Vier Männer empfangen Weihe zum Priester
Gregor Moser Der aktuelle Weihekurs des Priesterseminars in Rottenburg besteht aus (von links): Florian Schuberth, Laurenz Zwior, Yannick Nott, Sebin Joseph Mattappallil und Patrick Wende. Mattappallil empfing seine Priesterweihe bereits vor Kurzem in seiner indischen Heimaterzdiözese Tellicherry. Bild: Diözese Rottenburg-Stuttgart / Gregor Moser
Vier Männer, die künftig als in der Diözese Rottenburg-Stuttgart inkardinierte Priester ihren Dienst ausüben, werden am Samstag, 11. Juli, in der Liebfrauenkirche in Ravensburg zu Priestern geweiht. Bischof Dr. Klaus Krämer steht dem Weihegottesdienst vor. Die Weihe erfolgt durch Handauflegung und Gebet. Beginn des Gottesdiensts ist um 9:30 Uhr.
Die Priesterweihe erhalten:
Laurenz Zwior (27) stammt aus der Kirchengemeinde St. Nikolaus in Blankenfelde im Erzbistum Berlin. Von einem Verwandten, der in Tübingen studierte, erfuhr er vom Angebot des Ambrosianum Sprachenjahres für junge Menschen zwischen Schule und Studium und kam so in die Diözese Rottenburg-Stuttgart. „Das Sprachenjahr gab mir die Möglichkeit einer Bedenkzeit, was ich studieren möchte“, sagt Zwior. Dann traf er seine Entscheidung und begann das Studium der Katholischen Theologie und blieb in Tübingen. „Die Frage, ob ich Priester werden möchte, hatte ich mir schon immer wieder mal gestellt. Konkret wurde es für mich dann aber während meines Studiums“, erinnert er sich an diese Zeit zurück. Im siebten Semester zog er ins Wilhemsstift – das Theologenkonvikt der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Bei seinen zukünftigen Aufgaben als Seelsorger freut er sich besonders darauf, gemeinsam mit unterschiedlichen Menschen unterwegs zu sein – ganz gleich ob für einen kurzen Zeitraum wie in einem Trauergespräch oder über längere Zeit hinweg, wie etwa in der Arbeit mit Senior:innen.
Florian Schuberth (41) hat seine Heimatgemeinde in Mariä Himmelfahrt Pautzfeld im Erzbistum Bamberg. Vor dem Theologiestudium in Tübingen sammelte er Erfahrungen in einem anderen Beruf: Nach dem Studium in Passau und München war Schuberth mehrere Jahre im Bereich der Markenkommunikation und Öffentlichkeitsarbeit in der bayerischen Landeshauptstadt tätig. „Im Grund genommen begleitete mich die Überlegung Priester zu werden, dabei schon mein ganzes Leben, bevor ich mich im Laufe der Jahre schließlich auf diesen Weg machen konnte“, sagt er. Auf das Wilhelmsstift Tübingen und auf die Diözese Rottenburg-Stuttgart sei seine Wahl gefallen, da dort, wie er sagt, eine zeitgemäße und menschennahe Pastoral gelebt werde, die für seinen Weg und seine Suche sehr ansprechend sei. Mit Blick auf die Zeit nach seiner Priesterweihe freue er sich bereits darauf, „in Zeiten vielfältiger Umbrüche, die Frage nach Gott offen zu halten und dabei vertrauenswürdig Evangelium zu leben und Kirche zu sein“.
Patrick Wende (31) ist in der Kirchengemeinde Christkönig in Heidenheim an der Brenz beheimatet und legte nach der Schule zunächst einen Bachelorstudiengang in Wirtschaftsingenieurwesen in Ulm/Neu-Ulm ab. „Nach einem kurzzeitigen Zwischenstopp in der Immobilienbranche habe ich mich dann dazu entschlossen, Theologie zu studieren mit dem Ziel, Priester zu werden“, erinnert er sich und sagt, dass ihm diese Zeit die Möglichkeit gab zu prüfen, ob dies der richtige Weg für ihn ist. Dabei sei er schon lange aktiv in der Kinder- und Jugendarbeit seiner früheren Kirchengemeinde aktiv gewesen. Seine Aufgabe als zukünftiger Priester sehe er nicht darin „auf alle Fragen fertige Antworten zu haben, sondern Menschen Räume der Begegnung mit dem lebensschöpfenden Gott zu eröffnen. In denen Menschen Gottes Gegenwart in unserer heutigen Zeit entdecken und erleben können.“
Yannick Nott (25) wuchs als evangelischer Christ in Beiningen bei Blaubeuren auf. „Im Konfirmationsunterricht hatte ich eine gute Pfarrerin, die viel über den Glauben sprach und da war mein Grundinteresse gelegt“, erinnert er sich. Bei einem Aufenthalt auf Hawaii während seiner Schulzeit sei er dann zum ersten Mal in Kontakt mit der katholischen Kirche gekommen und traf die Entscheidung zu einem Konfessionswechsel. Ein Jahr nach seinem Übertritt fing er das Sprachenjahr im Ambrosianum an und studierte anschließend Theologie in Tübingen und am St. Patricks College in der Republik Irland. Mit Blick auf sein künftiges Wirken als Priester in der Diözese Rottenburg-Stuttgart freue er sich am meisten auf die Vielfalt an Lebenssituationen, die ihm begegnen und die Möglichkeit eröffnen werden, mit anderen über den Glauben ins Gespräch zu kommen.
Hinweis
Sebin Joseph Mattappallil gehört zum selben Kursjahrgang im Priesterseminar Rottenburg wie die vier Weihekandidaten. Mattappallil durchlief seine Ausbildung im Wilhelmsstift und im Priesterseminar im Rahmen der weltkirchlichen Kooperation der Diözese Rottenburg-Stuttgart mit der Erzdiözese Tellicherry in Indien und erhielt dort bereits Ende Mai seine Priesterweihe. Weitere Informationen finden Sie hier.