Andere besuchen die ehemalige Benediktinerabtei, deren Anlage heute unter anderem ein evangelisches Gymnasium mit Internat beherbergt. Besonders attraktiv bei diesen Temperaturen ist das Badhaus der Mönche – leider kann man hier kein erfrischendes Bad nehmen, aber im Erdgeschoss des Hauses aus dicken Steinmauern ist es angenehm kühl. Das Haus ist Teil des Heimatmuseums Blaubeuren und vermittelt Informationen zu den historischen Badegepflogenheiten.
Ein großer Zuber steht noch in der Badstube. Für die Mönche gab es dort außerdem Schwitzbäder. Der Bader wusch Haare, rasierte und massierte seine Besucher; mitunter besaß er sogar eine Schankerlaubnis. Außerdem übernahm er medizinische Behandlungen wie Aderlass und Schröpfen, kleinere Operationen und Zahnbehandlungen. Zwei Besucherinnen betrachten interessiert seine Werkzeuge, wie Schröpfköpfe und Operationsmesser, die in einer Vitrine ausgestellt sind.
Auf Informationstafeln erfahren sie mehr über die rituelle Bedeutung, die das Baden in vielen Kulturen und Religionen noch heute hat. Ihnen zufolge vermittelt Wasser symbolhaft Segen und dient der spirituellen Reinigung. Diese soll von Schuld befreien, einen Neuanfang markieren und die Zugehörigkeit zur religiösen Gemeinschaft schaffen oder erneuern.