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Bischof kommt zum Heilig-Blut-Fest

Zu Reiterprozession und Festgottesdienst am 11. Juli in Bad Wurzach fahren nach mehrjähriger Pause wieder Sonderzüge in die Kurstadt.

Bad Wurzach
Diözese Rottenburg-Stuttgart / Markus Waggershauser

Reitewr beim Heilig-Blut-Fest vor der Kirche auf dem Gottesberg - Archivfoto: DRS/Waggershauser

Am zweiten Freitag im Juli steht Bad Wurzach traditionell im Zeichen des Heilig-Blut-Festes. Bei der seit 1928 stattfindenden Reiterprozession werden rund tausend Reiter und mehrere Tausend Wallfahrer erwartet, die die Heilig-Blut-Reliquie verehren. Diese stammt aus dem Privatbesitz von Papst Innocenz XII., der sie 1693 einem deutschen Rompilger geschenkt hatte. Das Heilig-Blut-Fest in Bad Wurzach ist die zweitgrößte Reiterprozession in Mitteleuropa. Bereits am Sonntag, 6. Juli, ziehen um 21 Uhr Gläubige von der Pfarrkirche St. Verena zum Gottesberg und nach einem Wortgottesdienst als Lichterprozession zurück in die Stadt.

Die Prozession am darauffoilgenden Freitag beginnt um 7 Uhr mit der Abholung der Heilig-Blut-Reliquie in der Stadtpfarrkirche St. Verena. Am Beginn des acht Kilometer langen Prozessionswegs durch die Stadt und die umliegenden Fluren wird dieses Jahr Dr. Klaus Krämer, neuer Bischof von Rottenburg-Stuttgart, die erste Abteilung der Reiter mit der Reliquie segnen. Der Bischof wird dann später nach der Segnung der zweiten Abteilung auf dem Gottesberg dort auch das feierliche Pontifikalamt um 10.30 Uhr zelebrieren. Das Fest findet seinen Abschluss mit der Bergpredigt an gleicher Stelle ab 14.30 Uhr, die in diesem Jahr von Monsignore Heinrich-Maria Burkard, Heiligkreuztal, halten wird.

Säkularisation unterbricht die Tradition

Die Heilig-Blut-Reliquie befindet sich seit gut 250 Jahren auf dem Gottesberg. 1764 brachten Paulanerbrüder die Reliquie, die Papst Innocenz XII. 1693 dem deutschen Rompilger Martin Denzer aus Albrechts bei Obergünzburg überlassen hatte, nach Bad Wurzach. Die Verehrung der Reliquie nahm bereits damals ihren Ursprung und ließ den Gottesberg in der Folge zu einem der bedeutendsten Wallfahrtsorte der Region werden. Nachdem die Säkularisation Anfang des 19. Jahrhunderts längere Zeit für eine Unterbrechung der Wallfahrten gesorgt hatte, wurde die Verehrung der Reliquie mit dem Einzug des Salvatorianerordens auf dem Gottesberg wenige Jahre zuvor 1924 wieder aufgenommen und 1928 erstmals als Reiterprozession mit damals rund 350 Reitern wieder gefeiert.

Seither hat sich die Prozession zu einem festen und wichtigen Bestandteil des Jahreskreises in Bad Wurzach und als Beispiel gelebten Glaubens entwickelt. „Gerade in Zeiten, in denen die Welt immer dunkler zu werden scheint, ist das Heilig-Blut-Fest ein lebendiges Zeugnis der Hoffnung“, betont Bischof Klaus unter anderem in seinem Grußwort zur diesjährigen Festschrift. Als politische Ehrengäste kann die Stadt Bad Wurzach in diesem Jahr Deputy Bailiff Robert MacRae von der Kanalinsel Jersey sowie Bürgermeister Simon Crowcroft aus der Partnerstadt St. Helier begrüßen – als besonderes Zeichen und Ausdruck der Verbundenheit anlässlich des 80. Jahrestags des Kriegsendes und der Befreiung damals vor Ort internierter Bewohner von der Kanalinsel aus dem Wurzacher Schloss.

Mit dem Sonderzug vom Allgäu zum Wallfahrtsfest

Nach vielen Jahren sind zum diesjährigen Heilig-Blut-Fest wieder Sonderzüge geplant. Das Land Baden-Württemberg und der bodo-Verkehrsverbund wollen damit eine klimafreundliche und entspannte Möglichkeit bieten, gemeinsam und in geselliger Stimmung zum Glaubensfest zu pilgern. Der Zug am Morgen startet um etwa 5 Uhr in Lindau und erreicht nach weiteren Zustiegsmöglichkeiten in Wangen, Kißlegg, Wolfegg und Alttann den Zielbahnhof Bad Wurzach um etwa 6.30 Uhr. Bis zur Innenstadt sind es nur wenige Minuten zu Fuß. Die Prozession beginnt um 7.00 Uhr.

Für die Rückfahrt sind zwei Züge bis Wangen vorgesehen: einer nach der Prozession gegen 13 Uhr und einer nach der Bergpredigt gegen 16 Uhr. Die genauen Fahrpläne sind hier nach Fertigstellung abrufbar.

Zur Mitfahrt in den Sonderzügen gelten die regulären Fahrscheine des öffentlichen Nahverkehrs, also auch das Deutschlandticket und die günstigen bodo-Tageskarten für Einzelpersonen oder Gruppen bis fünf Personen, die es unter anderem an den Fahrscheinautomaten der Bahnstationen Wangen, Kißlegg, Wolfegg und Alttann sowie in der bodo-App zu kaufen gibt.

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