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Bund fördert Nachbarschaftshilfe

Die Kirchengemeinde St. Anna in Vogt erhält Unterstützung aus Berlin für den "Einkaufs-Servis".

Vogt
Eine Frau und ein Mann, beide schon älter, warten am Treppenaufgang ihres Hauses auf Susanne Brillisauer. Diese trägt in einem roten Wäschekorb die Einkäufe aus dem Auto mit geöffneter Heckklappe zu den beiden.

Susanne Brillisauer von der Nachbarschaftshilfe bringt in Vogt die bestellten Einkäufe nach Hause - Foto: Josef Brillisauer

Es ist März - erster Lockdown. Mitglieder der Nachbarschaftshilfe hängen in Vogt bei Ravensburg Plakate auf und werben in den Vermeldungen am Ende des Gottesdienstes für den "Einkaufs-Servis". Ein erfolgreiches Projekt, für das die Kirchengemeinde St. Anna nun 2.248,80 Euro aus dem Sonderprogramm „Ehrenamt stärken. Versorgung sichern.“ des Bundesernährungsministeriums erhält. Darauf wies der örtliche Bundestagsabgeordnete Axel Müller kürzlich in einer Pressemitteilung hin.

Susanne Brillisauer koordiniert die Nachbarschaftshilfe in Vogt. Bei ihr meldeten sich nach dem Aufruf Menschen, die den Wunsch äußerten, dass ihnen Einkäufe und Essen nach Hause geliefert werden. Viele von ihnen gehörten zur sogenannten Risikogruppe. Es kamen aber auch weitere freiwillige Helferinnen und Helfer auf die Koordinatorin zu. "Sogar die Handballer vom HCL Vogt haben mitgemacht", erinnert sich Brillisauer. Der Bedarf war groß.

Nächstenliebe braucht auch Geld

Inzwischen steige die Nachfrage nach dieser speziellen Form der Nachbarschaftshilfe wieder, seit die Kontakte wegen ansteigender Corona-Infektionszahlen zurückgefahren wurden und die Ängste zunehmen, erzählt Susanne Brillisauer. Die Helferinnen und Helfer machen das alles ehrenamtlich. Da sollten wenigstens die Ausgaben für Desinfektionsmittel, Handschuhe und Schutzmasken sowie die Fahrtkosten übernommen werden, findet sie. Bürgermeister Peter Smigoc wies Brillisauer auf das Förderprogramm des Bundesministeriums hin. Die Bewerbung war erfolgreich.

Edgar Briemle, Pfarrer der Seelsorgeeinheit "Tor zum Allgäu", freut sich über die Unterstützung aus Berlin. Er beruft sich auf den heiligen Vinzenz von Paul. "Erbarmende Liebe erobert die Welt", sagte dieser einst. Barmherzige Liebe benötige zuweilen auch monetäre Unterstützung, ergänzt Briemle. "Daher ist es mehr als großartig, dass unser Einkaufs-Servis durch das Sonderprogramm gefördert wird", zitiert ihn die Pressemitteilung Müllers.

Den ländlichen Raum im Blick

Das Sonderprogramm „Ehrenamt stärken. Versorgung sichern.“ unterstützt Initiativen, die in ländlichen Räumen in der nachbarschaftlichen Lebensmittelversorgung engagiert sind. Aufgrund der COVID-19-Pandemie stehen diese Initiativen vor besonderen Herausforderungen. Die erfolgreiche Bewerbung freut auch Axel Müller, der als Kirchengemeinderat in Weingarten und Dekanatsrat kirchlich aktiv war. "Damit kann Risikogruppen, älteren Menschen und Personen mit Einschränkungen zielgerichtet geholfen werden", betont der Bundestagsabgeordnete.

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