Zum Inhalt springen

Blick auf die Christen in der Welt

Zum Weltmissionssonntag zeigt das Beispiel des Weltladens Bad Mergentheim, wie globale Solidarität lokal gelebt werden kann.

Bad Mergentheim
Weihbischof Dr. Gerhard Schneider

Weihbischof Dr. Gerhard Schneider predigt zum Weltmissionssonntag in der Marienkirche Bad Mergentheim. Foto: drs/Guzy

Mit einem Garagenverkauf aus dem Autokofferraum heraus hat alles angefangen, erzählt Alois Baumann. Mit den Jahren hat sich die Initiative des Ausschusses „Mission – Entwicklung – Frieden“ der katholischen Gemeinde St. Johannes Baptist dann bis zum Weltladen mit richtigen Ladenräumlichkeiten weiterentwickelt - und das Sortiment reicht heute auch weit über die Anfangsprodukte Kaffee, Tee und Schokolade. Seit 25 Jahren gibt es nun den Weltladen in Bad Mergentheim.

„Es steckt viel Engagement dahinter“, sagt Baumann. Er ist Vorsitzender des Weltladenvereins. Ein Team von mehr als 20 Frauen rund um Rita Hofmann kümmert sich ehrenamtlich um den Betrieb des Ladens. Der Weltladenverein bemüht sich darum, durch Beiträge und Spenden die laufenden Kosten abzudecken. Denn der gesamte Erlös aus dem Verkauf geht an Projekte, erklärt Baumann. Die Projekte, die unterstützt werden, hätten immer einen Bezug zu Bad Mergentheim, zum Beispiel über persönliche Verbindungen.

Das Jubiläum des Weltladens und seine starke Verankerung in der Kirchengemeinde war ein wichtiger Grund, weshalb in der Diözese der zentrale Gottesdienst zum Weltmissionssonntag diesmal in der Marienkirche in Bad Mergentheim stattfand. „Im Weltladen engagieren sich viele Menschen aus der Gemeinde“, sagte Pfarrvikar Joseph Ike in seiner Begrüßung.

Der Weltmissionssonntag stand unter dem Leitwort „Selig, die Frieden stiften – Solidarisch für Frieden und Zusammenhalt“. „Ein Kennzeichen für Christen ist es, über sich selbst hinauszublicken“, erklärte Dr. Gerhard Schneider. Der Weihbischof sprach in seiner Predigt davon, den Blick zu weiten und zu entgrenzen. Beim Blick auf die Christen auf der ganzen Welt ging es ihm aber nicht nur um materielle Unterstützung, sondern auch um die Verbundenheit im Gebet. Denn diese ermögliche Begegnung auf Augenhöhe – und dadurch ein Lernen von anderen Menschen.

Der Weltmissionssonntag gilt als größte Solidaritätskollekte weltweit, wie Missio-Diözesanreferent Philipp Schröder am Rande des Gottesdienstes erläuterte. Im Mittelpunkt stand diesmal Westafrika als Schwerpunktregion. Für die Kirche in Westafrika sei der Weltmissionssonntag ein wichtiges Zeichen der Solidarität, sagte Schröder.

Ein Engagement wie das des Weltladens in Bad Mergentheim sei wichtig. Durch die Präsenz und die Aktivitäten schlage dieser auch eine Brücke in die Gesellschaft.

Online-Kollekte

Die Kollekte zum Weltmissionssonntag kann auch über das Internet unterstützt werden. Weitere Informationen zur diesjährigen Aktion und der Schwerpunktregion Westafrika finden sich auf den Seiten von Missio.

 

Mehr zum Autor

Aktuelles

zum Thema

Hier fängt Zukunft an

Rottenburg am Neckar

Léon Yanda berichtet im Rahmen der Misereor-Fastenaktion davon, wie arbeitslosen Jugendlichen in Douala, Kamerun, zu einer Ausbildung verholfen wird.

Engagement der Weltkirche für das gemeinsame Haus

Rottenburg

In über 80 Ländern weltweit fördert die Abteilung Weltkirche in der Diözese soziale und pastorale Projekte und bekämpft dadurch auch Fluchtursachen.

Aktuelles

aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Ulrich Gresser

Nicht wegschauen angesichts des Leidens

Bei der zweitgrößten Reiterprozession Mitteleuropas erinnert der Niederaltaicher Abt Marianus Bieber an Krieg und Terror damals und heute.

Arkadius Guzy

Glockenfreundschaft findet Anklang

Rottenburg

Eine Delegation aus der polnischen Diözese Świdnica/Schweidnitz ist zu Gast in der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Gute Gedanken im Wimmelbild des Lebens

Ellwangen (Jagst)

Pater Philipp für Profis und für Anfänger - In einer kleinen, feinen Ausstellung im Programm der Landesgartenschau kann man den Seligen neu entdecken.

Christian Turrey

Zwischen Krieg und Hoffnung

Stuttgart

Vier Monate saß Rabbiner Jeremy Milgrom wegen des Kriegs in Israel fest. Jetzt erzählt der Friedensaktivist im Interview von seinen Erfahrungen.

iStock.com/IR_Stone

Feier des Weihejubiläums

Rottenburg

Folgende Priester und Diakone der Diözese sind vor 50, 60 und mehr Jahren geweiht worden und feiern in diesem Jahr ein besonderes Jubiläum.