemeinde um 10.15 Uhr den Gottesdienst am Kirchweihfest. Und er bringt eine besondere Urkunde mit. Aufgrund ihrer herausragenden Geschichte und aufgrund der bleibenden Bedeutung von Kirchenraum und Orgel für den gelebten Glauben in der gesamten Region verleiht der Bischof der Kirche den Ehrentitel eines Münsters. Das gab Pater Johannes-Baptist Schmid, selbst Prämonstratenser-Chorherr und Pfarrer der Seelsorgeeinheit Rot-Iller, bei der Feier des Patroziniums von St. Verena am Sonntag offiziell bekannt.
Rot an der Rot ist als älteste Prämonstratenserniederlassung in Oberschwaben dann das zehnte Münster in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Die ehemaligen Kirchen der Klöster Obermarchtal und Weißenau, die beide von Rot aus gegründet wurden, tragen diesen bischöflichen Ehrentitel bereits. „Das imposante klassizistische Kirchenbauwerk an der Oberschwäbischen Barockstraße ist von höchster Qualität mit einer herausragenden Architektur und qualitätvollen Kunst“, heißt es in der Erhebungsurkunde, die das Chorgestühl, die Fresken und die Holzhey-Orgel mit 36 Registern und 3 Manualen besonders hervorhebt. Die Tradition des Musiker-Abtes Nikolaus Betscher führen heute Kirchenchor und Organisten mit Gottesdienstgestaltungen und Konzerten fort.
Gräfliche Rentkammer Erbach Kloster und Kirche haben eine bewegte Geschichte
Das diözesane Jugendhaus St. Norbert im ehemaligen Klostergebäude nutzt St. Verena mit. Darüber hinaus kommen jedes Jahr Tausende Besucher zu liturgischen Feiern, zum stillen Gebet und zur Besichtigung. Die heutige Kirche entstand von 1777 bis 1786, nachdem die mittelalterliche und die spätgotische Vorgängerin vom Feuer heimgesucht wurden und die frühbarocke von 1702 dem Abt nicht mehr gefiel. Das 1140 zur Abtei erhobene Mönchsroth erlangte 1376 die Reichsunmittelbarkeit. Die Klostergeschichte mit Höhen und Tiefen endete 1803 mit der Säkularisation. Seither ist St. Verena die Pfarrkirche von Rot an der Rot, deren Kirchengemeinde das Jubiläumsjahr mit einem umfangreichen Festprogramm feiert.