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„Da müssen sich alle Christen einig sein!“

Katholische und Evangelische Kirche in Böblingen unterstützen die Initiative „Für alle. Mit Herz und Verstand“, die sich für Demokratie einsetzt.

Böblingen
Katholische und Evangelische Kirche in Böblingen unterstützen die Initiative „Für alle“.

Die Böblinger Unterstützerinnen und Unterstützer der Initiative „Für alle. Mit Herz und Verstand“ sind (von links): • Prof. Dr. Ute Reuter, Leiterin Katholische Erwachsenenbildung im Kreis Böblingen (keb) • Philipp Koch, Leiter Katholisches Verwaltungszentrum Böblingen • Jutta Rau, Omas for Future • Annegret Hiekisch, Dekanatsreferentin Katholisches Dekanat Böblingen • Peter Starting, Gewählter Vorsitzender Dekanatsrat Böblingen • Karlheinz Rau, Omas for Future • Harald Sterzinger, Vorsitzender keb Böblingen e.V. • Klaus Kempter, Leitender Pfarrer Katholische Gesamtkirchengemeinde Böblingen • Dekan Markus Frasch, Evangelischer Kirchenbezirk Böblingen • Petra Waschner, Referentin Evangelische Erwachsenenbildung Böblingen • Fabian Maysenhölder, Evangelischer Pfarrer, ACK Böblingen • Dekan Anton Feil, Katholisches Dekanat Böblingen • Eva Sailer-Habel, Fachleiterin Caritas Schwarzwald-Gäu • Birgitta Hoyer-Hensel, Gewählte Vorsitzende Katholische Kirchengemeinde St. Bonifatius Foto: Volker Schmid


Es ist ein starkes Zeichen für die Bundestagswahl am 23. Februar: Die Katholische Kirche in Böblingen unterstützt zusammen mit der Evangelischen Kirche die ökumenische und bundesweite Aktion „Für alle. Mit Herz und Verstand“, die sich dafür engagiert, dass bei der Wahl das Kreuz gegen Extremismus und für Demokratie gesetzt wird. Dafür warben Vertreterinnen und Vertreter der beiden Kirchen am Donnerstag, 13. Februar, bei einem Pressegespräch im Böblinger Dekanatshaus D12.

Aufrichtige Geschlossenheit

Die Beteiligten demonstrierten an diesem Vormittag aufrichtige Geschlossenheit gegen jede Art von Rassismus, Antisemitismus, Sexismus und Ausgrenzung, gegen Demokratiefeindlichkeit und jegliche Form von Rechtsradikalismus. „Wir wollen unseren Beitrag leisten zum Zusammenhalt in der Gesellschaft“, brachte Dekanatsreferentin Annegret Hiekisch das Ziel der Aktion auf den Punkt. „Wir treten dafür ein, dass jeder Mensch Ansehen, Würde und Beachtung bekommt und dass der gesellschaftliche Zusammenhalt gestärkt wird. Da müssen sich alle Christen einig sein!“, erklärte Dekan Anton Feil vom Katholischen Dekanat Böblingen. Und das bestätigte auch sein Kollege Dekan Markus Frasch vom Evangelischen Kirchenbezirk Böblingen: „In der Christenheit gibt es da eine große Einigkeit.“ Laut Markus Frasch geht es nun darum, „Positionen für Demokratie und Menschenwürde und gegen diese unsägliche Entwicklung“ zu beziehen.

Demokratie ist nicht selbstverständlich

Zu betonen, dass für keine einzelne Partei geworben wird, war ein Anliegen aller Anwesenden. „Wir treten allem deutlich entgegen, was die Würde der Menschen oder die Demokratie in Gefahr bringt“, erklärte Klaus Kempter, Leitender Pfarrer der Katholischen Gesamtkirchengemeinde Böblingen, und gab dann doch noch eine deutliche Wahlempfehlung: „Macht euer Herz auf für die Werte Jesu, und schaltet euer Gehirn ein!“
„Seit 80 Jahren leben wir in einer Demokratie und denken, das wäre selbstverständlich. Aber das ist es nicht“, betonte Prof. Dr. Ute Reuter, die Leiterin der Katholischen Erwachsenenbildung im Kreis Böblingen und brach gleich noch eine Lanze für die Wahl: „Geht alle wählen am 23. Februar, und steht für eure Grundsätze ein. Das ist das Wichtigste.“ Denn laut ihrer Kollegin Petra Waschner von der Evangelischen Erwachsenbildung sind Demokratie und Kirche praktisch unzertrennlich: „Kirche ist ein Ort, an dem man Demokratie lernen kann und muss und sich noch zuhört.“

Missbrauch von Religion

Dekan Markus Frasch brachte im Laufe des Pressegesprächs seinen Ärger darüber zum Ausdruck, dass Menschen wie Donald Trump kirchliche Kräfte für sich instrumentalisieren: „Das ist ein Missbrauch von Religion. Das ist ganz furchtbar.“ Denn als Kirche sei man, so Markus Frasch, „gut beheimatet in der Demokratie.“ Das bestätigte auch Dekan Anton Feil
am Beispiel von christlichen Widerstandskämpfern der NS-Zeit wie Dietrich Bonhoeffer oder Eugen Bolz: „Sie alle haben aus dieser einen Kraft des Evangeliums gehandelt.“ Hinsichtlich des amerikanischen Präsidenten erklärte Anton Feil: „Es ist eine Riesenkatastrophe, was Trump anrichtet in der Welt.“

Hintergrund der Initiative

Die Initiative „Für alle. Mit Herz und Verstand“ ist eine breite ökumenische Initiative, um die Stimme der Kirchen nach außen hör- und sichtbar zu machen. Sie setzt sich für Menschenwürde, Nächstenliebe, Zusammenhalt und Demokratie und gegen jede Form von Extremismus ein. Und das ist laut Annegret Hiekisch nicht nur eine einmalige Aktion vor der Bundestagswahl: „Der Einsatz für diese Werte muss ganz klar über den 23. Februar hinausgehen.“


Weitere Infos zur Initiative „Für alle. Mit Herz und Verstand“ gibt's hier:
Zur Bundestagswahl 2025 – Für alle. Mit Herz und Verstand. Ein ökumenisches Anliegen von Kirchen in Deutschland

 

Text: Volker Schmid

Dekanat Böblingen
Referent für Öffentlichkeitsarbeit

 

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